Pferd 2016 in Mühlengeez : Wie der Vater, so der Sohn

Erstmals gewann der 27-jährige Benjamin Wulschner vom Reitclub Passin bei der „Pferde 2016“ in Mühlengeez den Großen Preis vom Lübzer Pils mit Rytters Quinton.
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Erstmals gewann der 27-jährige Benjamin Wulschner vom Reitclub Passin bei der „Pferde 2016“ in Mühlengeez den Großen Preis vom Lübzer Pils mit Rytters Quinton.

Benjamin Wulschner gewann den Großen Preis von Mühlengeez. Mehr als 5000 Besucher vor Ort

Das Messe- und Ausstellungszentrum (MAZ)-Gelände in Mühlengeez hat seinen Ruf als Besuchermagnet erneut unter Beweis gestellt, denn das 26. Reitturnier in Mühlengeez, die „Pferd 2016“, sahen mehr als 5000 Besucher. Sie erlebten spannende Wettkämpfe. Auch das 3. Hunde-Agility-Turnier war hochinteressant und angesichts der faszinierenden Arbeit der Hunde ständig dicht umlagert.

Spannend verlief das Stechen im Großen Preis von Lübzer Pils, das vier Reiter erreichten. Erster Starter war Heiko Schmidt (Neu Benten), dessen 12-jähriger Hengst Chap exzellente Auftritte hatte. Mit hohem Tempo und auf kürzesten Wegen galoppierte er nach 41,00 Sekunden fehlerfrei ins Ziel. „Das ist nicht zu toppen“, so die allgemeine Meinung. Doch dann folgte der Angriff von Benjamin Wulschner (Passin), Soh von Nationenpreisreiter Holger Wulschner, mit dem gleichaltrigen Rytters Quinton. Mit hohem Risiko, aber stets kontrolliert unterwegs, blieb das Paar fehlerfrei und die Uhr hielt bei 39,60 Sekunden. Damit gewann der 27-Jährige erstmals den Großen Preis auf dem MAZ-Gelände in Mühlengeez. „Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Schon als kleiner Junge war ich in Mühlengeez dabei, als mein Papa hier 1999 erstmals gewann und habe später den Sieg von Heiko Schmidt gesehen, den ich diesmal schlagen konnte. Ich bin sehr zufrieden, bedanke mich bei der Turnierleitung für das schöne Turnier und bei meinem Pferd, das so toll für mich gekämpft hat“, sagte Benjamin Wulschner bei der Siegerehrung. Der 3. Platz ging an den Iren Eoin Ryan aus Krummesse (4/45,42). Holsteins ehemaliger Nationenpreisreiter Thomas Voß (Schülp), der den Großen Preis bereits 1995 gewann, wurde auf Wat nu Vierter.

Das Championat, ein Zwei-Sterne Springen, ließ Benjamin Wulschner zur Schonung seiner Pferde aus. Lange führte Michael Kölz (Leisning/Sachsen) die Konkurrenz mit dem Hengst FST Dipylon an, bis Heiko Schmidt mit Chap über den Kurs sauste, zweieinhalb Sekunden schneller war und das Springen gewann. Der 3. Platz ging nach Magdeburg an Christof Kauert auf Orplid. „Ich bin zum ersten Mal hier in Mühlengeez und muss sagen, dass ich bisher etwas verpasst habe. Es gefällt mir hier sehr gut und das nächste Mal bin ich ganz bestimmt wieder dabei“, sagte Sachsens erfolgreichster Reiter Michael Kölz.

Im Finale der mittleren Tour (Punktespringen Klasse S) sah es nach einem Erfolg von zwei Damen aus. Ellen Kölz, Ehefrau von Michael Kölz, führte die Konkurrenz vor Inga Czwalina (Fehmarn) an. Benjamin Wulschner wollte das nicht stehen lassen und pilotierte die Stute La Darca mit großen Galoppsprüngen über die zehn Hindernisse. Als einziger unterbot er die 50-Sekunden-Marke und siegte mit voller Punktzahl 65 in 49,41 Sekunden vor Ellen Kölz auf Landfee Z und Inga Czwalina auf Cuba Libre.

Benjamin Wulschner, erfolgreichster Reiter des Turniers, hat alle drei Springen der mittleren Tour gewonnen. Im S-Zeitspringen siegte er auf der neunjährigen Stute Arunna vor Inga Czwalina auf Va Bene. Im Zwei-Sterne M-Springen holte er sich die Siegerschleife beim ersten gemeinsamen Auftritt mit La Darca. Im Finale der Youngster-Tour musste Wulschner, der auf Lorent P.M.S. Dritter wurde, Heiko Schmidt auf Chaleen und Paul Wiktor (Karow) auf Ceedah den Vortritt lassen.

Zu den Erfolgen der Reiter aus dem Güstrower und Bützower Raum trugen weitere Reiter bei. So konnten sich Astrid Wulschner und Hartmut Roß (beide Passin), sowie Rene Rückert (Güstrow) in den Prüfungen für junge Pferde auf vorderen Rängen platzieren. Christoph Amelong-Heiden (Alt-Sammit) und Maik Osterloh (Güstrow) ritten in einem L-Springen ins Preisgeld. Hannah Burchard und Ramona Schilloks (beide Güstrow), sowie Anna-Chantal Burmeister aus Schwaan gelang das im Zwei-Phasen-Springen Klasse M*.

Die drei bedeutendsten Dressurprüfungen wurden alle von der zweifachen Landesmeisterin Christina Thieme (Redefin) gewonnen. Auf dem elfjährigen Dozent gewann sie die S-Dressur S4 mit 74,000 Prozent, den Prix Sankt Georg mit 71,447 Prozent und die Intermediaire I-Kür, die traditionell auf dem Springplatz ausgetragen wurde, mit 75,792 Prozent. Ronald Lüders (RV Güstrow) ritt die Stute Smilla Kunterbunt und kam in allen drei Prüfungen mit 71,250, 71,184 und 75,125 Prozent jeweils auf den 2. Platz. Auch auf den dritten Plätzen mit Libuse Mencke (Ganschow), die den neunjährigen Syrio ritt, dieselbe Reiterin, die auf 69,292, 69,123 und 72,833 Prozent kam.

Zu einem Sieg in einer L-Dressur kam Susan Voß (Laage) mit San Amour. Kim Hoppe (Güstrow) wurde in dieser Prüfung auf dem Friesen Alrik fan’s Boppelannen Vierte. Das Team 2, bestehend aus Libuse Mencke, Susan Voß und Anna-Chantal Burmeister, verstärkt durch Lilli Plath (Poel), hat den Hippologica-Cup gewonnen, in dem zwei Dressur- und zwei Springreiter gemeinsam gewertet werden. Sie sind nun am Finale anlässlich der Hippologica in Berlin im Dezember startberechtigt.

Neben dem Reitspektakel konnten Groß und Klein auch dem 3. Hunde-Agility-Turnier, durchgeführt vom Verein Mecklenburgs Agility Jumper e. V., folgen. 110 Teilnehmerpärchen gingen an den Start und wurden vom Publikum angefeuert. „Pferd und Hund, das passt einfach zusammen. Diesen Programmpunkt werden wir auch im nächsten Jahr wieder zeigen,“ verkündet MAZ-Geschäftsführerin Christin Weinhold. Geradezu atemberaubend waren die Auftritte der Show „Trickreiten Samba“ aus der Comanchen Pferde-Show um Karina Vandersee-Müller aus Neu Poserin.



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