Speedway : Vorfreude auf spannenden Grand Prix

Martin Smolinski (84) im Kampf mit Jason Doyle (69). Beide wollen wie im Vorjahr abschneiden. Doyle gewann, Smolinski kämpfte sich unter die ersten Acht.
Martin Smolinski (84) im Kampf mit Jason Doyle (69). Beide wollen wie im Vorjahr abschneiden. Doyle gewann, Smolinski kämpfte sich unter die ersten Acht.

Speedway: Die ersten Fünf trennen nur zehn Punkte / Bergringstadt Teterow zum zweiten Mal Austragungsort eines WM-Laufes / Zwei Deutsche im Starterfeld

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09. September 2017, 05:00 Uhr

In der Bergringstadt Teterow herrscht Vorfreude auf einen spannenden Deutschland-Speedway-Grand-Prix. Heute um 19 Uhr wird er zum zweiten Mal nach 2016 in der Bergring-Arena im Kellerholz gestartet.


Sieger des Vorjahres kommt als GP-Führender


Die Spannung ist groß, denn die ersten Fünf trennen nur zehn Punkte. Vorn liegt mit 97 Punkten der Australier Jason Doyle. Doyle ist der Vorjahressieger. Von der Papierform gehört er wieder zu den Favoriten, weil er bei der Ausgeglichenheit des Feldes hervorstach. Sieben Platzierungen unter den ersten Vier, darunter ein Sieg in Prag und drei Podestplätze, schaffte kein anderer.

Ihm auf den Fersen ist Maciej Janowski (94). Er ist bisher der einzige Fahrer, der zwei GP gewann, in Horsens und Cardiff. Dagegen verpatze er seinen Heim-GP in Gorzow mit Platz 11. Eines der Beispiele für die Ausgeglichenheit im GP. Torsten Jürn, Güstrows 1. Klubvorsitzender, der in Teterow Rennleiter ist, sagt dazu: „Wer heute gewinnt, kann morgen schon Vorletzter sein.“

Auf der Lauer liegen Janowskis Landsmann Patryk Dudek, der keinen Sieg erfahren hat, aber viermal auf dem Podest stand und damit zurecht mit 93 Punkten auf Rang 3 liegt. Gefolgt von Tai Woffinden. Der Brite wittert nach seinem ersten GP-Erfolg in Gorzow Morgenluft. Mit 89 Punkten darf das der zweifache Weltmeister. Gegenüber dem Internetportal Speedweek äußerte der 27-Jährige, dass er jetzt erst richtig warm werde. „Ich will ab Teterow wie eine Dampflok durchmarschieren“, sagte er.

Stark ist der Schwede Fredrik Lindgren. Der Sieger von Warschau und Punktesammler in Krsko (Slowenien) und Malilla (Schweden) liegt mit 87 Punkten auf Rang 5.

Interessant ist vier Rennen vor Schluss ein Blick auf die ersten Acht. Die qualifizieren sich sicher für den nächsten GP. Den rettenden 8. Platz belegt vor Teterow der Slowake Martin Vaculik, der mit dem 1. Rang beim GP-Auftakt in Krsko wie die Feuerwehr startete. Nach Prag ging ihm aber die Puste aus.

Hinter ihm gibt es wie an der Spitze ein Gerangel und geringe Punktabstände. Antonio Lindbäck (S/60), Piotr Pawlicki (PL/59) und Matej Zagar (SLO/58) sind noch in Schlagdistanz. Besonders Lindbäck könnte aufholen, denn der Schwede liebt die Teterower Bahn. „Er findet an jeder Stelle seine Linie“, weiß Teterows GP-Organisationschef Adolf Schlaak.


Gerangel um die ersten acht Plätze


Gar nicht in Tritt kommt Chris Holder (52). Der Australier schaffte es bis Teterow nicht einmal unter die besten Vier. Mit der Reputation eines WM-Titels dürfte er jedoch gute Karten haben, um 2018 eine der vier Wildcards zu bekommen. Zwei weitere dürften an Nicki Pedersen – er schied nach dem dritten Grand Prix in Daugavpils (Lettland) aus – und Greg Hancock gehen. Der Däne ist nach Hancock (seit 1995) der dienstälteste Grand-Prix-Starter. Seit 2000 ist er dabei, insgesamt 17-mal.

Vier Rennen vor dem Showdown Ende Oktober in Melbourne ist zwar überhaupt noch nicht abzusehen, wer Weltmeister wird. Aber klar ist, dass es einen neuen Titelträger geben wird. Denn Titelverteidiger Greg Hancock startet wegen einer Schulterverletzung nicht mehr im GP. Hancocks Pech war Martin Smolinskis „Glück“. Er durfte als zweiter Reservefahrer ins Feld rücken. Aber der Altmeister wird aller Wahrscheinlichkeit den Stahlschuh noch nicht an den berühmten Nagel hängen, denn via Twitter ließ er seine Fans wissen: „I’ll be back…!“

Wenn sich viele auch noch um einen Start beim GP 2018 rangeln: Drei Drifter können die Saison in aller Ruhe beenden, weil sie als die ersten Drei des GP-Challenge wissen, dass sie einen Platz in der WM sicher haben. Und es sind neue Gesichter, die in der Speedwayszene zwar bekannt, aber eben noch nie bei einer WM gestartet sind. Groß war die Freude in Togliatti bei Przemyslaw Pawlicki (PL), Artem Laguta (RUS) und Patryk Dudek (PL). Da Dudek aber als derzeitiger Dritter alle Chancen auf einen Platz unter den acht Fix-Plätzen hat, wird der Brite Craig Cook als Challenge-Vierter in den GP rücken. Damit hätten Woffinden und Emil Sajfutdinow von Landsleuten Rückenstärkung.

Im Challenge suchten auch die Deutschen Martin Smolinski und Kai Huckenbeck die Chance für eine GP-Teilnahme, die Smolinski 2014 als erster Deutscher schaffte. Aber sechs Punkte von Huckenbeck reichten nur zu Platz 9 und fünf Punkte von Smolinski nur zu Rang 14. Aber der Olchinger ist im Aufwind. Besonders in Gorzow zeigte er sich verbessert. Das liegt auch daran, dass er mit Hilfe von Nicki Pedersen sein Maschinenmaterial verändert und umgebaut hat. So besser ausgestattet schlug er in Gorzow Lindbäck, Janowski, den Lokalmatadoren Zmarzlik und Holder. In Teterow will er unbedingt wieder wie im Vorjahr unter die ersten Acht kommen. Damals musste er sich im Halbfinale als Wildcard-Fahrer Hancock und Zmarzlik beugen. Besonders übte er in dieser Woche im heimischen Stadion noch Starts. „Da muss ich mich verbessern“, sieht er eine weitere Reserve. Ob er bis Melbourne im Feld bleibt, hängt von Pedersen ab. Smolinski: „Ich weiß, dass Nicki am 17. September eine Untersuchung hat und danach entscheiden wird, ob er wieder loslegt. Sollte das so sein, bin ich raus.“


Adolf Schlaak freut sich auf die Deutschen


Die deutsche Wildcard vergab die FIM – das war auch der Vorschlag der Teterower Organisatoren – an Kai Huckenbeck. Der Werlter überzeugte in dieser Saison beim EM-Lauf in Güstrow und bei den World Games in Breslau. Adolf Schlaak freut sich, dass beim zweiten GP in Teterow zwei Deutsche starten. Er traut Smolinski wieder ein gutes Ergebnis zu, wenn er ins Rennen kommt. Huckenbeck ist für ihn gegenwärtig der beste Deutsche. „Deshalb haben wir ihn ja auch nominiert“, erklärt Schlaak. Er ist sich aber nicht sicher, ob er nicht ein bisschen zu jung ist, um dem Druck der Weltelite stand zu halten. Huckenbeck versichert, dass er das Beste geben wird, um in Teterow vorn zu landen.

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