Leichtathletik : Vierter Prüfer-Sieg in Folge

Reichen sich die Hände: Clemens (r.) und Henning Prüfer dominierten die Deutsche Meisterschaft der U23.
Reichen sich die Hände: Clemens (r.) und Henning Prüfer dominierten die Deutsche Meisterschaft der U23.

Leichtathletik, U23-DM: Henning löst Bruder Clemens als Diskus-Meister ab

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02. Juli 2018, 05:00 Uhr

Mit Bravour hat Henning Prüfer sein letztes Meisterstück in den Nachwuchsklassen gemeistert. Der in Güstrow aufgewachsene Diskuswerfer, seit sechs Jahren von Bundesnachwuchscoach Jörg Schulte in Potsdam trainiert, ist bei den Deutschen Titelkämpfen der U23 seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat seinen insgesamt achten Deutschen Meistertitel gewonnen. 61,26 Meter lautet seine Siegerweite in Heilbronn – so weit hat in diesem Jahr noch kein anderer U23er aus Deutschland den Männerdiskus geworfen. Damit entthronte der 22-Jährige seinen jüngeren Bruder Clemens und rückte familienintern die alte Rangfolge wieder zurecht. Zum vierten Mal in Folge steht bei der U23 der Name „Prüfer“ auf der Urkunde für den Deutschen Meister. Nach der umgekehrten Reihenfolge voriges Jahr und dem Triumph im Kugelstoßen 2013 (U18) ist es zugleich der dritte Doppelsieg der Prüfer-Brüder bei einer Deutschen Meisterschaft.

Bis dahin war es jedoch ein kleines Nervenspiel, denn nach zwei Fehlversuchen stellte der neue Meister erst auf den letzten Drücker seine weitere Teilnahme am Wettbewerb sicher. Sichtbar bemühte er sich im dritten Versuch um Körperbeherrschung, um nicht wieder aus dem Ring hinauszugleiten. Beim vierten Versuch klappte dann alles fast perfekt. Die beiden sich anschließenden Risiko-Würfe konnten in dem sehr schnellen Ring (siehe Am Rande) zu nichts führen.

Für Titelverteidiger Clemens Prüfer konnte es so „nur“ um die Sicherung der Silbermedaille gehen. Dafür hätte jeder seiner drei gültigen Versuche zuvor am Ende auch schon genügt, doch noch war ja eine Marke in diesem Jahr zu knacken. Die 60 Meter fielen für den 20-Jährigen dann endlich in Versuch Nummer sechs, mit 40 Zentimetern oben drauf. Bronze gewann Maximilian Klaus (LAC Erdgas Chemnitz) mit 58,45m.

Für Trainer Schulte ein „so erhofftes und erwartetes Resultat“. Allerdings hätte sich der Coach gewünscht, dass insbesondere Henning den günstigen Wind hätte besser nutzen können. „Die zwei Fehlversuche gleich zu Beginn haben ihn aber etwas aus dem Takt gebracht.“ Mit seinem am Ende ungefährdeten dritten U23-Gold verabschiedet sich Henning Prüfer endgültig aus dem Nachwuchssport.

Nächster Wettkampf-Höhepunkt sind die Deutschen Meisterschaften der Aktivenklasse in Nürnberg (21./22. Juli). Für Clemens, voriges Jahr wegen der U23-EM (Platz 3) verhindert, wird es die erste Bewährungsprobe mit den Hartings, Jasinski und Co. Henning will sich nach den bisherigen Plätzen 8, 7 und 9 verbessern, und möglichst auch in der Bestweite (63,50m) noch etwas drauflegen. „Für die Berlin-EM wird das keine Rolle mehr spielen, da lassen wir dieses Jahr noch den ,Alten’ den Vortritt. Aber wir wollen zeigen, dass sie im nächsten Jahr mit uns rechnen müssen“, umreißt Henning schon mal vorsichtig die Zielstellung der Prüfer-Brüder.


Am Rande

Ein kleines Kuriosum produzierten die Prüfer-Brüder bei ihrem DM-Wettkampf. „Wir Diskuswerfer durften nicht vorher im Stadion trainieren. Und weil der Ring der Nebenanlage extrem stumpf war, sind wir davon ausgegangen, dass es im Stadion auch so ist. Da lagen wir völlig daneben“, berichtet der Jüngere, Clemens Prüfer. Spiegelglatt, die Diskuswerfer sagen „schnell“, präsentierten sich die 2,50 Meter Durchmesser des Wurfkreises. So versuchten die Güstrower es mit einem Trick: Auf den linken Fuß zogen sie einen Wurfschuh mit spezieller Regensohle, um mehr Standfestigkeit zu gewinnen. Es begann ein Wechselspiel: Mal ein Versuch mit zwei verschiedenen Schuhen, mal mit den normalen Wurfschuhen, dann wieder Wechsel... Am Ende blieb Clemens bei der Mischung, während Henning nach seinem Siegerwurf das normale Schuhwerk bevorzugte.
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