Laufsport : „Team Grobbi“ gemeinsam stark

Petra und Stefan Grobbecker.
Petra und Stefan Grobbecker.

Persönlicher Erlebnisbericht von Petra Grobbecker zum Lauf um die Müritz / Einblicke in die Läuferseele während des Wettkampfes

von
26. August 2015, 10:12 Uhr

Mein Ehemann Stefan und ich (Petra – Anm. d. Red.) starteten beim Lauf um die Müritz. Wir wollten diesen Lauf als Zweierstaffel absolvieren: einer läuft und der andere legt den Streckenabschnitt mit dem Fahrrad zurück. Stefan startete mit 72 anderen Staffelläufern im Hafen von Waren voller Energie und Vorfreude auf den Lauf, er hatte im letzten Jahr diese Strecke bereits alleine absolviert. Ich legte den ersten Teil der Strecke per Fahrrad zurück und startete voller Respekt und Aufregung, denn aufgrund einer kurzzeitigen Verletzung war mein Vorbereitungstraining nicht so optimal gelaufen wie geplant. Unser Ziel war es, ins Ziel zu kommen, Spaß zu haben und uns damit auf weitere Laufhöhepunkte in diesem Jahr vorzubereiten. In den ersten 30 km ging es durch die Wälder des Müritz-Nationalparks. Die Natur war fantastisch, die Luft war klar und das Laufen ging fast von alleine. Danach war die Landschaft weiterhin traumhaft und es ging durch viele kleine zauberhafte Orte entlang der Müritz, aber die Sonne stieg immer höher und die Temperaturen überschritten gerade auf den Strecken vor und hinter Röbel die 30-Grad-Grenze. Außerdem waren unsere Beine durch den ständigen Wechsel vom Laufen auf’s Fahrrad und umgekehrt ganz schön schwer. In Röbel hatten wir den größten Teil der Stecke hinter uns und wir wussten, dass wir auch den restlichen Teil der Strecke (28 km) schaffen werden. Wir hatten in der Zwischenzeit schon einige Ultraläufer überholt, die eine Stunde früher in Waren gestartet waren. Mit einer beeindruckenden Ruhe und Gelassenheit arbeiteten sie ihr Pensum ab. Ich glaube auch, dass diese Läufer, die aus ganz Deutschland angereist waren, trotz der lange Strecke in der Lage waren, die Natur mehr zu genießen und sich dabei mental erholten. Auf jeden Fall machten viele einen ganz entspannten Eindruck auf uns und hatten ein Strahlen im Gesicht. Von Röbel aus nach Zierzow quälte ich mich, oftmals in der prallen Sonne, entlang einzigartiger Krüppelkiefer-Alleen und Maisfelder zum nächsten Wechselpunkt. Dann startete Stefan das letzte Mal voller Motivation in den vorletzten Streckenabschnitt bis Klink. Jetzt machte ein leichter frischer Wind das Laufen etwas angenehmer. Da ich nach dem Wechsel gleich mit dem Fahrrad zum letzten Wechselpunkt vorgefahren war, hatte ich die Möglichkeit, mich etwas auszuruhen, meine Beine zu dehnen und mich am Versorgungspunkt mit Obst, Schokolade, Traubenzucker und Getränken zu stärken. Und dann ging es los, der letzte Streckenabschnitt (8,1 km) musste noch bewältigt werden. Stefan motivierte mich vom Fahrrad aus und versuchte mich von meinen eigenen Wehwehchen abzulenken, die sich sofort nach den ersten 500 Metern einstellten. Mit dem nahen Ziel vor Augen, hielt ich durch. Kurz vor dem Ziel fuhr Stefan mit dem Fahrrad vor, um mir dann als Läufer noch 300 Meter entgegen zu kommen, damit wir, die Zweierstaffel „Team Grobbi“, gemeinsam das Ziel durchlaufen konnten.


Fahrradfahren diente als „Erholung“


Nach 7:12 Stunden war es geschafft und wir hielten uns glücklich in den Armen und waren stolz auf das Erreichte. Stefan ist 40,2 km gelaufen und 34,8 km mit dem Fahrrad gefahren und ich bin 34,8 km gelaufen und 40,2 km mit dem Fahrrad gefahren. Obwohl die gefahrene Fahrradstrecke auch nicht zu verachten war, kamen diese uns immer wie Wellness vor.

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