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Schießsport : Sportliches Lebensziel erfüllt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ralf-Peter Laube von der Privilegierten Schützengesellschaft zu Güstrow (PSG) wurde 2015 Deutscher Meister

20 Jahre musste Sportschütze Ralf-Peter Laube warten, ehe er sich sein sportliches Lebensziel, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, erfüllte. Wie es dazu kam, erzählt der Güstrower selbst:

Ziele habe ich schon zu DDR-Zeiten gut getroffen. So manche Schießbuden-Plasteblume musste dran glauben und es gab da auch, in den 1970er Jahren, bei der Armee, eine Schützenschnur. Aber sportliches Großkaliber-Schießen gab es damals nicht. Dann kam die Wende. Es gründeten sich überall Schützenvereine, neue sportliche Möglichkeiten entstanden. Ein paar Jahre vergingen und Mitte der 1990er Jahre wurde ich dann, für ganz kurze Zeit, Mitglied in einem Schützenverein, der mir nicht sportlich genug ausgerichtet war und landete dann bei der Privilegierten Schützengesellschaft zu Güstrow (PSG). Hier gab es sofort fachliche Unterstützung, man half mit Rat und Tat und das Leistungsniveau stieg immer mehr an. So kam 2002 die erste Teilnahme an der Kreis- und Landesmeisterschaft (des DSB) und es gab die ersten Medaillen und Urkunden.

Im Jahr 2003 gründeten wir mit sechs Mann – mittlerweile sind alle PSG-Schützen dort – die Mitgliedergruppe des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS). Bis dahin schossen wir in Güstrow nur die tradierten Disziplinen des Deutschen Schützenbundes, nun kamen ganz neue sportliche Herausforderungen und wir trainierten oft, fuhren dann mit 4 Mann (Frank Thiel, Torsten Brinckmann, Karl Schwahn und Ralf-Peter Laube) zu unserer ersten Deutschen Meisterschaft des BDS und kamen mit Plätzen zwischen dem 10. und dem 30. nach Hause. Aber der Stolz war da: Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft – das kann nicht jeder Sportler von sich sagen.

Die Güstrower Schützen wurden dann sehr schnell besser, vor allem Thiel und Brinckmann kamen bald regelmäßig mit Goldmedaillen von der DM, auch die Anzahl der qualifizierten PSG-Starter, die jährlich nach Philippsburg fuhren, wurde jährlich mehr. Dann, 2004 – knapp daneben ist auch vorbei – ein 4. Platz mit der Pistole in .45 ACP. Dabei blieb es einige Jahre, immer fehlten ein oder zwei Ringe zu Bronze. Gold war ein Fernziel. Endlich: 2007, die erste Bronzemedaille, dieses Mal mit dem Dienstrevolver. 2012: Die erste DM-Silbermedaille, Disziplin Fallscheibe Pistole Großkaliber – es fehlten ein paar Zehntelsekunden zu Gold. Fortan gewann ich jedes Jahr ein oder zwei Medaillen (Bronze und/oder Silber), aber wo bleibt Gold, der Deutsche Meister-Titel. Es war in diesen Jahren vor allem Anja Dobbert, der größte Medaillenhamster den unser Verein hat (mittlerweile um die 50 Goldmedaillen auf der DM ), die mir mehrmals sagte: Du schaffst das!


Revolverdisziplin macht den Traum wahr


So kam dann, nach einem schweren gesundheitlichen Schlag, die Deutsche Meisterschaft 2015, mein 20. Jahr als Sportschütze. Es wurde die Revolverdisziplin .357 Magnum aufgerufen. Die ersten zehn Schuss waren sicher gut, aber nicht hervorragend. Das änderte sich dann bei den zweiten zehn Schuss. Damit war der Präzisionsteil eine gute Ausgangsbasis für die danach kommenden 20 Schuss der Zeitserie. Sie lief prima: insgesamt 350 Ringe. Danach kamen noch zig Schützen. Am folgenden Montag dann die Zahlen im Internet: Hurra, es hat gereicht, das sportliche Lebensziel ist erfüllt.

Begonnen in der Schützenklasse, dann Altersklasse, nun seit fünf Jahren in der Seniorenklasse, brachte die Deutsche Meisterschaft 2015 diese Gold- und 6 Silbermedaillen, die Freude ist noch immer riesig. Im Team der PSG-Leistungsträger, das in der BDS-Statistik auf Platz 1 steht, was die sportlichen Erfolge angeht, konnte ich mich bei den Goldmädels und -jungs einreihen und so hängt nun auch eine Goldmedaille an meiner Wand.

In der für mich schönsten und interessantesten Sportart der Welt bin ich, nach tausenden Trainingsstunden und 13 Fahrten zur Deutschen Meisterschaft am Ziel angekommen. Als zweimaliger Schützenkönig (2003 und 2012) und Mitglied des Vorstandes der PSG und des BDS sage ich an dieser Stelle: Danke, dass ich das, mit und durch euch, erleben durfte. Aber: Nach der DM ist vor der DM. Mal sehen, was 2016 möglich ist. Und welch schönes Gefühl, dass so viele Leistungsträger dazugekommen sind, sodass die sportlichen Erfolge der PSG, auch wenn ich in fünf oder zehn Jahren vielleicht den letzten Schuss abgebe, ganz sicher weitergehen.

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