Fußball-Landesklasse : Sorgenfalten beim Bölkower SV

Steht mit dem Bölkower SV vor einer schwierigen Rückrunde: Gagik Khatschatrian trifft mit dem BSV am Sonnabend in Krakow am See auf den TSV Bützow II.
Steht mit dem Bölkower SV vor einer schwierigen Rückrunde: Gagik Khatschatrian trifft mit dem BSV am Sonnabend in Krakow am See auf den TSV Bützow II.

Fußball: Vor allem personell kriecht die Landesklasse vor der zweiten Saisonhälfte auf dem Zahnfleisch

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14. Februar 2020, 05:00 Uhr

Eine Woche früher als ursprünglich geplant startet der Bölkower SV am Sonnabend um 14 Uhr in die zweite Saisonhälfte. Grund ist das Nachholspiel gegen den TSV Bützow II, das Ende vergangenen Jahres nicht stattfinden konnte. Einer, der nicht dabei sein wird, ist BSV-Trainer Danielo Samen, denn an Fußball kann der 55-Jährige derzeit nicht denken. Am 30. Dezember 2019 starb seine Frau Marion an Brustkrebs, seitdem nimmt er sich eine fußballerische Auszeit. Die Geschicke an der Seitenlinie führen Stefan Schult und Ricardo Pittack-Ott aus seinem Trainer-Team weiter.

Trotzdem wirft Danielo Samen noch einen kurzen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf zurück. Mit vier Siegen zu Saisonbeginn waren die Bölkower die Senkrechtstarter der Liga. Das 1:0 in Sievershagen, 4:0 gegen Warin, 5:2 beim PSV Rostock und 6:1 gegen den FC Förderkader René Schneider II löste dementsprechend eine Euphorie beim BSV aus, die erst beim 1:3 in Goldberg kurzzeitig gebremst wurde. „Mit dem Anfang der Saison bin ich sehr zufrieden gewesen. Zu der Zeit fand auch noch ein regelmäßiger Trainingsbetrieb statt, das hat sich dann auch in den Ergebnissen widergespiegelt“, erinnert sich Danielo Samen.

Doch aus unerklärlichen Gründen, so Samen, wurde die Teilnahme an den Übungseinheiten immer schlechter, manchmal musste das Training aufgrund zu schlechter Beteiligung ausfallen. „Ich habe es immer wieder gesagt: wenn man nicht trainiert, kann man auch nicht gewinnen. Aber das muss jeder Spieler für sich entscheiden“, kann Danielo Samen den mangelnden Trainingsfleiß nicht nachvollziehen. Die Leistungen und Ergebnisse der Bölkower wurden dementsprechend immer schwankender, dabei hätte doch vor allem der 2:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen den späteren Herbstmeister, SFV Nossentiner Hütte, Auftrieb geben sollen. Doch seitdem ging es für den BSV nur noch bergab. Statt in der Spitzengruppe mitzumischen, finden sich die Bölkower aktuell nur noch auf Platz acht wieder. Da kann auch der 3:0-Erfolg im Derby gegen den Güstrower SC II nur wenig trösten.


Rückzug stand zur Debatte

Und dann ist in der Winterpause auch noch Abwehrchef Michael Hintze zum Lokalrivalen in die Barlachstadt gewechselt. „Das ist natürlich ein ganz großer Aderlass. Es wird sehr schwer, ihn zu ersetzen“, sagt Danielo Samen. Jeder Abgang schmerzt, doch dieser ganz besonders. Die zweite Saisonhälfte wird für den Bölkower SV eine enorme Herausforderung – vor allem personell. „Unser Kader ist enorm dünn“, erklärt Stefan Schult. Und die Trainingsbeteiligung weiterhin mau. „Ich weiß nicht, wie gut wir vorbereitet sind“, gesteht Stefan Schult. In der Winterpause stand sogar ein Rückzug zur Debatte. „Der Kern der Mannschaft hat sich aber noch einmal zusammengerauft“, erklärt Schult. Der BSV wäre nicht der erste Verein gewesen, der sich vorzeitig aus der Landesklasse abgemeldet hat. Mit dem FC Förderkader René Schneider II sah bereits eine Mannschaft keinen anderen Ausweg mehr, um die Saison sportlich zu beenden.

Nun also trifft der Bölkower SV auf den TSV Bützow II. Rein tabellarisch sind die Gastgeber gegen die Warnowstädter Favorit, doch das wird sich auf dem Platz zeigen. Zumindest lief die Vorbereitung bei den Bützowern anscheinend besser als beim BSV. „Sicherlich hätte ich gerne fünf Wochen vor dem ersten Spiel angefangen, aber ich bin mit der Vorbereitung zufrieden“, sagt TSV-Trainer Maik Wegner, der seine Mannschaft in Krakow am See, wo das Duell gegen den Bölkower SV stattfindet, nicht persönlich von der Seitenlinie unterstützen kann. Er weilt im Urlaub. Im einzigen Testspiel der Verbandsliga-Reserve setzte es zwar eine 5:6-Niederlage beim FSV Kühlungsborn II (1. in der Kreisoberliga), dennoch brachte diese Partie auch positive Erkenntnisse. „Offensiv war das gut, auch die Spielgestaltung“, erklärt Wegner. Wo sich die Bützower nach wie vor steigern müssen, ist in der Defensive. Die Balance zwischen Abwehr und Angriff passt noch nicht. Das wollen sie nun also gegen den Bölkower SV auf jeden Fall besser machen.

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