Fußball-Verbandsliga : Schweres Erbe für Holger Scherz

Neuzugang auf der Trainerbank: Holger Scherz (l.), hier noch in Diensten des FSV Bentwisch, ist ab dem 1. Juli neuer Coach des Güstrower SC.
Neuzugang auf der Trainerbank: Holger Scherz (l.), hier noch in Diensten des FSV Bentwisch, ist ab dem 1. Juli neuer Coach des Güstrower SC.

Der 48-jährige Kühlungsborner übernimmt ab dem 1. Juli das Trainer-Amt beim Fußball-Verbandsligisten Güstrower SC

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14. Juni 2018, 05:00 Uhr

Die Katze ist aus dem Sack: Holger Scherz ist neuer Trainer von Fußball-Verbandsligist Güstrower SC. Er nimmt offiziell am 1. Juli seine Arbeit auf. Dass er dann auch ein schweres Erbe antritt, ist dem Kühlungsborner durchaus bewusst: „Sven Lange hat hier eine sensationelle Arbeit geleistet. Die zu verbessern, ist fast unmöglich“, sagt Holger Scherz. Deshalb solle man keine Wunderdinge erwarten, zumal der neue GSC-Trainer in Zukunft auch verstärkt den eigenen Nachwuchs in die Verbandsliga-Truppe integrieren will. „Wir wollen die richtige Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern finden. Das wir uns auch mal den einen oder anderen Punkt kosten“, blickt Holger Scherz voraus.

Dabei hätte es der 48-Jährige deutlich ruhiger haben können, war er doch zuletzt fast vier Jahre raus aus dem täglichen Fußballgeschäft. Dass er nun wieder auf die Trainerbank zurückkehrt, liegt auch an der Hartnäckigkeit von GSC-Kapitän Björn Plate, der Holger Scherz von einem Engagement überzeugen konnte. „Eigentlich hatte ich nicht vor, wieder auf der Trainerbank zu erscheinen. Ich habe in der Pause einfach gemerkt, dass es auch ohne Fußball geht und man die Zeit auch anders nutzen kann. Das hat mir gut gefallen“, erklärt Holger Scherz. Deshalb lehnte er in der langen Pause auch alle Anfragen anderer Vereine dankend ab – bis der GSC und Ex-Schützling Björn Plate auf ihn zukamen. „Anfangs gab es ein paar lockere Gespräche, aber auch dann kam für mich eine Tätigkeit noch nicht in Frage. Es muss der Wille und die Motivation da sein. Björn hat das dann irgendwie wieder aus mir herausgekitzelt. Ich weiß auch nicht, woran das lag. So wurden die Gespräche konkreter und ich habe dann auch gemerkt, dass wir alle auf einer Wellenlänge sind“, erklärt Holger Scherz den Werdegang der letzten Tage und Wochen.


Zusammenarbeit ohne feste Vertragslaufzeit

Nun sei das Feuer ihn ihm auf jeden Fall wieder entfacht. „Jetzt heißt es, die Ärmel hochzukrempeln und durchzustarten“, sagt Scherz. Erst einmal muss er damit arbeiten, was da ist, denn was den Kader betrifft, sind ihm ein wenig die Hände gebunden, „weil die Planung eigentlich schon im März losgeht. Jetzt sind im Prinzip alle Messen gesungen. Wir halten aber trotzdem die Augen offen. Auf der Torwart-Position müssen wir noch was machen, da sind wir zu knapp besetzt“, sagt Holger Scherz, vertraut aber auch dem aktuell rund 20-köpfigen Aufgebot.

Sowohl der Verein als auch er lassen nun erst einmal auf sich zukommen, schauen, wie die Zusammenarbeit passt, deshalb hat man sich auch nicht auf eine feste Vertragslaufzeit geeinigt. Holger Scherz kann aber auf eine intakte Truppe bauen, weshalb er auch noch einmal ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers Sven Lange lobt. Zum ersten Mal auf den Trainingsplatz rufen Scherz und Co-Trainer Andreas Plaschek die GSC-Mannen am 18. Juli. „Die Vorbereitungszeit ist zwar kurz, aber knackig. Die Jungs brauchen einfach die Pause, um runterzufahren“, sagt Scherz. Gegen wen dann getestet wird, steht noch nicht fest, der GSC ist noch auf der Suche nach Gegnern.

Fest steht dagegen, dass sich die Güstrower mit Holger Scherz einen Trainer geangelt haben, der in Mecklenburg-Vorpommern einen guten Ruf genießt und zuvor Mannschaften wie den FSV Kühlungsborn, FSV Bentwisch und den SV Hafen Rostock trainierte und schon da richtig gute Arbeit leistete. Mit dem FSV Bentwisch wurde er beispielsweise im Aufstiegsjahr auf Anhieb Tabellenzweiter (2014). Sollte er diesen Erfolg mit den Güstrowern wiederholen können, würde er wohl alle Erwartungen übertreffen.

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