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Speedway in Güstrow : Schwede feiert Doppelerfolg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Peter Ljung aus Schweden gewinnt vor 5000 Zuschauern in Güstrow zum 3. Mal den Pfingstpokal und auch noch den Fritz-Suhrbier-Pokal

Mit einem Kanonenschlag begann die eindrucksvolle Präsentation des Fahrerfeldes für den diesjährigen Pfingstpokal und machte den 5000 Zuschauern sofort wieder klar, dass dieses Ereignis ein besonderes im deutschen Speedwaykalender ist. Nur allzu gern nahmen die Aktiven die euphorische Stimmung auf den Rängen auf und nutzten diese für die eigene Motivation.

Einem Fahrer gelang dies besonders gut. Bereits zwei Stunden vorher umrundete der Schwede Peter Ljung das Oval zu Fuß und sprach dabei über sein Vorhaben, den Pfingstpokal zum dritten Mal gewinnen zu wollen, denn bisher ist dies nur seinem Landsmann Niklas Klingberg gelungen. „Ich liebe dieses Oval, hier macht es mir besonders viel Spaß zu fahren, und die Einstellung ist für den Erfolg immer entscheidend“, bekannte der sympathische Schwede und nach der Siegerehrung hatte er auch noch einen Dank für den Veranstalter parat: „Wie ihr hier das Pfingstrennen feiert, ist einfach toll, ich komme gern wieder.“

Tatsächlich gelang ihm gleich in seinem Auftaktheat ein Sieg und auch danach gab er nur jeweils einen Punkt an Bjarne Pedersen (DK) und Timo Lahti (FIN) ab. Wichtig war für die Endabrechnung, dass es ihm im 11. Lauf gelang, sich noch in der Zielkurve um eine Platzierung zu verbessern. So konnte er bereits im 17. Lauf den Pokalsieg perfekt machen, denn da sich die anderen Teilnehmer gegenseitig die Punkte wegnahmen, konnte ihn danach keiner mehr erreichen.


Geburtstagskind wird Zweiter


Eine tolle Tagesform erwischte auch der Franzose Davis Bellego, der an seinem Geburtstag, für den ihm Tobias Busch und Christian Hefenbrock sowie das ganze Stadion singend gratulierte, den zweiten Platz in der Wertung erreichte. In Güstrow errang er vorher mit dem dritten Platz in der Junioren-EM schon einen großen Erfolg und auch diesmal schien ihm die Bahn besonders zu liegen.

Den deutschen Aktiven gelangen immer wieder bemerkenswerte Einzelleistungen. So gewann Christian Hefenbrock souverän seinen ersten Lauf. Tobias Busch zeigte, wie er um die Bahn fliegen kann, auch Mathias Schultz und Tobias Kroner landeten jeweils einen Laufsieg. Kai Huckenbeck schaffte dies denkbar knapp in einem tollen Zielsprint. Der Titelverteidiger Michael Härtel kämpfte verbissen, konnte aber nicht an die Vorjahresleistung anknüpfen. Besser erging es da Kevin Wölbert. Er startete mäßig ins Rennen und wurde dann immer besser. Mit zwei Laufsiegen zum Ende konnte er sogar noch auf den dritten Podestplatz springen. „Wir haben zu Beginn ziemlich am Motor arbeiten müssen, aber dann lief es und wenn ich in Güstrow auf dem Podest stehe, ist am Ende alles in Ordnung“, sagte Wölbert, bevor er sich auf den Weg nach Abensberg zur WM-Qualifikation machte.

Im Rahmenprogramm der 250er Klasse gewann in einer gemeinsamen Wertung mit dem Rennen um den Auerhahnpokal in Teterow der Däne Mads Hansen vor seinem Landsmann Kenneth Jürgensen und dem Güstrower Lukas Baumann.

Den abschließenden Höhepunkt des Abends bildete der Sonderlauf um den Fritz-Suhrbier-Pokal, in dem die vier Besten antraten. Auch diese Trophäe wurde 2016 von Peter Ljung souverän gewonnen. Dass der Himmel bei der Siegerehrung seine Schleusen öffnete, störte niemanden mehr, denn vorher erlebten Sportler, Besucher und Organisatoren wieder einmal eine tolle Veranstaltung mit der typischen Stimmung, die es in Güstrow nur zu Pfingsten gibt. Da nimmt es nicht Wunder, dass der Sieger ankündigte: „Mein nächstes Ziel ist, den Pokal auch ein viertes Mal zu gewinnen.“

Ergebnis Pfingstpokal: 1. Peter Ljung (SWE) 13, 2. David Bellego (FRA) 12, 3. Kevin Wölbert (D) 11, 4. Joonas Kylmäkorpi (SWE) 10, 5. Timo Lahti (FIN) 9, 6. Kai Huckenbeck (D) 8, 7. Bjarne Pedersen (DK) 7, 8. Tobias Busch (D) 7, 9. Tobias Kroner (D) 7, 10. Rasmus Jensen (DK) 6, 11. Mathias Schultz (D) 6, 12. Robert Lambert (GB) 6, 13. Michael Härtel (D) 6, 14. Christian Hefenbrock (D) 4, 15. Adam Ellis (GB) 4, 16. Jurica Pavlic (CRO) 4.

Fritz-Suhrbier-Pokal: 1. Peter Ljung (SWE), 2. David Bellego (FRA), 3. Kevin Wölbert (D), 4. Joonas Kylmäkorpi (SWE)
250er-Klasse: 1. Mds Hansen (DK), ,2. Kenneth Jürgensen (DK), 3. Lukas Baumann (D), 4. Celina Liebmann (D), 5. Toni Hyyryläinen (FIN) , 6. Maximilian Firniß (D), 7. Lars Figved (NOR), 8. Ben Ernst (D)


Australier gewinnt Junior-Challenge


Nach 28 Läufen gelang dem Australier Brady Kurtz im entscheidenden Finale ein Start-Ziel-Sieg, mit dem er die 4. Güstrow-Junior-Challenge vor drei polnischen Junioren gewann.

Schon mit der Wahl der Startplätze zeigte sich, der Australier, dessen Last-Minute-Verpflichtung für das 20er Feld ein wahrer Glücksfall war, sehr zufrieden. Die drei polnischen Junioren, die alle durch die Ligaerfahrung im Nachbarland geprägt sind, wählten nacheinander die inneren Startplätze für das entscheidende Finale. Als Brady Kurtz dies bemerkte, huschte schon ein Lächeln über sein Gesicht, denn der Australier zeigte bereits in den Punktläufen, dass er sich auf dem Güstrower Oval wohlfühlt und sich auch von hinten nach vorn kämpfen kann. „Ich liebe diese Bahn und es macht mir richtig Spaß hier zu fahren“, gestand der Gewinner auf dem Weg zur Siegerehrung und ließ sich anschließend entsprechend feiern. Auf den Plätzen landeten Adrian Cyfer und Daniel Kaczmarek, die ihrem Landsmann Adrian Gala nur den undankbaren vierten Platz überließen.

In den Vorläufen nahmen sich die Teilnehmer immer wieder gegenseitig die Punkte ab, so dass keiner mit Maximum durchkam. Für einige Aktive war diese Challenge auch tatsächlich eine große Herausforderung und sie rutschten weg oder mussten wegen Bahnverlassens disqualifiziert werden. Bemerkenswert war in dieser Hinsicht Lauf 7, der tatsächlich 5 mal gestartet werden musste. Beim ersten Versuch rutschte der Ukrainer Stanislav Melnychuk in der ersten Kurve weg und alle wurden für den Wiederholungslauf wieder zugelassen. Beim zweiten und dritten Versuch wurden Hannes Gast sowie Daniel Spiller als Abbruchverursacher disqualifiziert und beim vierten Versuch stand der Pole Adrian Gala nicht innerhalb der vorgeschriebenen zwei Minuten am Band, so dass letztlich Melnychuk allein unter dem Jubel der 900 Zuschauer seine vier Runden drehte.

Leider konnte kein deutscher Teilnehmer ins Halbfinale vordringen, aber Sandro Wassermann, konnte als einziger einen Laufsieg landen.

Ergebnis: 1. Brady Kurtz (AUS) 11 + Platz 1 im Finale; 2. Adrian Cyfer (POL) - 13 + Platz 2 im Finale; 3. Daniel Kaczmarek (POL) - 12 + Platz 3 im Finale; 4. Adrian Gala (POL) - 9 + Platz 4 im Finale; 5. Andreas Lyager (DK) - 11 + Platz 3 im Halbfinale; 6. Mikkel B. Andersen (DK) - 10 + Platz 3 im Halbfinale; 7. Kenny Wennerstam (SWE) - 12 + Platz 4 im Halbfinale; 8. Jonas Jensen (DK) - 12 + Platz 4 im Halbfinale; 9. Adam Ellis (GB) – 9; 10. Joaa Partanen (FIN) – 8; 11. Stanislav Melnychuk (UK) – 7; 12. Lasse Fredriksen (NOR) – 6; 13. Sandro Wassermann (D) – 6; 14. Martin S. Hansen (DK) – 5; 15. Jan-Lukas Dittner (D) – 4; 16. Daniel Spiller (D) – 4; 17. Dominik Möser (D) – 3; 18. Hannes Gast (D) – 2; 19. Jack Smith (GB) – 1; 20. Steven Mauer (D) - 1


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