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Fussball : Schritt für Schritt zu höheren Zielen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sven Lange hat Training mit Landesligakickern des Güstrower SC übernommen und setzt auf starke Teamarbeit

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Seit seinem 16. Lebensjahr ist Sven Lange Trainer. Fußball ist sein Leben. Jetzt will der gelernte Berufskraftfahrer den Landesligakickern des Güstrower SC seine Philosophie vom Spiel auf dem grünen Rasen vermitteln. Montagabend hatte der neue Coach, der nach dem Rücktritt von Maurice Bohnet verpflichtet wurde, erstmals seine Truppe zum gemeinsamen Training zusammen. Morgen soll noch einmal in der Halle das Zusammenspiel geübt werden, damit der Pokalverteidiger am Sonnabend beim Hans-Scheidemann-Gedenkturnier eine gute Figur abgibt. Danach wird wieder etwas ruhiger „getreten“, ehe am Sven Lange am 10. Februar den Kader zum Trainingsauftakt für die Rückrunde zusammenruft.

Abgesehen einmal von Nachwuchsmannschaften in seinen frühen Trainerjahren bei Dynamo Mitte und Hansa Rostock, dürfte das Landesligateam des Güstrower SC das jüngste Team sein, das der Rostocker coacht. Nachdem zur Winterpause der Oldie der Truppe, Mathias Puschik, seinen Rücktritt vom aktiven Dienst erklärte, ist Steven Licher mit 28 Jahren der älteste GSC-Spieler in der I. Mannschaft! Das allein ist schon Grund genug für den neuen Trainer „nicht mit der Brechstange“ höhere Ziele anzustreben. Ist in diesem Jahr der Zug ohnehin schon abgefahren, so will Lange aber auch „nicht rumeiern“: In ein, zwei Jahren wäre es schon sein Ziel, mit dem GSC höherklassig zu spielen, erklärt der 46-Jährige zu seinem Amtsantritt.

Diese Zeit will der GSC dem erfahrenen Trainer geben, der ehrenamtlich arbeiten wird. Bis 2015 gibt es einen Vertrag, „ohne Ausstiegsklausel“, wie Lange betont. Nur drei Trainerstationen hatte Lange seit der Wende: bei seinem Heimatverein PSV Rostock, Sievershäger SV, Malchower SV. „Das war alles recht langfristig, davon halte ich viel“, stellt Lange fest. Er sagt: „Ich möchte mir vorstellen, in Güstrow etwas aufzubauen, ähnlich wie in Malchow.“ Dort wirkte Lange ein Jahrzehnt, anfangs als sportlicher Leiter, dann jahrelang als Trainer der Mannschaft, die er schließlich in die Oberliga führte. Als es in dieser Saison nicht so gut lief in Malchow, auch weil die halbe Stammbelegschaft Verlockungen anderer Vereine erlag und der „Rest“ fast folgerichtig Schlusslicht ist, setzte der Verein seinem altgedienten Wegbegleiter kurzerhand den Stuhl vor die Tür – die Chance für die Güstrower, nachdem deren Interimstrainer Bohnet auf eigenem Wunsch seine Position aufgab. „Die Gespräche sind richtig gut gelaufen, es hat vom ersten Augenblick an gepasst“, beschreibt Lange die Kontakte mit einer ganzen Reihe Verantwortlichen aus der GSC-Vereinsspitze und der Fußballabteilung. Man kenne sich ja aus zahlreichen Turnieren und freundschaftlichen Vergleichen, beide Seiten wissen also, worauf sie sich einlassen. Sven Lange beschreibt weitere gute Argumente für sein Engagement in der Barlachstadt: „In Güstrower gibt es gute, hier ausgebildete Fußballer. Der Verein ist gut aufgestellt.“ Alles berücksichtigt, auch die günstige zentrale Lage Güstrows im Land, müsste doch Verbandsligafußball drin sein, habe er sich schon immer gesagt, wenn er an den GSC 09 oder die Vorgänger dachte. Wohl wissend, dass da viele Faktoren eine Rolle spielen.

Dass er mitten in der Saison seinen Dienst in Güstrow antritt, bezeichnet der neue Coach nicht als Nachteil. So hätten die Spieler vier, fünf Monate Zeit, seine Spielidee zu erlernen. Die beschreibt er in kurzen Zügen so: viel Ballbesitz gewinnen, aus einer sicheren Abwehr heraus kombinieren und „nicht 80-Meter-Bälle schlagen“. Bevorzugte Spielsysteme sollen das 4-4-2 oder ein 4-2-3-1 sein. Lange will das aber nicht allzu starr verstanden wissen: „Man muss ja auch sehen, was das Spielermaterial hergibt.“ Auf ein starkes Team wolle er dabei setzen, in dem jeder seine Chance habe. „Es sind doch keine Profis. Hier steht der Spaß Vordergrund.“ Und noch ein Lange-Credo: Über die Gemeinschaft weitere Prozente herauskitzeln. Dennoch habe er auch Verstärkung für den aus seiner Sicht recht kleinen Kader bereits im Auge. „In beiden zwei“, beschreibt der Coach sogar eine konkrete Zahl, will Namen aber vorerst nicht nennen. „Nicht nur Malchower“, lässt er lediglich durchblicken. „Es muss natürlich alles gut passen – fußballerisch, beruflich und der Wohnort.“


 

 

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