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Handball : Schlusspfiff für Handball-Urgestein

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Manfred Diekelmann aus Krakow am See zieht sich nach 66 Jahren als Spieler und Schiedsrichter aus dem aktiven Geschäft zurück

Wenn er wollte, könnte er wohl noch weitermachen, doch nach knapp 66 Jahren im Handball als Spieler und Schiedsrichter hat sich Manfred Diekelmann nun endgültig aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. Bereits am 23. April leitete der 75-Jährige sein letztes Spiel als Unparteiischer, um nach der Bezirksliga-Partie zwischen Teterow und Anklam die Pfeife an den berühmten Nagel zu hängen. Bis dato war der Krakower der älteste Aktive der Schiedsrichterzunft in Mecklenburg-Vorpommern. Von seinen Kollegen gab es aus diesem Anlass auch ein Andenken in Form eines eingerahmten T-Shirts mit dem entsprechenden Aufdruck und einer gelben sowie roten Karte. Auf eine Verabschiedung des Handball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern wartet das Handball-Urgestein dagegen bis heute. Er mache auch keinen Hehl daraus, dass er darüber enttäuscht sei, schließlich habe er viele Jahre auch auf höchster Ebene in MV gepfiffen.

Vor und während seiner Zeit als Schiedsrichter war Manfred Diekelmann selbst als Spieler aktiv – meistens am Kreis, wie er sagt. „1950 habe ich mit dem Handballspielen angefangen. Eigentlich wollte ich Fußball spielen. Das hat aber irgendwie nicht geklappt. Ich konnte aber gut werfen, wurde Schulmeister im Schlagballweitwurf“, erinnert sich der Rentner zurück. Mit dieser Wurfkraft war Manfred Diekelmann damals natürlich prädestiniert dafür, Handballspieler zu werden. In der Jugend schaffte er es in die Bezirksauswahl. Seine ersten Schritte im Männerbereich wagte er in Krakow am See, seinem Geburtsort. Von dort wechselte Manfred Diekelmann zum Landmaschinenbau (LMB) Güstrow und erlernte dort den Beruf des KFZ-Handwerkers. Weitere Stationen im Männerbereich waren Grün-Gold Güstrow sowie der TSV Goldberg, ehe er im Jahre 2000 zu seinem Heimatverein zurückkehrte.

Manfred Diekelmann half der 1924 gegründeten Handballabteilung dort nach zwölf Jahren Pause erst einmal wieder auf die Beine. Eine Handball-Hochburg ist der Standort Krakow am See aber bis heute nicht geworden. Derzeit gibt es nur ein Seniorenteam und einige Nachwuchsspieler, die aber nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Im Gegensatz dazu, ist/war Manfred Diekelmann handballverrückt – im positiven Sinne. Vor allem als Schiedsrichter ließ er kaum eine Gelegenheit aus, auf dem Parkett zu stehen. „Ich war in der Saison fast jedes Wochenende unterwegs, habe dann bis zu sechs Spiele gepfiffen“, sagt der ehemalige Sektionsleiter der Krakower Handballabteilung. Für diesen Aufwand wurde Manfred Diekelmann in all den Jahren auch zu Recht des Öfteren ausgezeichnet. So bekam er die Ehrennadel des Deutschen Handball-Bundes der DDR (1985), des Handball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern (2001) sowie des Landessportbundes (2014) in Silber überreicht.

Während sich der Krakower das Laufbahnende als Schiedsrichter selber aussuchte, musste er die Handballschuhe nach 60 Jahren an den Nagel hängen. Eine Handverletzung zwang ihn dazu. Bis zu dieser Zeit war Manfred Diekelmann auch noch in der Formel 1 aktiv, sah die Stars wie Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Co. als Streckenposten auf dem Hockenheimring dicht an sich vorbeirasen. Viele Fotos erinnern an diese spannende Zeit, wie auch die ganzen Zeitungsausschnitte und Mannschaftsbilder aus seiner Handballvergangenheit. Jetzt hat er dieses Kapitel aber abgeschlossen und kann u.a. an seinem Wassergrundstück die Seele baumeln lassen.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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