Leichtathletik : Prüfers zu Jugend-Olympia und WM

Auch die Schuhtechnik kann im Ring – hier Clemens Prüfer in Mannheim – eine Rolle spielen.   Fotos:  ralf görlitz
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Auch die Schuhtechnik kann im Ring – hier Clemens Prüfer in Mannheim – eine Rolle spielen. Fotos: ralf görlitz

Leichtathletik: Wieder Doppelstart für Henning mit Diskus und Kugel bei WM / Außergewöhnliche Geste für sportliche Konkurrenten

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14. Juli 2014, 06:00 Uhr

Gemeinsam international, nur auf getrennten Wegen kämpfen die Güstrower Nachwuchsleichtathleten Henning und Clemens Prüfer in den nächsten Wochen. Inzwischen gab der DOSB die offizielle Nominierung für die 2. Olympischen Jugendspiele in Nanjing (China, 16.-28. August) bekannt. Unter den drei Jungen, die für die Leichtathletik-Nationalmannschaft aufgeboten sind, steht – mit seinem Sieg bei der Europaausscheidung in Baku erwartungsgemäß – auch Diskuswerfer Clemens Prüfer (16).

Sein Bruder Henning (18), beide entstammen der Leichtathletik-Schule des LAC Mühl Rosin, startet schon heute in die US-Leichtathletik-Hauptstadt Eugene (Oregon). Dort werden kommende Woche die U20-Weltmeister ermittelt. Was vor einer Woche nach dem Qualifizierungswettkampf in Mannheim nicht so aussah, ist nun doch Gewissheit: ein Doppelstart! Wie vor einem Jahr bei der Jugend-WM in Donetsk bekommt der Güstrower das Ticket sowohl für den Diskuswurf als auch für das Kugelstoßen. Damit hat der Güstrower wieder – übrigens als einziger Athlet der 57-köpfigen deutschen Delegation – einen Doppelstart in Einzeldisziplinen.

Denn nominiert hat der DLV nicht den in Mannheim zweitbesten Deutschen, Simon Bayer aus Sindelfingen, als zweiten Mann neben U18-Weltmeister Patrick Müller. Den Ausschlag gibt für das Zweitticket nicht allein Mannheim, sondern in Hennings Fall die bessere Jahresleistung. Die hatte der Güstrower eine Woche zuvor beim Qualifikationswettkampf in Osterode auf 19,89m entscheidend vorgelegt. Da Henning in der Halle auch schon 20m übertroffen hat, vertraut der DLV offenbar hier auf das etwas größere Potenzial für die Titelkämpfe. Berücksichtigt wurde sicher auch Hennings Doppelbelastung, die er in Mannheim als einziger der Kandidaten im Wurf zu bewältigen hatte. Denn das Kugelstoßen begann keine zwei Stunden nach dem kräftezehrenden Diskuswerfen. „Man sah auch, dass Henning ziemlich platt war“, sagte sein Trainer, Jörg Schulte.

Einen nicht alltäglichen Aspekt bekam das Diskuswerfen – auch hier will Henning an sein Donetsk-Silber anknüpfen – in Mannheim. Im Regen hatten die beiden Prüfer-Brüder, die jeweils ein Paar ihrer Wurfschuhe mit einer speziellen Sohle ausgestattet haben, möglicherweise einen kleinen technischen Vorteil. Diesen teilten sie ausgerechnet mit Hennings härtesten Kontrahenten im Kampf ums WM-Ticket: Clemens stellte seine Tony Zeuke, Henning seine Maximilian Klaus zur Verfügung. Prompt drehte sich zumindest bei Zeuke, der mit drei ungültigen Würfen bei einem normalen Wettkampf eigentlich schon raus gewesen wäre, einiges besser (In Mannheim wurde den Protagonisten der volle Satz von sechs Würfen zugestanden und nicht nur die üblicherweise besten Acht für den Endkampf zugelassen). Und Maximilian Klaus setzte sich mit seinem vorletzten Wurf – mit Hennings Schuhen – tatsächlich auch an die Spitze des Klassements. Doch Henning, der anschließend immer im Eiltempo von Klaus seine Schule holen musste, setzte im letzten Versuch noch einmal den entscheidenden Konter und warf als einziger mit 61,25m deutlich über die 60er-Marke. Als zweiter Diskuswerfer wurde Maximilian Klaus für Eugene nominiert. Für Clemens Prüfer (51,59m), der auch schon die Norm für die U20-WM erfüllt hatte, spielte Mannheim keine Rolle.


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