Segeln : Piraten unter Blitz und Donner

Bestes Güstrower Team: Carsten Jansen (l.)  und Tilo Maaß vom WVG
Foto:
Bestes Güstrower Team: Carsten Jansen (l.) und Tilo Maaß vom WVG

Segeln: Silbernes Beil bleibt in Teterow / Carsten Jansen und Tilo Maaß (WVG) beste Güstrower auf Platz 12

svz.de von
05. Juli 2014, 06:00 Uhr

35 Boote mit 70 Seglern fanden sich am vergangenen Wochenende zur 58. Auflage des Silbernen Beils ein. Zwei Meldungen kurz vor Schluss erhöhten die Teilnehmerzahl noch auf ein stattliches Feld. Sogar eine Jugendcrew aus Polen fand den Weg zum Güstrower Inselsee und machte die Regatta zur internationalen Veranstaltung.

Die Wettfahrtleitung um Andreas Möller vom veranstaltenden Wassersportverein Güstrow 1928 (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit mehreren ehemaligen Deutschen, Europa- und Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die Titelverteidiger Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow), die dreifachen Deutschen Meister Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock sowie natürlich der amtierende Europameister, Detlef Hegert, mit Matthias Haase (Brandenburg) an der Vorschot. Auf dem Zettel haben musste man aber auch Björn und Marc Helms (Berlin) sowie die jungen Teterower Benjamin Schnepf und Fabian Jäckel, amtierende Junioreneuropameister. Die Güstrower Hoffnungen ruhten auf Peter Anders/Peter Bark, Carsten Jansen/Tilo Maaß sowie Jens Bauditz/Susanne Thiel (alle WVG).

Bei guten Bedingungen und Winden um 2-3 Beaufort am Sonnabendvormittag brauchte das Feld zwei Startversuche, wobei schon der zweite unter „Schwarzer Flagge“ stattfand. Doch es gab keinen weiteren Frühstarter. Schnell waren Pingel-Heldt/Heldt vorne, „begleitet“ von Schnepf/Jäckel, die Helms/Helms an der ersten Luvbahnmarke noch abfingen. Hegert/Haase und Höft/Rieck komplettierten das Führungsquintett, von dem sich Pingel-Heldt/Heldt auf dem Vorwindkurs langsam absetzen konnten. Die Güstrower Hoffnungsträger lagen nur im hinteren Mittelfeld. Jansen/Maaß verloren an der Luvbahnmarke nach einem misslungenen Manöver viele Plätze und sollten nicht mehr richtig in Tritt kommen. Auch Anders/Bark segelten zwischen Platz 25 und 30. Immerhin Bauditz/Thiel waren im ersten Drittel. Bei der zweiten Rundung der Luvbahnmarke hatten sich Hergert/Haase aus der Führungsgruppe verabschiedet. Pingel-Heldt/Heldt hielten ihren Vorsprung vor den fast gleichauf liegenden Höft/Rieck und Schnepf/Jäckel.


Gewitter brachte viele Boote zum Kentern


Doch als der Vorsprung der Titelverteidiger wuchs und wuchs, kassierten die Teterower Ausnahmesegler eine gelbe Flagge. Das Schiedsgericht hatte einen Regelverstoß gesehen. Pingel-Heldt/Heldt mussten eine Zwei-Drehung-Strafe durchführen, wodurch sie ihre Führung an Schnepf/Jäckel einbüßten. Doch schon auf der Zielkreuz konnten sie die Führung zurückerobern und mit dem ersten Sieg den Grundstein zur Titelverteidigung legen. Schnepf/Jäckel komplettierten den Teterower Doppelsieg vor Höft/Rieck und Helms/Helms. Hegert/Haase wurden bis auf Platz neun durchgereicht, womit sie aber noch vor allen Güstrowern lagen: Bauditz/Thiel (11.), Stegmann/Pentzlin (WVG, 13.), Anders/Bark (21.) und Jansen/Maaß (25.).

Bevor eine weitere Wettfahrt gestartet werden konnte, wetterten die Segler ein erstes Gewitter in den Bootshäusern ab. Aus der Mitte waren dann Pingel-Heldt/Heldt gut gestartet. Dicht bei ihnen auch Jansen/Maaß, die an der ersten Luvbahnmarke sogar die Führung inne hatten, aber kurze Zeit später wieder kassiert wurden. Auch Anders/Bark fanden sich in den Topten und so zeigten sich die Güstrower mit deutlich mehr Energie der Zwangspause.

Auf dem Amwindkurs ließen Jansen/Maaß die Teterower Pingel-Heldt/Heldt nicht entweichen, konnten deren Vorsprung aber auch nicht tilgen. Die Wettfahrtleitung entschloss sich, aufgrund eines zweiten aufziehenden Gewitters die Wettfahrt zu verkürzen, sodass Pingel-Heldt/Heldt ungefährdet ihren zweiten Tagessieg einfahren konnten. Jansen/Maaß belegten vor Hegert/Haase den 2. Platz. Anders/Bark erkämpften Platz 7.

Mutig traf die Wettfahrtleitung mit Blick auf den Regenradar die Entscheidung, eine dritte Tageswettfahrt zu starten. Das Gewitter sollte das Wettfahrtgebiet verschonen, hieß es trotz dunkel aufziehender Wolken. Besonders eilig hatten es die jungen Teterower Schnepf/Jäckel, deren Frühstart die Disqualifikation bedeutete. An der ersten Luvbahnmarke führte Altmeister Jochen Bredt mit Marika Maczutajtis (Hamburg) vor den Güstrowern Bauditz/Thiel und Peter Marten/Jörgen Mohns (Schwerin/WVG) und Jansen/Maaß auf einem guten 4. Platz. Auf dem Vorwindkurs nahm der Wind jedoch plötzlich zu, Blitze zuckten über Schöninsel. Die Wettfahrtleitung brach sofort die Wettfahrt ab. Doch Böen mit acht Windstärken fegten über das Feld. Alle Boote, die nicht rechtzeitig ihren Spinnaker bergen konnten, kenterten. Die Bergungsteams hatten alle Hände voll zu tun, sodass alle Teams den Hafen zwar nass aber auch sicher erreichten.

In der Zwischenwertung führten Pingel-Heldt/Heldt vor Höft/Rieck und Hegert/Haase. Die Güstrower Jansen/Maaß (12.) und Anders/Bark (14.) lagen im guten Mittelfeld und hatten sich für Sonntag noch Einiges vorgenommen.

Zwei Wettfahrten sollten nun am Sonntag stattfinden. Doch der Inselsee präsentierte sich spiegelglatt. Nach zwei Stunden des Wartens beendet der Wettfahrtleiter das 58. Silberne Beil ohne weitere Wettfahrt und das Zwischenergebnis wurde zum Endergebnis. Die Jugendwertung gewannen die Berliner Michael Steffenhagen/Tobias Lechner, die Frauenwertung Anne Bauditz/Roswitha Beranek (Berlin/Wien).



Ergebnisse: 1. Pingel/Heldt (Teterow) 2 Punkte, 2. Höft/Rieck (Rostock) 7, 3. Hegert/Haase (Brandenburg/Berlin) 12, 4. Witte-Wahrendorf/Richter (Berlin) 13, 5. Helms/Helms (Berlin) 15, 5. Schnepf/Jäckel (Teterow) 17, … 12. Carsten Jansen/Tilo Maaß (WVG) 27, 14. Peter Anders/Peter Bark (WVG) 28, 17. Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG) 32, 18. Bernstengel/Jan Schebeko (Brandenburg/WVG) 36, 20. Tom Stegmann/Magnus Pentzlin (WVG) 40, 21. Ralf Griebenow/Ludger Wetzke (Einheit Güstrow/WVG) 40




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen