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Faustabll : Nach Tiefschlägen droht der Absturz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower SC vergibt Klassenerhalt in der 2. Faustball-Bundesliga

Die Faustball-Männermannschaft des Güstrower SC bestritt in Gnutz (Schleswig-Holstein) das Endspiel um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Ost. Als zweiter Gegner war der Spitzenreiter vom VfK Berlin II vor Ort, um sich den Güstrowern entgegen zu stellen.

Hochmotiviert und konzentriert ging der – an diesem entscheidenden Spieltag ohne die zur gleichen Zeit bei den Ostdeutschen Meisterschaften der Altersklasse U16 aktiven Nachwuchsspieler – antretende GSC-Fünfer von Beginn an gegen Gnutz zu Werke und verbuchte nach einer kurzen Abtastphase den ersten Satz mit 11:8 für sich. Wer nun dachte, dass dies der Knotenlöser für das Güstrower Nervenkostüm war, der sah sich anschließend getäuscht. Der Start in den zweiten Durchgang misslang völlig und die Sicherheit ging verloren. Dem entstandenen Rückstand konnten die Barlachstädter nur noch hinterherlaufen und verloren verdient mit 8:11. Dieses Negativerlebnis hinterließ sichtlich Spuren auf Seiten des GSC. Tom Dabbert, der zuvor seit Wochen in bestechender Form spielte, gelang im Angriff plötzlich nichts mehr und auch die nun zuweilen konfus agierende Hintermannschaft konnte das 6:11 aus Güstrower Sicht im dritten Satz nicht verhindern. Doch Abstiegskampf bedeutet auch, in schier aussichtslosen Momenten nicht aufzugeben. Dies beherzigten die GSC-Spieler im vierten Satz und nach mehreren taktischen Umstellungen konnte dem Gegner endlich wieder Paroli geboten werden. In einem knisternd spannenden Satz gewann der GSC am Ende mit 13:11 und zwang den TSV Gnutz in den Entscheidungssatz. Was dann folgte, war wohl eine der bittersten Episoden der fast 20-jährigen Güstrower Bundesligageschichte. Dem gegnerischen Angriff gelang vom ersten Moment an einfach alles und der GSC fand nie ein Gegenmittel gegen das Spiel des Gegners. Ohne selbst gravierende Fehler zu machen, musste man eine 3:11-Klatsche über sich ergehen lassen und verlor nicht nur dieses Spiel, sondern auch die reelle Chance auf den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga.

Im zweiten Match gegen den Tabellenführer rückte Spielführer Philipp Ohloff in den Rückschlag und Tom Dabbert verstärkte die Defensivreihe. Bei einem Sieg gegen Berlin wäre der Klassenerhalt sogar noch greifbar gewesen und so ging der GSC engagiert zu Werke. Philipp Ohloff und Heiko Otto spielten in Angabe und Rückschlag überlegt und sicher, was den Gegner zusehends in Bedrängnis brachte. Alle drei Sätze verliefen eng, im zweiten Satz hatte der GSC sogar zwei Satzbälle, doch der finale Punch wollte nicht gelingen. Von außen betrachtet machte es den Eindruck, als wenn die Güstrower über ihre eigene Leistung staunten und trotz aussichtsreicher Situationen nicht an einen Erfolg glaubten. Dabei war doch um einiges mehr drin als die abschließende 0:3-Niederlage (7:11, 10:12, 8:11), die den Abstieg endgültig besiegelte.

Nach einer Saison voller Tiefschläge steht der GSC nach dem Abstieg in der vergangenen Hallensaison nun auch im Feldfaustball vor dem Sturz in die unterklassigen Wettkämpfe auf Landesebene. Es gilt nun, alle Kräfte zu bündeln und schon in der kommenden Hallensaison den Wiederaufstieg in Deutschlands zweithöchste Spielklasse zu realisieren. Dafür bedarf es allerdings einer deutlichen Steigerung auf sportlicher und mentaler Ebene. Denn auch in dieser Spielzeit waren die Güstrower Faustballer von den Voraussetzungen her nicht die schlechteste Mannschaft der Liga. Das vorhandene Potenzial konnte jedoch erneut nicht ausreichend abgerufen werden und in Teilen fehlte sowohl im Training als auch im Wettkampf die letzte Bereitschaft, über die eigenen Grenzen hinauszugehen. Sind diese Grundvoraussetzungen nicht gegeben, ist Bundesligafaustball an einem für Faustballdeutschland exotischen und exponierten Standort wie Güstrow nicht zu halten. Daran schnellstmöglich etwas zu ändern, ist die Aufgabe der Güstrower Sportler.

Güstrower SC: Tom Dabbert, Philipp Ohloff, Thoralf Glamann, Holger Festerling, Heiko Otto, Matthias Thyben.

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