Speedway : Mit Heimvorteil WM-Ticket gelöst

Valentin Grobauer und Anders Thomsen
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Valentin Grobauer und Anders Thomsen

Deutsches U21-Team qualifiziert sich in Güstrow für Finale in Australien

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24. August 2015, 21:00 Uhr

In diesem Jahr wurden auf dem Güstrower Oval einige Speedwaymärchen Wirklichkeit. Es begann im April mit dem begeisterten Auftritt des deutschen Paares bei den Best-Pairs, setzte sich fort mit dem rein deutschen Podest beim Internationalen Pfingstpokal, und auch beim Paar-EM-Semifinale konnte das deutsche Duo überzeugen.

Ein weiterer Traum wurde am vergangenen Sonnabend Realität, denn das deutsche U21-Team konnte sich mit einem überzeugenden zweiten Platz in der Tageswertung das Ticket für das am 31. Oktober im australischen Mildura veranstaltete Weltfinale sichern. „Es ist einfach unglaublich, dass wir jetzt nach Australien dürfen. Vielleicht begreife ich es erst, wenn es soweit ist und ich in den Flieger steige“, gestand ein überwältigend auftrumpfende Valentin Grobauer, der auch noch lange nach der Siegerehrung noch viele Autogramme geben musste.

Zum Beginn des Wettbewerbs sah es noch vollkommen anders aus. Die favorisierten Dänen wurden ihrer Rolle gerecht und gaben in den ersten beiden Durchgängen nur zwei Punkte ab. Dahinter hatten aber die Briten einen tollen Start ins Match und lagen nach 8 Läufen mit 15 Punkten deutlich vor dem einheimischen Team, das bis dahin nur 10 Zähler sammeln konnte. Die finnische Vertretung konnte in diesem Wettbewerb nicht mithalten und landete auch am Ende abgeschlagen auf dem letzten Rang.

Vor dem Rennen in Güstrow fand am gleichen Tag das 2. Semifinale im polnischen Opole statt und dort gewann Polen mit 55 Punkten vor Tschechien (29), Russland (24) und Schweden (20). Nach dem Modus der FIM kommen neben der Veranstalternation die beiden Sieger der Halbfinals und der punktbeste Zweite weiter. Daher war allen Teams in Güstrow klar, es musste die 30-Punkte-Marke erreicht werden.

„Der Beginn des Rennens war für uns nicht einfach und wir mussten die Bahn erst richtig lesen. Aber der Zusammenhalt im Team war großartig und so konnten wir uns in der zweiten Hälfte mächtig steigern“, beleuchtete der deutsche Teamchef Peppi Rudolph die Situation. Die Wende für die deutschen Fahrer kam mit dem 10. Lauf. Endlich konnte Valentin Grobauer sein Können auf die Bahn bringen und es gelang ihm der erste deutsche Laufsieg und dies gleich über Mikkel Bech, der noch am Vorabend 5. der dänischen Meisterschaft wurde. Im Lauf 12 kam dann alles an Dramatik zusammen. Das deutsche Team setzte den Joker – dieser darf einmal bei einem 6-Punke-Rückstand gezogen werden und verdoppelt die Laufpunkte – und die britische Mannschaft tat das Gleiche. Aber der Druck war wohl für Kyle Howarth zu groß, denn er fuhr direkt ins Band und musste ausgeschlossen werden. Der Lauf wurde neu gestartet und es entwickelte sich ein intensiver Zweikampf zwischen Michael Härtel und Jooa Partanan, bei dem der Finne so vehement angriff, dass Härtel zu Boden musste. Daraufhin wurde der Finne disqualifiziert und beim dritten Versuch war es nur noch ein Duell, in dem Nikolaj Busk Jacobsen für Dänemark über vier Runden alles versuchte, aber den Laufsieg von Michael Härtel nicht verhindern konnte. So überholte das deutsche Team die britische Vertretung und gab diesen zweiten Rang nicht mehr her. Valentin Grobauer fuhr wie entfesselt und holte noch drei weitere Laufsiege, während das dänische Team etwas überraschend einbrach und die Leistung vom Beginn nicht mehr zeigen konnte.

Das sah auch der dänische Teamchef Anders Secher so: „Es war ein hartes Rennen und wir sind froh, gewonnen zu haben. Aber die deutsche Mannschaft war sehr stark.“ Bei der Siegerehrung freuten sich die Dänen natürlich über den Gewinn, aber am meisten strahlten die deutschen Fahrer, denn sie hatten wieder einmal auf der Güstrower Bahn Großartiges vollbracht. „Wir können uns nur für die tolle Unterstützung beim Publikum bedanken. Wie es hinter uns gestanden und uns angefeuert hat, war einfach toll“, sagte Peppi Rudolph nach der Ehrung.
 

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