Leichtathletik : Marathonis verzeichnen Rückgang

Der schnellste Marathonläufer der Region: Sven Lindhorst (LSV Teterow)
Der schnellste Marathonläufer der Region: Sven Lindhorst (LSV Teterow)

Etwas weniger Läufer aus der Region Bützow-Güstrow-Teterow, die die 42,195 Kilometer im vergangenen Jahr bewältigten

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09. Januar 2020, 05:00 Uhr

Der Jahresanfang ist in vielen Fällen eine Zeit des Pläneschmiedens, auf jeden Fall aber auch eine der Rückschau auf das Erreichte des Vorjahres. In der Leichtathletik ist das eine relativ einfache Sache, wird dort doch exakt nach Metern und Sekunden aufgemessen. In keiner anderen Disziplin dieser vielfältigen Sportart aber beeinflussen äußere Faktoren – sei es der Wind, die Temperatur oder das Höhenprofil – das Ergebnis, wie beim Lauf über die 42,195 Kilometer, dem Marathonlauf.
Trotzdem ist es für viele Sportler – oft in ganz anderen Sportarten beheimatet – ein großes Ziel, einmal diese schier unendlich lange Strecke zu bewältigen; und das je nach Trainingsaufwand und persönlichem Talent möglichst in einer selbst gewählten Zielzeit.

Für die Region Bützow-Güstrow-Teterow ist zu vermelden, dass die Zahl derer, die sich dieser Herausforderung stellten und erfolgreich bewältigten gegenüber 2019 wieder ein wenig zurückgegangen ist. Vielleicht ist das ja sogar auch ein wenig auf den Klimawandel zurückzuführen. Der zweite heiße Sommer in Folge hat auf jeden Fall so manchen davon abgehalten, das harte Training für solch eine Herausforderung durchzuhalten.

Gut trainiert hat auf jeden Fall Sven Lindhorst. Der M-50-er vom LSV Teterow verfehlte als schnellster der betrachteten Sportler mit 3:03:56 Stunden die begehrte 3-Stunden-Marke nur um wenige Minuten und das beim schwersten Marathon Mecklenburg-Vorpommerns, dem Lauf rund um den Tollensesee.

Während bei den Männern also ein neuer Name an der Spitze steht, verteidigte Katharina Bohnsack (W 40) vom Lauf- und Radtreff Bützow ihre Führungsposition ganz souverän. Die Passinerin war nach Berlin und Stralsund in den Vorjahren diesmal in Frankfurt unterwegs und kam nach starken 3:43:54 Stunden über die Ziellinie auf dem berühmten roten Teppich der Mainmetropole.

Dass die lange Distanz etwas für die erfahrenen Läufer ist, zeigt die Tatsache, dass der jüngste Marathoni, Norbert Ehms (4:12:59) vom LSV Teterow, als 34-Jähriger das letzte Jahr in der M30 startete. Damit war er nur gut vier Minuten schneller als Klaus-Dieter Mauck (SC Laage/4:17:22), der mit nunmehr 66 Lebensjahren seine Position als ältester Läufer einmal mehr verteidigte.


Tom Gröschel läuft Landesrekord

Nicht unerwähnt sollen zwei Sportler sein, die zwar nicht mehr in der genannten Region leben oder für sie starten, deren läuferische Anfänge aber hier liegen. Zum Einen natürlich Tom Gröschel. Der für TC Fiko Rostock startende Badendieker verteidigte nicht nur seine Titel als Deutscher Meister und Deutschlands Profiläufer des Jahres, mit 2:13:49 Stunden stellte er sogar trotz langwieriger Verletzungen eine neue persönliche Bestzeit auf, die gleichzeitig Landesrekord für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet und ein Schritt zu seinem Traumziel, den Olympischen Spielen, sein sollen.

In diese Dimensionen kann Anita Fritsche als Amateurin zwar nicht vordringen, trotzdem sind die Leistungen der 40-Jährigen, die einst beim SV Einheit Güstrow das Lauf-Abc erlernte, durchaus bemerkenswert. Verfehlte sie bei ihrem Sieg bei der Rostocker Marathonnacht in der Heimat die eigene persönliche Bestmarke noch knapp, so hielt sie sich in ihrer Wahlheimat beim SwissCityMarathon in Luzern schadlos. Nach 3:07:34 Stunden blieben die Uhren stehen; Platz 1 in der Altersklassenwertung (6. Gesamtwertung) in dem internationalen Feld waren der Lohn und lassen nun die begehrte 3-Stunden-Marke nicht mehr nur als Traum, sondern als festes Ziel erscheinen. Was die Orthopädietechnik-Meisterin beim Luzern-Marathon besonders bemerkenswert fand: aus der ganzen Schweiz war die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln für die Teilnehmer kostenlos. Ganz bestimmt ein nachahmenswertes Beispiel für CO2-Vermeidung auch in Deutschland.

Wohl jeder der Marathonis könnte viele Geschichten über seinen Lauf erzählen. Eine tolle Leistung ist die Bewältigung der über 42 Kilometer allemal. Darum soll die Auflistung der Läufer auch nicht nach den erzielten Zeiten erfolgen, sondern – wie schon gute Tradition – in alphabetischer Reihenfolge.

Frauen: Petra Grobbecker (SC Laage/W 50) 4:27:22; Birgit Lange (Tri Fun Güstrow/45) 5:13:48;

Männer: Ronny Behn (SCL/40)4:19:00; Thomas Bohnsack (LRT Bützow/45) 3:20:58; Jörg Clemen (Eintracht Groß Wokern/50) 3:59:26; Arnold Fuchs (LSV Güstrow/60) 5:18:17; Martin Genkel (FFW Schwaan/35) 3:58:09; Stefan Grobbecker (SCL/50) 3:34:32; Christoph Haack (Güstrow/35) 3:17:30; Bernd Jänike (SCL/50) 3:20:26; Ingo Koch (KV Lohmen/40) 3:57:07; André Koula (50) 3:51:28; Thomas Meier (bd. TF Güstrow/35) 4:06:09; Sven Michels (LRT/55) 3:56:11; Jörg Raddatz (LSV Güstrow/55) 3:29:59; Klaus Rambow (Bützow/60) 3:29:39; Lothar Scholz (LRT Bützow/60) 4:05:59; Andree Schröder (TF Güstrow/40) 4:19:56; Frank Schütz (LSV Güstrow/60) 3:13:09; Ricardo Seidel (SCL/35) 4:11:39; Jens Weise (Zapkendorf/55) 3:54:24; Mathias Wolschon (LRT/55) 3:58:05

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