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Speedway : Leidenschaft treibt sie zum Rennen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ begleitete Speedway-Fans aus Güstrow und Umgebung zum WM-Auftakt ins slowenische Krsko

Elf Speedway-Fans aus Güstrow und Umgebung reisten zum ersten Grand Prix der Speedway-Einzel-WM 2016 ins slowenische Krsko, um wieder die besten Schrägfahrer der Welt zu sehen. SVZ begleitete sie. Zagreb, die Hauptstadt von Kroatien, war der Ziel-Airport, weil es von dort nach Krsko nicht so weit ist wie von Ljubljana, der slowenischen Hauptstadt. Am Flughafen standen zwei Kleinbusse bereit, mit denen sie auf den Bauernhof von Milena und Franc Tomse nach Globocice fahren. Ein Insider-Tipp von Andreas Kulik (Jahrgang 1975), der 2002 das erste Mal in Slowenien war. Das Land fasziniert ihn seitdem. Ob er dort ohne seine Leidenschaft Speedway hingekommen wäre? Er vermutet: nein. Denn der Klein-Lantower Unternehmer vertritt die Meinung, dass er durch den Speedway in solche Städte und Gegenden kommt, die er sonst vermutlich nicht besucht hätte. Dieses Mal waren die elf Fans an der slowenischen und kroatischen Adriaküste sowie in der weltberühmten Höhle von Postojna und in der einmaligen Felsen-Burg Predjama.

Jedes Jahr eine große Tour

Außerdem freut es Andreas Kulik immer wieder in der Gemeinschaft Gleichgesinnter neue Bekanntschaften zu schließen. „Da lerne ich Menschen kennen, auf die ich ja sonst nie getroffen wäre“, erzählt er mit Begeisterung, was ihn an den Reisen zu den Rennen fasziniert.

Andreas Kulik war acht Jahre alt als er das erste Mal in Neubrandenburg ein Speedwayrennen erlebte. „Das lag allerdings sehr nahe, denn wir wohnten nur 200 Meter von der Bahn entfernt“, erinnert er sich. Es sei wohl der Moment gewesen, der ihn schon als Kind mit diesem Sport infizierte, vermutet er. Diese Liebe ist bis heute erhalten geblieben.

Thomas Verch aus Bredentin, Torsten Hinrichs aus Neumühle (seit 1992 Hamburg) und Thomas Schröder aus Siemitz – heute Mitt-Vierziger – entdeckten als junge Burschen Speedway. „Güstrow lag vor der Tür, da bot sich das einfach an“, erzählen alle unisono. Oft lockte sie dann das Goldhelmrennen in Pardubice. Aus dem Trio wurde ein Sextett als die Ehefrauen dazu kamen: Katharina Verch, Nicole Hinrichs und Iris Schröder. Katharina Verch: „Wir unternehmen jedes Jahr eine große Tour. Dieses Mal war es der Slowenien-Grand-Prix. Für uns eine Premiere.“

Für die drei Fan-Familien ist immer wieder die Stimmung bei den Rennen mit das Genialste. Außerdem schwärmt Katharina Verch vom Zusammenhalt unter den Fans aller Länder. „Alle haben sich lieb, da gibt es keinen Stress wie z.B. beim Fußball“, meint sie. Da trübte in Krsko auch der vierte Platz ihres Lieblings, des Weltmeisters Tai Woffinden (GB), nicht ihre Stimmung.

Auch zwischen Torsten Hinrichs, der Fan des slowenischen Spitzenfahrers Matej Zagar ist, und Thomas Schröder – sein Speedway-Herz schlägt für den Dänen Nicki Pedersen – blieb es nur bei Neckereien als sie den spektakulären Sturz von Pedersen diskutierten, nachdem Zagar (14. Platz), der Pedersen (8.) von hinten etwas berührte, disqualifiziert wurde. Zufriedenheit sieht trotzdem anders aus. Aber jeder sucht sich nun mal seinen Liebling aus. Thomas Schröder entschied sich für den Dänen, weil ihm dessen Kampfeswille imponiert. Er kann es nachvollziehen, was Pedersen antreibt, denn er fuhr sieben Jahre beim MC Groß Schwiesow Moto-Cross.

Ein bisschen Moto-Cross-Luft schnupperte auch Klaus-Dieter Neumann in der Jugend, in Spotendorf bei der GST (Gesellschaft für Sport und Technik). Dem Speedway ist der 60-Jährige seit 1971 verbunden. Für ihn kein Wunder, wenn Güstrow vor der Nase liegt. Neumann mag Woffinden und den Russen Emil Saifutdinow. In Krsko sahen er und seine Kameraden ein ausgeglichenes Rennen, in dem jeder jeden schlagen konnte, und einen Sieger, den Dänen Peter Kildemand, den keiner auf dem Zettel hatte.

Die nächsten Termine stehen fest

Auch Hans-Werner Vogel, seit 1969 Güstrower, nicht. Der Rennarzt im Ruhestand kam per Zufall zum Speedway, obwohl er seit seiner Jugend Motorrad besessen ist. Ein Patient animierte ihn. Aus dem ersten Rennen wurde auch bei ihm eine Leidenschaft, die ihn z.B. seit 1980 ununterbrochen nach Pardubice lockt. Den 72-Jährigen fasziniert Speedway bis heute, weil „die Fahrer das Motorrad ganz anders bewegen wie ich es kannte und wie ich es nicht könnte“.

Einer, der es aber besonders gut konnte, war ebenfalls in Krsko: Clemens Bever. Der Güstrower fuhr bis 1981 16 Jahre sehr erfolgreich beim MC Güstrow Speedway. U.a. nahm er an zwei Weltmeisterschaften teil. Den Ex-Aktiven und Trainer zieht es immer wieder zu Speedwayrennen. „Dieses Jahr fahre ich noch zur Team-WM auf die neue Bahn in Manchester und zum Grand Prix nach Cardiff und natürlich nach Pardubice“, freut er sich.

Die Fans ziehen mit ihrer Leidenschaft also weiter von Rennen zu Rennen. Für die Familien Verch, Hinrichs und Schröder stehen die nächsten Termine schon fest: zweimal Güstrow zu Pfingsten und am 16. Juli der EM-Lauf sowie am 28. August der Grand Prix in Gorzow (PL).

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erstellt am 06.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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