Leichtathletik : LAC-Sportler auf Jagd nach „Ehemaligen“

Greta Blaudzun und Niclas Schulz trafen Henning Prüfer (M.) – ein Selfie war da Pflicht.
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Greta Blaudzun und Niclas Schulz trafen Henning Prüfer (M.) – ein Selfie war da Pflicht.

116. DM der Leichtathleten in Kassel: Greta Blaudzun und Niclas Schulz treffen Tom Gröschel und Henning Prüfer.

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22. Juni 2016, 21:00 Uhr

Mit einem großen „Hallo!“ begrüßten Greta Blaudzun und Niclas Schulz „ihren“ Wettkämpfer bei der 116. Deutschen Meisterschaft der Leichtathleten in Kassel. Endlich, nachdem das so spannende Diskuswerfen zu Ende war und Henning Prüfer sich an den Versorgungsständen nach einer Stärkung umsah, trafen die beiden Nachwuchssportler des LAC Mühl Rosin ihren „Ehemaligen“. Eine knappe Woche lang durften Greta aus Güstrow und Niclas aus Braunsberg auf Einladung des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) im die Titelkämpfe begleitenden Jugendlager u.a. zusätzliche Trainingseinheiten absolvieren und so neue Erfahrungen für ihre sportliche Laufbahn sammeln. So ganz „nebenbei“ erlebten sie natürlich die besten deutschen Leichtathleten in deren Kampf um die Olympiatickets live und mit speziellen Zugangsberechtigungen hautnah.


„Siegerfaust“ nach neuem Bestwert: Henning Prüfer


So konnte Henning Prüfer den beiden Schülern direkt nach seinem sehr guten 7. Platz im vielleicht hochkarätigsten Wettbewerb dieser DM berichten, dass er sich selbst etwas zu viel Druck gemacht habe und deshalb sein erster Versuch – wie auch im Fernsehen zu erleben – im Netz landete. Doch insgesamt war der Jüngste im Starterfeld sichtbar locker, erst recht, nachdem er sich im dritten Versuch mit gerade mal sechs Zentimetern Vorsprung als Achter gerade so noch in den Endkampf mogelte. Dort aber drehte der Bundespolizeianwärter auf und schleuderte im sechsten Versuch die 2-kg-Scheibe auf 60,89 Meter. Damit steigerte er seine aus dem Vorjahr stammende persönliche Bestweite und reckte die seit längerer Zeit schon vermisste Siegerfaust hoch. Zudem verbesserte er sich so gegenüber der DM 2015 um einen Rang, obwohl sich mit Robert Harting (2015 verletzt) ein weiterer „Großer“ hinzu gesellte.

„Es hat großen Spaß gemacht, vor so einem guten Publikum zu werfen. Auszusetzen hätte ich nur, dass ich so spät in den Wettkampf gefunden habe“, erzählte der jetzt Potsdamer seinen beiden ehemaligen Vereinskameraden aus Mühl Rosin als Erste. Greta Blaudzun und Niclas Schulz machten sich, nachdem Autogramm ergattert und Selfie geschossen waren, auf die Suche nach ihrem zweiten „Ehemaligen“ bei dieser DM. Der war da aber gerade beim Einlaufen für sein 5000-Meter-Rennen und durfte natürlich nicht gestört werden.


Gegenüber 2015 deutlich gesteigert: Tom Gröschel


Als es dann raus auf die Bahn ging für Tom Gröschel, war der Badendieker voll fokussiert. „Am Start habe ich aber gehört, dass Greta und Schulzi mich angefeuert haben“, berichtete der 24-Jährige der SVZ. Er habe es unbedingt besser machen wollen als im vorigen Jahr (17./14:41,88min), in die Nähe seiner Bestzeit laufen und unter die Top-Ten kommen. Bis etwa zur Mitte der Distanz konnte er bei mäßigem Tempo gut im Feld der 16 Läufer „mitschwimmen“. Dann aber, als der spätere Meister scharf anzog, musste der Landespolizist abreißen lassen. „Auf diese taktische Situation war ich schon eingestellt. Aber wenn ein Richard Ringer anzieht, kann ich einfach nicht folgen“, beschreibt Gröschel seine Gemütslage im entscheidenden Augenblick des Rennens. Sein Vorhaben indes klappte mit 14:21,03 Minuten. Und da er auf den zwei Schlussrunden noch gut Luft hatte, ging es bis auf Rang 9 vor. „Ein bisschen hat mir vielleicht der Mut gefehlt, länger mitzugehen. Ich wollte aber am Ende auch nicht einbrechen.“ Alles in allem ging sein Plan also auf. Nur die Achillesferse zwickte hinterher den passionierten Straßenläufer wegen der ungeliebten Belastungen mit den Spikes auf dem Tartan. Nach zwei Tagen der Erholung und etwas Physiotherapie sollte das jetzt aber wieder vergessen sein.

Gestern ging Tom Gröschel in die Heidberge trainieren. „Ohne Bestzeit gehe ich nicht aus diesem Jahr!“, versprach schließlich der Langstreckler vom TC Fiko Rostock zum Abschluss der DM den beiden Mühl Rosinern, als die ihn beim Auslaufen in Kassel dann doch noch aufgestöbert hatten.

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