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Leichtathletik : Kein Bein-, dafür Daumenbruch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Diskuswerfer Clemens Prüfer aus Güstrow gewinnt bei Deutscher Winterwurf-Meisterschaft Silber

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 19:00 Uhr

Immer ein wenig abseits von den Hallenwettkämpfen der Leichtathleten tragen die Nachwuchswerfer ihre Winterwurfmeisterschaften aus. So traf sich die deutsche Wurfelite der U18 und der U20 in Wattenscheid zur Ermittlung ihrer Meister. Darunter auch der Güstrower Clemens Prüfer. Für den 18-Jährigen, mit seinen Vorjahresbestwerten durchaus mitfavorisiert, musste der Diskusring die einzige Bewährungsprobe bleiben. Nach einer Trainingsverletzung, die er sich im Januar am Knie zuzog, kann er noch nicht voll belasten und er verzichtete auf das Kugelstoßen unter dem Hallendach.

Trotz seines Handicaps blieb der beim SC Potsdam trainierende Abiturient nicht untätig, trat mit dem Diskus an und gewann mit 57,29m Silber. Besiegt wurde er von seinem Kumpel aus Neubrandenburger Zeiten, Merten Howe. Das hatte sich in den ersten Wochen des noch jungen Jahres schon angedeutet, als der SCN-Sportler den 37 Jahre alten MV-Landesrekord in der U20 auslöschte. So weit, 61,45m, warf bei der DM keiner. Denn am Sonntag im altehrwürdigen Stadion Lohrheide – bekannt vor allem Fußballkennern aus Wattenscheider Bundesligazeiten – wehte ein heftiger Rückenwind, bekanntlich Gift für die Diskusscheiben. Damit hatte Clemens mit seiner arteigenen Technik noch ein zusätzliches Problem. „Ich werfe immer sehr flach und hab es im Wettkampf nicht geschafft, das auf einen steileren Winkel umzustellen“, schätzte er hinterher selbstkritisch ein. So reichten Merten Howe 58,98m zum klaren Sieg, nachdem er schon am Vortag das Kugelstoßen mit starken 20,17m gewonnen hatte. „Das ist schon in Ordnung so, der Merten ist endlich mal dran gewesen“, fand der Güstrower lobende Worte für die ersten Deutschen Meistertitel seines jahrelangen Dauerkontrahenten und Freundes.

Zu diesem Saisonzeitpunkt ist DM-Silber kein Beinbruch für Clemens Prüfer, dessen Augenmerk in diesem Jahr natürlich auf der Junioren-WM in Bygoszcz (Bromberg/19.-24. Juli) liegt. Dumm nur, dass er auf dem Weg dorthin schon am Montag schon wieder ein Stück zurückgeworfen wurde: Beim Schulsport-Volleyball brach er sich den rechten Daumen! Damit ist jetzt erst mal zwei Wochen absolute Ruhestellung angesagt. Damit muss er leider auch seinen fest eingeplanten Start beim Länderkampf Italien-Frankreich-Deutschland absagen, der am Sonnabend in Padua (It) über die Bühne geht.

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