Laufsport : Im Eiltempo durch die Ewige Stadt

Nils Schmiedeberg und Jens Mellenthin nahmen am Rom-Marathon teil.
Nils Schmiedeberg und Jens Mellenthin nahmen am Rom-Marathon teil.

Nils Schmiedeberg und Jens Mellenthin nahmen am verregneten Marathon in Rom teil und erzielten gute Zeiten

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08. April 2017, 05:00 Uhr

Der April ist der Monat der Frühjahrsmarathons. Abertausende von Laufbegeisterten auf der ganzen Welt möchten wissen, ob ihr Wintertraining angeschlagen hat und sie erfolgreich einen Marathonlauf über die berühmten 42,195 Kilometer bewältigen können. Das kann man im eigenen Lande „gleich um die Ecke“ tun – bei uns in Mecklenburg-Vorpommern bot sich dafür der Haffmarathon von Ueckermünde an, oder aber man verbindet das Laufabenteuer mit einer Reise in andere Länder.

Für zwei Athleten des Tri Fun Güstrow ging es diesmal in die „Ewige Stadt“ nach Rom, wo über 13 000 Läuferinnen und Läufer die klassische Distanz unter die Füße nahmen. Allerdings hatten Nils Schmiedeberg und Jens Mellenthin dabei den Wettergott nicht im Gepäck. Während an den Tagen vor und nach dem Marathon die Sonne lachte und es frühlingshaft warm war, hatten es die Sportler am Wettkampftag mit heftigen Regenfällen zu tun. Dabei machte den Teilnehmern aus 131 Nationen nicht nur die daraus resultierende Kälte zu schaffen. Die Nässe auf dem zu großen Teilen doch sehr unebenen Basaltpflaster der italienischen Hauptstadt machte die Strecke gefährlich glatt und führte sogar zu einigen Stürzen, wovon die beiden Güstrower allerdings zum Glück verschont blieben.

Wenn man beim Marathon von einer klassischen Strecke spricht, so hat der Kurs in Rom wohl am aller ehesten diese Bezeichnung verdient. Nach dem Start am weltberühmten Kolosseum wird kaum eine der großartigen Sehenswürdigkeiten zwischen Forum Romanum und Petersplatz ausgelassen, bevor dann endlich auf der Via dei Fori Imperiali unter dem Beifall tausender begeisterter Zuschauer das Ziel erreicht wird.

Trotz verletzungsbedingt nicht optimaler Vorbereitung erreichte Nils Schmiedeberg es schon nach 3 Stunden, 3 Minuten und 43 Sekunden. Einer Zeit, mit der er in Ueckermünde (bei besseren Bedingungen) überlegen Landesmeister seiner Altersklasse M 50 geworden wäre. Aber auch in Rom belegte der Tri-Fun-er damit einen hervorragenden 32. Platz unter 1.763 Konkurrenten seiner Altersklasse.

Für Jens Mellenthin blieben die Uhren nach 3:43:57 Stunden stehen. Mit Gesamtrang 3.697 ließ der Liessower so fast 10 000 Finisher aus aller Welt hinter sich.


Landesmeisterschaften in Ueckermünde


Bei fast schon sommerlichem Wetter fanden dagegen im Rahmen des 34. Haffmarathons die Landesmeisterschaften in Ueckermünde statt. Gleichzeitig wurden sowohl auf der langen Strecke als auch in den zahlreichen Rahmenwettbewerben über kürzere Distanzen Punkte für die Landescupwertungen in den verschiedenen Altersklassen vergeben.

Auf der Königsdistanz über die vollen 42,195 Kilometer konnten die Vertreter der Region einen vollen Meisterschafts-Medaillensatz mit nach Hause bringen. Die absolute Top-Leistung vollbrachte dabei Frank Schütz vom Güstrower Laufsportverein. In ausgezeichneten 2:58:01 Stunden knackte der 57-Jährige als einer von nur insgesamt drei Läufern die 3-Stunden-Marke, belegte damit auch Gesamtrang drei und wurde überlegener Landesmeister in der Altersklasse M 55.

Sein Vereinskamerad Jörg Raddatz – immerhin auch schon der M 50 angehörend – verbesserte seine persönliche Bestzeit um über drei Minuten auf bemerkenswerte 3:21:21 Stunden und konnte sich dafür über die Silbermedaille seiner Altersklasse freuen. Auf das Podest begleitet wurde der Güstrower von Bernd Jänike vom SC Laage. Der befindet sich in der Vorbereitung auf den Supermarathon im Mai auf dem Rennsteig (73,5 km) und war sowohl mit den erzielten 3:32:19 Stunden als auch Rang 3 in der M 50 hochzufrieden.

Als zweiter Starter für den SC Laage war Olaf Schulz-Nieber auf dem langen Kanten unterwegs. Für den Tessiner ist der Ueckermünder Marathon seit vielen Jahren geradezu ein Muss. Diesmal belegte er nach 4:36:38 Stunden den 8. Platz in der M 45.

In den hohen und niedrigen Altersklassen wurden die LC-Punkte auf den kürzeren Strecken vergeben. Altersklassensieg und damit maximale Punkte im Landescup holte sich über die Halbmarathondistanz in der M 70 Karl Schwarzenberg (LSV Güstrow) in tollen 1:54:34. Bei den noch fünf Jahre älteren machte es ihm Vereinskollege Günter Wolf über die 5 Kilometer in 23:22 Minuten gleich.

In den Cupwertungen der Jugendklassen trumpften wieder die Laager Lauffreunde auf. So liefen auf der 5-Kilometer-Strecke sowohl Maximilian Heise nach 18:52 Minuten in der U18 als auch – noch bemerkenswerter – Ricardo Wendt nach 19:58 Minuten in der U 16 als Sieger über die Ziellinie. Bei den unter 16 Jährigen jungen Damen kam Jennifer Heise (23:30 Min.) als Zweite vor Joelina Raith (25:06 Min.) ins Ziel.

Für die jüngsten Teilnehmer am Intersport-Nachwuchslaufcup standen diesmal die zwei Kilometer auf dem Programm. Hier vollbrachten Natalia Kuberka (8:54 Min.) mit Rang 2 in der U10 sowie Denise Koch (8:29 Min.) als Dritte in der U 12 starke Leistungen.

Weitere Ergebnisse aus Ueckermünde: 21,1 km: M 45: 1. R. Kähler (LSV) 1:26:03, 5 km: WU14: 7. J. Ostertag 24:35, 8. L. Krooß 25:01, 9. L. Klose 25:02; MU14: 3. N. Gierz 23:22, 2 km: WU10: 3. V. Koch 9:00, 5. F. Ostertag 10:01, 8. L. Blum 11:05; MU10: 4. L. Raith 9:39; MU8: 2. E. Ostertag 10:48, 3. J. Blum 10:59

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