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Lokaler Sport Güstrower Anzeiger

18. November 2017 | 04:05 Uhr

Handball : Holger Schneider übernimmt GHV

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ehemaliger Nationalspieler und Bundesliga-Coach trainiert die erste Männermannschaft in der Handball-Verbandsliga

In der Handball-Verbandsliga vermeldet der Güstrower HV einen spektakulären Neuzugang. Mit Holger Schneider übernimmt ein ehemaliger Nationalspieler und Bundesliga-Coach bei den Männern das Traineramt. Der 1,88 Meter große Schneider bestritt 98 Spiele in der Männer-Handballnationalmannschaft der DDR bzw. der deutschen Nationalmannschaft, in denen er 197 Tore erzielte. Der Linksaußen stand bei den Olympischen Spielen 1988, der Weltmeisterschaft 1990 und den Olympischen Spielen 1992 im Aufgebot der Nationalmannschaft der DDR bzw. der Bundesrepublik.

Umso erstaunlicher, dass er nun beim GHV seine Zelte aufschlägt, aber auch nicht ganz abwägig. „Das Engagement bei der ersten Männermannschaft ist eher durch puren Zufall entstanden. Ich habe nebenbei erfahren, dass die Erste keinen Trainer hat und dass das Team auseinander zu brechen drohte. Das wäre schade gewesen“, erklärt Schneider. Nach wenigen Gesprächen mit den Verantwortlichen des GHV entschloss er sich, das Traineramt zu übernehmen.

Für den gebürtigen Güstrower sei es auch eine Herzensangelegenheit. Mit sieben Jahren begann seine Karriere in der Barlachstadt. Als Linksaußen war er auch beim SV Post Schwerin, HC Empor Rostock und der SG Flensburg-Handewitt aktiv. Seine Laufbahn beendete er nach einer Saison (1998/99) als Spielertrainer beim späteren österreichischen Meister A1 Bregenz. Mit der SG Flensburg-Handewitt gewann er 1997 den EHF-Pokal. Zu seinen sportlichen Erfolgen gehören zudem zwei Siege im FDGB-Pokal mit dem SC Empor Rostock 1987 und 1988, die Teilnahme an zwei Europapokal-Halbfinalspielen, zwei Vize-Meistertitel (Spielzeit 1995/1996 und 1996/1997) und eine Teilnahme am DHB-Pokal-Finale 1994 mit den Flensburgern.

Ende 2011 zog sich Holger Schneider aus dem Leistungssport zurück. „Meine Prioritäten haben sich ganz einfach gedreht. Ich bin im Job so eingebunden, dass es zeitlich nicht mehr machbar ist, professionellen Handball zu betreiben“, sagt der 51-Jährige, der das Teambildungszentrum im Gut Schwechow (zwischen Hagenow und Boizenburg) leitet.

„So ganz ohne Handball wollte ich dann aber auch nicht leben, ich wollte deshalb die Sechsjährigen beim Güstrower HV übernehmen“, erklärt Schneider. Nun ist es aber die erste Männermannschaft geworden. „Das lässt sich zeitlich auch noch eintakten“, sagt der Güstrower, der mit dem Team derzeit drei bis vier Mal trainiert. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Profistationen muss Schneider seine Ansprüche beim GHV natürlich zurückschrauben, weil das Leistungsvermögen ein anderes ist. „Man merkt aber, dass die Jungs gewillt sind, etwas zu lernen. Wir haben eine sehr gute Trainingsbeteiligung von 14 bis 16 Leuten“, sagt Schneider.

Nach Platz zwei in der Vorsaison dürfte das Team mit dem neuen Trainer in der kommenden Spielzeit zu den großen Aufstiegsfavoriten gehören. „Wir wollen Step by Step nach vorne kommen. Die Zielstellung werden wir uns gemeinsam erarbeiten. Mir ist wichtig, dass die Spieler mit dem Herzen dabei sind und Spaß haben“, sagt Holger Schneider, der auf eine erfolgreiche Trainerkarriere zurückblicken kann. Dazu zählen der Aufstieg in die 1. Bundesliga, Saison 2000/01, mit dem SV Post Schwerin, die Relegation zum Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga mit dem SV Post Schwerin (2002/03) und mit dem Stralsunder HV (2006/07) sowie der Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga (2007/08) mit dem Stralsunder HV.

Zuletzt coachte Schneider in Springe einen Drittligisten, den er aber aus eigenen Stücken zum Saisonende verließ. Für den Güstrower HV ein Glücksfall, wenn Holger Schneider in seiner Heimat nun am Ball bleibt. Das erste Punktspiel bestreitet die Güstrower Sieben dann am Sonnabend, 13. September, um 17 Uhr beim VfL Blau-Weiß Neukloster.

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