Fußball-Verbandsliga : Hinten und vorne nicht gereicht

marvin bartelt

Fußball-Verbandsliga, 18. Spieltag: Güstrower Männer unterliegen beim TSV 1860 Stralsund überraschend deutlich mit 1:4

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04. März 2019, 05:00 Uhr

Es ist sicherlich die Überraschung des 18. Spieltages in der Fußball-Verbandsliga: Der Güstrower SC (3.) unterlag beim TSV 1860 Stralsund (14.) mit 1:4 (0:2) und war mit diesem Ergebnis sogar noch gut bedient. „Es hat hinten und vorne nicht gereicht. Der Gegner war uns in allen Belangen überlegen. Wir müssen uns bei Kirsche (Florian Kirsch – Anm. d. Red.) bedanken, der fünf bis sechs Riesen rausgeholt und sensationell gehalten hat“, sagt GSC-Trainer Holger Scherz.

Dabei war seine Mannschaft als Favorit in das Spiel gegangen, wurde dieser Rolle aber zu keinem Zeitpunkt gerecht. Die Stralsunder übten mit drei Leuten vorne Druck aus, womit die Güstrower überhaupt nicht klarkamen. „Wir haben es nicht verstanden, diese Linie sauber zu überspielen. Dahinter waren Riesenräume, um den Gegner zu knacken“, erklärt Scherz. Stattdessen hatte der TSV nach fünf Minuten schon drei Großchancen – noch ohne Erfolg. „Trotzdem wittert der Gegner dadurch Morgenluft. Für uns wurde es dann auch vom Kopf schwer, den Schalter wieder umzulegen, weil uns das doch ziemlich überrascht hat“, erklärt Holger Scherz. Trotzdem unterstellt der 49-Jährige seiner Mannschaft nicht, die Stralsunder unterschätzt zu haben. „Ich kann es mir einfach machen und sagen, das war Kopfsache. Das mache ich aber nicht, weil ich auch nicht das Gefühl hatte. Auf dem Hockeyplatz hatten wir vielmehr Probleme im technischen Bereich. Der Ball ist zum Teil anders gesprungen, als zum Beispiel auf unserem Kunstrasen. Stralsund ist das gewohnt, von daher war es vielleicht ein kleiner Vorteil für sie“, sagt Scherz, ohne die Schuld auf den Platz zu schieben, denn die Hauptgründe für den dürftigen Auftritt lagen neben dem technischen auch im spielerischen Bereich. Dass der TSV 1860 in Durchgang eins den GSC nur zweimal bestrafte (13., 40.) war für die Gäste sogar ein Glücksfall – dank Florian Kirsch. „In der Halbzeit wusste ich nicht so richtig, was ich machen soll. Man kann taktisch machen, was man will, wenn wir solche Fehlpässe spielen, wie wir es gemacht haben“, erklärt der Güstrower Fußball-Lehrer.

Dieses Bild änderte sich zu Beginn der zweiten Hälfte. Der Gast fand besser in die Partie, nutzte aber nun seine eigenen Torchancen nicht. „Wäre uns in dieser Phase der Anschlusstreffer geglückt, hätten wir das Spiel sogar noch drehen können“, sagt Holger Scherz. Der GSC-Trainer stellte defensiv auf Dreierkette um, wollte damit ein Zeichen setzen. Doch nur wenige Augenblicke später erhöhte Stralsund auf 3:0 (69.). Neun Minuten vor dem Ende wurden aber auch die Güstrower Bemühungen belohnt. Ole Schuller verkürzte auf 1:3. Den Schlusspunkt setzten jedoch wieder die Hausherren (85.). „Man muss dann auch einfach mal anerkennen, dass der Gegner mit viel Herzblut gekämpft hat und besser war. Bei uns hat bis auf Kirsche keiner annähernd Normalform gezeigt. So ist das aber im Fußball. Es bringt jetzt nichts, mit dem Knüppel draufzuhauen. Meine Aufgabe ist es jetzt, Hilfestellung zu geben und Lösungen aufzuzeigen, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. Da stelle ich mich auch vor die Truppe. Ich werde keinen an die Wand nageln, dadurch wird er auch nicht besser“, wählt Holger Scherz die sanftere Variante, um diese Niederlage zu verarbeiten.

Güstrower SC: Florian Kirsch – Marvin Bartelt, Michael Hintze, Paul Fichelmann, Patrick Runzer, Tim Schumacher, Enrico Karg, Sava-André Mihajlovic, Björn Plate, Ole Schuller, Björn Boy (68. Henrik Löhning)


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