Leichtathletik : Henning Prüfer holt Edelmetall

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Bronze bei U20-EM für Güstrower / Bruder Clemens Prüfer nur Zwölfter

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20. Juli 2015, 11:42 Uhr

In einem Diskuswurffinale von zuvor nie gekannter Qualität gewann Junior Henning Prüfer sein viertes Edelmetall bei internationalen Meisterschaften. Doch anders als bei den Weltmeisterschaften zuvor reichte es bei der U20-EM im schwedischen Eskilstuna „nur“ zu Bronze.

Gleich mit seinem ersten Wurf setzte er mit 64,18m seine „Silber-Marke“ von Eugene, an der die Konkurrenz lange zu knabbern hatte. Doch für die Siegerfaust war es zu früh, wie sich zeigen sollte. Zuerst fing sich Favorit Martin Markovic. Der Kroate, der sich erst zwei Wochen zuvor mit 68,48m an die 2. Stelle der ewigen Juniorenbestenliste gesetzt hatte, feuerte das 1,75kg schwere Wurfgerät im 3. Versuch auf 66,66m. Da hätte der Güstrower schon mit einem deutschen Rekord antworten müssen. Doch sein Pulver war bereits verschossen. Und auch Silber, wie schon dreimal bei Jugend- und Junioren-WM, sollte es diesmal nicht werden. Denn der Pole Bartlomiej Stoj, der von vornherein zu den Medaillenkandidaten zählte, steigerte Markovics Meisterschaftsrekord noch einmal auf für die Konkurrenz übermächtige 68,02m. Da fiel auch der Konter des Weltmeisters aus Kroatien (67,11m) zu kurz aus. Domantas Poska, der Litauer, ebenfalls zu den vier Anwärtern auf Edelmetall zählend, ging mit Platz 4 leer aus.

Bitter verlief der Wettkampf für Clemens, den jüngeren der beiden Prüfer-Brüder. Durchaus mit Ambitionen ins Rennen gegangen, was er in der Qualifikation mit der viertbesten Weite untermauerte, hatte er zunächst bei einem satten 60er kaum merklich die Fußspitze auf der Ringkante. Nach einem verkorksten zweiten Versuch (54,47m) knallte er dann mit seiner Scheibe das 60m-Hütchen weg – ungültig. „Der Wind hat total verrückt gespielt. Den Wurf habe ich lange Zeit sicher drin gesehen – und dann drehte das Ding total nach links ab. Das ist einfach nur ärgerlich, denn für mich war sogar Platz vier drin“, resümierte der Güstrower enttäuscht. So blieb dem 17-Jährigen am Ende unverhofft nur der 12. und damit letzte Platz im Finale. Doch in der Tat, der seitlich von rechts zuweilen sehr stark ins Stadion reinpfeifende Wind machte allen Aktiven arg zu schaffen. So war es wohl kein Zufall, dass die vier Werfer des jüngeren, 1997er-Jahrgangs allesamt nach drei Versuchen die Segel streichen mussten.

Mit ein bisschen mehr Erfahrung ausgestattet, rettete sich dagegen der dritte Deutsche im Bunde, Tony Zeuke (LV Erzgebirge), ebenso mit dem dritten Versuch in den Endkampf wie auch Stoj – der spätere Sieger.

„Für Clemens war das einfach nur schade“, meinte denn auch ein etwas zwiegespaltener Jörg Schulte. Auf Henning bezogen, meinte der Potsdamer Trainer der Prüfers das Optimum gesehen zu haben. „Man muss mit Bronze zufrieden sein, wenn man seine Rückenprobleme in dieser Saison berücksichtigt. Unter diesen Umständen war er gegen die beiden Ersten einfach nicht konkurrenzfähig.“ Die erhoffte Medaille gewonnen, und doch war Henning Prüfer leicht angesäuert: „Den Silberfluch wollte ich eigentlich in die andere Richtung besiegen.“


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