SVZ-Sportlerwahl : Heimspiel in der Landeshauptstadt

Kamen in feinem, einheitlichem Zwirn: die Hockeyspieler des ATSV, die Tom Gröschel (2.v.l.) in ihren Halbkreis aufnahmen.
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Kamen in feinem, einheitlichem Zwirn: die Hockeyspieler des ATSV, die Tom Gröschel (2.v.l.) in ihren Halbkreis aufnahmen.

Bei der SVZ-Sportlerwahl hatten Güstrower und Mühl Rosiner das Casino im Schweriner Verlagshaus fest in der Hand / Sieg in vier der fünf Kategorien

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19. Februar 2014, 18:00 Uhr

Schon die Bekanntgabe der jeweils ersten drei Erstplatzierten in den fünf Kategorien der SVZ-Sportlerwahl 2013 hielt faustdicke Überraschungen bereit. So stellte Güstrow und Umgebung allein neun der 15 ins Verlagshaus nach Schwerin zur Ehrung Eingeladenen. Und mit drei in der Region beheimateten Nachwuchssportlern, die ihre sportliche Laufbahn beim LAC Mühl Rosin begannen, war auch schon der Gesamtsieg in zumindest dieser Kategorien bereits zementiert. Dabei stand eigentlich zu befürchten, dass sich die Stimmen auf die drei Nominierten „verzetteln“ könnten. Doch das Votum ist ein klares Signal, dass die SVZ-Leser-Sympathien für die Leichtathletik im Allgemeinen und für die LAC-Sportler im Besonderen offenbar nicht allein in Güstrow, Mühl Rosin und Badendiek zu Hause sind. Doch es sollte am Dienstagabend noch viel „dicker“ kommen…


ATSV: alle beschäftigt mit dem Abstiegskampf


In gleich vier der fünf Kategorien stellt „Güstrow“ die diesjährigen Umfragesieger! Jan Kawelke, Zehnkämpfer und Stabhochspringer vom LAC Mühl Rosin, war denn auch sichtlich verblüfft über seinen auch noch haushohen Sieg bei den Männern, vor Profiboxer Jürgen Brähmer und Bahnsportler Kevin Wölbert. „Ich kann mich ja überhaupt nicht mit den Großen des Sports vergleichen. Aber ich habe das Glück, in solch einem Verein trainieren zu können. Ab und zu brauche ich einen, der mir in den Hintern tritt – und das macht die Jugend bei uns“, suchte der 43-Jährige Vizeweltmeister der Senioren nach einer Erklärung für seinen Erfolg.

War schon Kawelkes Sieg eine deftige Überraschung, so mutet der Erfolg der Güstrower ATSV-Hockeymannschaften in der „Königskategorie“ Mannschaften sensationell an. Die lösten immerhin den verdienten Seriensieger der letzten sechs Jahre, die Volleyballdamen des Schweriner SC, ab. Teammanager Marco Drenkhan, der seine nahezu kompletten Aufgebote bei den Damen und Herren nach Schwerin mitbrachte, freute sich natürlich schon mal über den Klassenerhalt der Herren in der 2. Bundesliga. „Jetzt aber sind wir alle im ganzen Verein damit beschäftigt, dass unsere Damen ihre letzten beiden Heimspiele gewinnen und am Ende ebenfalls den Klassenerhalt sichern“, lenkte Drenckhan den Fokus auf den kommenden Sonntag, wenn die erste dieser Hürden genommen werden soll.


„Strutzi“ allein gegen Güstrow? Von wegen!


Die nächste Überraschung war perfekt, als in der Kategorie Trainer des Jahres der Boxcoach Michael Timm als erster, also Drittplatzierter auf das Podium gerufen wurde. Bedeutete: Eine Güstrowerin wird Siegerin! Es war die knappste aller Entscheidungen, mit der Faustball-trainerin Cornelia Kirsch vom Güstrower SC ihre Leichtathletik-Kollegin Sabine Beutling vom LAC Mühl Rosin hinter sich ließ. „Das ist ja nicht nur die Ehrung für 2013, sondern für eine Art Lebenswerk“, meint Christian Frenzel, immer noch mit Güstrow verbundener Faustballer, der als Vorsitzender des Landesturnverbandes quasi sportlicher „Vorgesetzter“ der Faustballer in MV ist. Der ließ es sich nicht nehmen, auch den Frauen und Männern seines alten Vereins zum 3. Platz zu gratulieren. „Ich bekam den Tipp, dass es sich als Güstrower lohnen könnte herzukommen“, berichtet Frenzel, der als Staatssekretär in der Schweriner Staatskanzlei einen kurzen Weg ins Verlagshaus hat.

Hochsprung-Olympiasieger Gerd Wessig schließlich rief die drei Leichtathleten auf das Podium, die das Rennen unter sich ausmachten. Hier gelang dem LAC Mühl Rosin und seinen vielen Sympathisanten rund um Güstrow das Kunststück, mit Jil Möde (SC Neubrandenburg) seinen vierten „Ehemaligen“ in Folge aufs oberste Treppchen der SVZ-Sportlerwahl zu schicken! Ebenso wie Titelverteidiger Henning Prüfer (SC Potsdam) stand ja auch Tom Gröschel (Fiko Rostock) schon einmal ganz oben in dieser Sportlerwahl, ebenso Louis Simon, jetzt 1. LAV Rostock. „Das ist ein großer Ansporn für mich für weitere gute Leistungen“, freute sich Jil Möde, dass sie sich nun einreiht in diese einzigartige Bilanz.

Bliebe die Kategorie Frauen. Hier stand mit Anja Dobbert eine Güstrower Sportschützin als Drittplatzierte auf dem Podium. 48 Deutsche Meistertitel hat sie bereits errungen, wenn sie denn richtig gezählt hat. Voriges Jahr startete sie in 21 Disziplinen – und war 14-mal die Siegerin!


„Das muss der Geist von Mühl Rosin sein“


Martina Strutz als Frauen-Siegerin der SVZ-Leserumfrage also allein unter Güstrower Gewinnern? „Ich bin ja auch fast eine Güstrowerin“, meint die stabhochspringende Polizeimeisterin verschmitzt, und verweist, kess wie immer, auf fünf Jahre, die sie an der Fachhochschule an der Goldberger Straße in der Polizei-Sportgruppe des Landes studierte.

Nun sind Sportlerwahlen durch die Leserschaft einer Zeitung nicht unbedingt nur der Gradmesser sportlicher Erfolge. Wolfgang Remer, Vorsitzender des Landessportbundes: „Erfolgreich waren alle, die heute hier waren oder auf den Umfrageplätzen einkamen. Hier werden die beliebtesten Sportler gewählt, und da können sich halt andere Rangfolgen ergeben.“ Warum aber gleich so viele Güstrower das Casino im SVZ-Verlagshaus bevölkerten? Der Schweriner Gerd Wessig hatte dafür eine Erklärung: „Das muss der besondere Spirit von Mühl Rosin sein.“ Wie auch immer der gehe: Ganz offensichtlich habe dieser Geist auf die ganze Region abgefärbt.


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