zur Navigation springen

Turniertriumph : Güstrower SC macht es noch einmal

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landesliga-Kicker wiederholen Vorjahrestriumph beim Hans-Scheidemann-Gedenkturnier in der Sport- und Kongresshalle

Durch einen Treffer von Rückkehrer Sava Mihajlovic im Finale gegen den FC Mecklenburg Schwerin wiederholten die Landesliga-Fußballer des Güstrower SC ihren sensationellen Triumph aus dem Vorjahr beim eigenen Hans-Scheidemann-Gedenkturnier in der Sport- und Kongresshalle. 1:0 endete das Endspiel für die Barlachstädter. „Wir haben das Turnier verdient gewonnen. Alle Spieler sind ans Limit gegangen und zeigten eine absolute Einsatzbereitschaft. Nur so kann man auch gewinnen“, sagt Güstrows Trainer Sven Lange, der bei seinem ersten offiziellen Auftritt gleichzeitig eine Premiere im Dress des GSC feierte. Einen Einstand nach Maß nennt man so was.

Bis zum krönenden Abschluss war es aber ein weiter Weg für die Hausherren, denn mit zehn Mannschaften war das Teilnehmerfeld in diesem Jahr etwas größer als gewohnt. Anlässlich der 40. Auflage des Gedenkturniers begrüßte der Güstrower Sportclub fast alle Sieger aus der Nachwendezeit. Im hauptsächlich aus Ober- und Verbandsligisten bestehenden Kreis tummelten sich mit dem FC Aufbau Sternberg und dem SV Warnemünde auch zwei Landesklasse-Truppen, die schnell erkennen mussten, dass für sie nicht viel zu holen war. Am Ende duellierten sich beide Mannschaften im Spiel um Platz neun vom Neunmeterpunkt, welches die Sternberger mit 2:0 gewannen. Der GSC als Titelverteidiger war der einzige Landesligist und mischte das Konzert der „Großen“ von Anfang an auf. Gegen den Rostocker FC gelang zum Turnierauftakt ein 4:1-Erfolg und ebnete den Weg zum erneuten Triumph. „Der Sieg im ersten Spiel war ganz wichtig“, sagt GSC-Kapitän Tobias Schollmaier. Diese drei Punkte gegen den aktuellen Verbandsliga-Elften gaben enormes Selbstvertrauen für die weiteren Aufgaben. Nach diesem Achtungszeichen folgte aber ein zäher Auftritt gegen Sternberg, der erst wenige Sekunden vor dem Ende mit 2:1 siegreich gestaltet wurde. Doch dieser Warnschuss kam gerade rechtzeitig vor den beiden Duellen gegen die Verbandsliga-Spitzenteams aus Waren und Sievershagen.


Endspiel um Halbfinaleinzug


Hoch motiviert und voll konzentriert trotzten die Güstrower zunächst den Warenern ein 1:1 ab, ehe das „Endspiel“ um den Halbfinaleinzug gegen den Sievershäger SV folgte. Die Konstellation sah vor, dass die Gastgeber nicht mit zwei Toren Unterschied verlieren durften, sonst wären sie vorzeitig raus gewesen. Wieder riefen die Lange-Schützlinge eine starke Vorstellung ab und lagen lange Zeit mit 1:0 in Führung. Als das Weiterkommen schon in der Tasche war, markierten die Rand-Rostocker zwar noch den Ausgleich, doch das änderte nichts mehr. „Auf das Halbfinale haben wir natürlich im Vorfeld gehofft“, sagte Jens Schweder vom Organisationsteam, der mit seinen Mitstreitern Thoralf Stindl, Ron Olaf Rebien und Steffen Papenfuß dieses Hallenspektakel auf die Beine stellte.

Der Stimmung in der mit 703 Zuschauern voll besetzten Sport- und Kongresshalle gab der Erfolg des GSC noch einmal einen Schub, denn im Halbfinale gegen den Malchower SV, dem Sieger der Gruppe B, herrschte absolute Gänsehautstimmung. Dieses Duell brachte ja auch eine Menge Brisanz mit sich, schließlich wollen mit Sava Mihajlovic, Marvin Bartelt und Björn Plate gleich drei ehemalige Malchower ab der Rückrunde für die Barlachstädter die Töppen schnüren. Außerdem traf Sven Lange auf seine alten Weggefährten, wenngleich nicht mehr all zu viele davon übrig geblieben sind. Da auch der MSV ein paar lautstarke Anhänger mitbrachte, stand die Halle für 12:40 Minuten Kopf, erst recht, als der GSC das 1:0, 2:0 und 3:0 markierte, denn der Großteil stärkte natürlich den Hausherren den Rücken. Mit diesem am Ende deutlichen Erfolg zogen die Güstrower also zum dritten Mal in Folge ins Endspiel ein, wo mit dem FC Mecklenburg Schwerin (4.) ein weiteres Team aus dem oberen Drittel der Verbandsliga wartete. Die Landeshauptstädter setzten sich im Halbfinale mit 6:4 (2:2) nach Neunmeterschießen gegen Waren durch.


Handgemenge nach Finale


Das Finale war dann vor allem von Taktik und Härte geprägt. Keine Mannschaft wollte einen Fehler machen, es gab bissige Zweikämpfe. Eine feine Einzelleistung von Sava Mihajlovic bescherte den Güstrowern schließlich die Führung, die sie anschließend mit Mann und Maus verteidigten. Das passte den Schwerinern gar nicht, die sich gegen Ende der Partie immer mehr gegen Schiedsrichter Frank Hübner wendeten, obwohl dieser sehr umsichtig agierte. Die Unsitte der Spieler, fast jede Entscheidung zu kommentieren und reklamieren, bekamen aber auch die beiden anderen Unparteiischen , Ole Schuller und Norbert Heyn, immer wieder zu spüren. Frank Hübner jedenfalls ließ sich von den verbalen Attacken der Landeshauptstädter nicht beeinflussen. Sportlich schafften sie es einfach nicht, das GSC-Bollwerk zu durchbrechen und verloren am Ende knapp und schoben großen Frust. Die Jubelorgien der Hausherren wurden deshalb zunächst unterbrochen, weil sich die Schweriner als schlechte Verlierer erwiesen. Auf dem Parkett kam es zu tumultartigen Szenen, weil sich Spieler beider Mannschaften ein kurzes Handgemenge lieferten. Als sich die Lage relativ schnell wieder beruhigte, durften die Güstrower dann endlich ihren zweiten Erfolg in Serie ausgiebig feiern. Wo genau die Sause am Ende stieg, wurde kurz nach Turnierschluss nicht verraten, Trainer Sven Lange sagt nur so viel: „Es geht noch einiges.“ Das hatte sich die gesamte Güstrower Mannschaft, vom Spieler bis zum Betreuer, auch verdient.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen