segeln : Güstrower in „fremdem“ Revier

Jörn-Christoph Jansen
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Jörn-Christoph Jansen

Segeln: Aktive, Wettfahrtleiter, Schiedsrichter – Segler vom Inselsee bei Warnemünder Woche

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19. Juli 2014, 06:00 Uhr

Für den Wassersport-Verein-Güstrow 1928 (WVG) war die 77. Warnemünder Woche die dritte Auflage dieses Events als Co-Ausrichter und Unterstützer des Warnemünder Segel-Clubs. Nicht auf dem heimischen Inselsee, sondern auf der großen Ostsee sind die Güstrower dabei in allen Facetten, die der Segelsport zu bieten hat, aktiv: Segler, Wettfahrtleitung, Schiedsgericht und Organisation.

Als Segler nahmen Aktive des WVG an der Ranglistenregatta der Piraten teil. Die größten Hoffnungen ruhten dabei auf Peter Anders/Peter Bark. Mit den Platzierungen 4, 3 und 5 bei sechs bis acht Windstärken lief der erste Wettfahrttag gut an. „Das waren schon extreme Bedingungen. Viele Segler kenterten; zwei Mastbrüche waren zu beklagen“, berichtet Peter Anders. An den Folgetagen lief es nicht ganz so gut. Das WVG-Duo pendelte sich zwischen den Plätzen acht und zwölf ein. Doch nach acht Wettfahrten stand zum Ende bei 27 Teilnehmern ein guter 5. Platz, direkt hinter den Gewinnern des diesjährigen Silbernen Beils, Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow), zu Buche. Der Sieg ging an die Europameister von 2011, Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel/Hannover), die diese Bedingungen lieben. Magnus Hillenberg/Johannes Hain (WVG/Einheit Güstrow) erkämpften Platz 17 und waren damit nicht zufrieden.

Andere Güstrower Segler, wie Carsten Jansen oder Ludger Wetzke, waren hingegen auf der Bahn „Echo“ direkt vor dem Strand von Markgrafenheide unterwegs und Teil der neunköpfigen Wettfahrtleitung für die paralympische Bootsklasse 2.4 mR. Acht Wettfahrten an drei Tagen führte die Crew durch. Gemeinsam sorgten Marco Bachmeyer, Niklas Jakobs, Andreas Möller und Ludger Wetzke für einen optimalen Kurs, der von Wettfahrtleiter Carsten Jansen vorgegeben wurde. Ihm zu Seite stand stellvertretend Jörg Hillenberg, ein zweiter Wettfahrtleiter mit nationaler Lizenz. Beide wurden durch die Crew, Marlit Hillenberg, Susanne Anders und Regine Schebeko, unterstützt.

Mit Jürgen Freiheit aus Berlin siegte übrigens ein aktiver Piratensegler in der Klasse 2.4mR, der zudem nicht gehandicapt ist. Im Grunde ist das eher die Seltenheit. Sehr oft siegen gerade gehandicapten Segelkameraden. Der Hoffnungsträger für die Paralympics, Lasse Klötzing vom Potsdamer Yachtclub, musste jedoch mit einem Schaden an seinem Boot frühzeitig aufgeben.

Volle zehn Tage erlebte Jörn-Christoph Jansen im internationalen Schiedsgericht der Warnemünder Woche, in dem er seit 2009 aktiv ist. Gemeinsam mit elf weiteren Schiedsrichtern hatte er ein Auge auf 2000 Segler aus knapp 30 Nationen. „Das Schiedsgericht wurde in diesem Jahr aus sechs Nationen gestellt. Neben Deutschland waren Schiedsrichter aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, Polen und Kroatien vertreten. Abgesehen von den Wettfahrtregeln ist es natürlich besonders interessant, sich über viele andere alltägliche Dinge auszutauschen. Selbstverständlich spielte in diesem Jahr die Fußballweltmeisterschaft dabei eine große Rolle, zumal ja die Niederländer ebenso noch im Turnier waren“, so Jörn-Christoph Jansen. „Die Mehrheit der Schiedsrichter drückte aber dem späteren Weltmeister die Daumen“, verriet der Güstrower schmunzelnd.

Neben dem Schiedsgericht engagiert sich Jörn-Christoph Jansen auch im Organisationskomitee der Warnemünder, wo er für die Themen Jury, Recht und Versicherungen zuständig ist. Im kommenden Jahr wird u.a. die Internationale Deutsche Meisterschaft der Piraten im Rahmen der 78. Warnemünder Woche stattfinden. Gut möglich, dass dann die Güstrower WVG-Crew ausnahmsweise nicht die 2.4mR, sondern die Piraten mit ihrer Wettfahrtleitung betreuen werden.

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