Segeln : Güstrower erobern den Balaton

Balaton: Peter Anders (l.) und Peter Bark (r.) auf Meisterkurs
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Balaton: Peter Anders (l.) und Peter Bark (r.) auf Meisterkurs

Peter Anders und Peter Bark (WVG) gewinnen Meisterschaft auf dem Balaton

Vor fünf Jahren gewannen Peter Anders und Peter Bark vom Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) den Vizemeistertitel der Internationalen Ungarischen Meisterschaft. Einzig den späteren Europameistern Thoroe/Bredt (Kiel/Hannover) mussten sich die Güstrower seinerzeit geschlagen geben. Nun nahmen Peter Anders mit Schwager und Vorschoter Peter Bark einen erneuten Anlauf auf den Meistertitel. Begleitet von Peter Anders’ Ehefrau und Peter Barks Tochter ging die Familie auf die 12-stündige Autofahrt mit Bootshänger Richtung Ungarn. „Solche Reisen sind immer auch Familienurlaub. Wir sind froh, dass unsere Familien so hinter uns stehen. Sonst ist es gar nicht möglich“, sagt Peter Anders, der im Ehrenamt auch noch Vorsitzender des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. ist.


Deutsches Duo zählte zum Favoritenkreis


42 Boote aus drei Nationen begrüßte der gastgebende Atomer SE Vitorlás SC, was so viel bedeutet wie Sportgemeinschaft Kernkraftwerk Segeln. Neben 36 ungarischen Teams waren auch fünf tschechische Boote und nur ein deutsches Boot am Start – Anders/Bark (WVG). Ausgeschrieben und geplant waren 12 Wettfahrten. Zum Favoritenkreis durften sich die Deutschen sicherlich zählen, aber mit den tschechischen Seglern Josef Rybá ek/Martin Vacula und Josef Sivý/Jiry Zila waren auch zwei ganz starke Konkurrenten am Start. Der größte Binnensee Europas, der im Schnitt nur 3,5m tief ist und mit knapp 13m an seiner tiefsten Stelle flacher als der Güstrower Inselsee, präsentierte sich zunächst fast spiegelglatt. Bei zudem 30 Grad konnte nur eine von geplanten drei Wettfahrten gesegelt werden. Nach hartem und spannendem Kampf hatten am Ende die Titelverteidiger Fluck/Székely-Gyökössy die Nase knapp vor Anders/Bark. Alle anderen Wettfahrten wurden verschoben.

Aus dem Nichts beherrschten Bedingungen mit 3 bis 4 Beaufort den Balaton. Genau die Konditionen für Anders/Bark: Nach einem meisterhaften Start folgte ein Start-Ziel-Sieg vor Sivý/Zila (Tschechien) und dem ehemaligen ungarischen Meister Gergely Bödör/Péter Koleszár. Bei der zweiten Tageswettfahrt flaute der Wind ab auf 2 Beaufort. Mit dem Wind fiel auch die Leistung der Güstrower – sie beendeten die Wettfahrt auf Platz 9.

Der nächste Wettkampftag begann erneut mit Warten. „Die eigentlich geplanten Familienausflüge fielen größtenteils ins Wasser, weil wir auf Wind warteten“, erklärte Peter Anders (WVG).


Disqualifikation nach Frühstart


Die einzige Wettfahrt gewannen die Güstrower souverän, wurden aber wegen eines Frühstarts disqualifiziert. Auch ein Antrag an das Schiedsgericht änderte nichts. Nach zwei durchwachsenen Wettfahrten konnten die Güstrower aber immerhin die zweite Tageswettfahrt mit einem Sieg beenden. Weil die Konkurrenten nur die Plätze 12 und 15 ersegelten, waren nun alle drei Mannschaften mit 13 Punkten punktgleich. Anders/Bark führten nun, weil sie mehr Wettfahrtsiege verbuchten.

Weil nur fünf der geplanten neun Wettfahrten ausgetragen wurden, stand bereits fest, dass ein Ersatztag gebraucht wurde. Nach langem Warten verteidigten die Güstrower ihre Gesamtführung kampflos, denn es konnte gar nicht gesegelt werden. Auch am Ersatztag präsentierte sich der Balaton, der 28 Grad Wassertemperatur hatte, nach kurzen Regenschauern sommerlich windlos. Kurz vor Mittag fand eine Wettfahrt statt, die Michal Tobolka/Petr Gardavsky (Tschechien) gewannen. Weil Anders/Bark aber Platz zwei belegten, bauten sie ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

Somit stand der Sieger der Internationalen Ungarischen Meisterschaft 2016 fest: Peter Anders/Peter Bark vom WVG. Die Plätze 2, 1, 9, 1 und 2 ließen sie letztlich mit vier Punkten Vorsprung vor Fluck/Székely-Gyökössy (Ungarn) jubeln. Tobolka/Gardavsky (Tschiechien) lagen mit sieben Punkten Rückstand auf Platz drei. „Wir sind überglücklich, dass es nach dem Vizemeistertitel 2011 nun mit dem Titel des Internationalen Ungarischen Meisters geklappt hat. Zu Hause beim WVG haben uns viele die Daumen gedrückt. Dafür möchten wir uns bedanken – und natürlich bei unseren Familien“, so Peter Anders, Steuermann des Meisterschiffes GER 4382.

Mit dem Ungarischen Meistertitel der Piraten kann der WVG seine Sammlung erweitern. Bereits die Internationalen Meistertitel Polens, Tschechiens, der Türkei, Deutschlands und den Europameister konnten Piratensegler des Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) erringen.


Deutsche Meisterschaft der nächste Höhepunkt


Für die frisch gebackenen Meister Anders/Bark wartet ab dem 17. August mit der Deutschen Meisterschaft am Schwielochsee der nächste Saisonhöhepunkt. Dann werden sie nicht das einzige Boot des WVG sein.


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