leichtathletik : Gold, Silber und drei Kreuze

Sein erstes Gold bei einer Deutschen Meisterschaft holte sich Clemens Prüfer.
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Sein erstes Gold bei einer Deutschen Meisterschaft holte sich Clemens Prüfer.

Leichtathletik: Erster Deutscher Meistertitel für Clemens Prüfer / Bruder Henning holt Kugelstoß-Silber und patzt mit dem Diskus

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18. Februar 2014, 06:00 Uhr

Um zweieinhalb Meter verbesserte Clemens Prüfer seine persönliche Bestleistung im Diskuswurf. Damit holte der Güstrower Nachwuchsathlet bei der Deutschen Winterwurfmeisterschaft in Sindelfingen, parallel ausgetragen mit den Jugend-Hallenmeisterschaften, seinen ersten nationalen Titel.

Die deutliche Steigerung im Floschenstadion war aber auch nötig, um nach drei silbernen und zwei bronzenen nun eine goldene DM-Medaille nach Hause nehmen zu können. Denn sein früherer Vereinskamerad beim SC Neubrandenburg Merten Howe forderte Clemens in der Altersklasse U18 überraschend stark heraus. 58,56 Meter ließ Howe, der vergangenes Jahr wegen einer schweren Verletzung den Diskus nicht werfen konnte, seine Scheibe schon im ersten Versuch segeln. So weit hatte der Güstrower zuvor das 1,5 kg schwere Sportgerät nicht gebracht! Tatsächlich schien sich der frühere Mühl Rosiner LAC-Sportler daran im Regen die Zähne auszubeißen: 56,61m im ersten folgten 57,15m im dritten Versuch sowie drei ungültige. Doch seine Beharrlichkeit zahlte sich noch aus: 59,33m im letzten Versuch – Führung! Und Merten Howe konnte nicht mehr kontern, ließ seinem ersten tollen Wurf nur ungültige folgen. Dritter der Konkurrenz wurde der Wattenscheider Roman Heil mit 52,48m.

„59,33 Meter für einen U18-Athleten im Diskuswurf – das ist auch im Weltmaßstab absolute Spitze“, lobte U18/U20-Bundestrainer Dietmar Chounard den Güstrower Schüler. „Von der großen Steigerung meiner Bestweite, und das im Regen, bin ich selbst etwas überrascht. Aber es war nicht kalt, und mit den Regenschuhen war es ein gutes Werfen. Nur der Diskus war natürlich nass. Mein Ziel war die Nominierung zu den Europa-Trials für die Olympischen Jugendspiele, die habe ich jetzt erreicht“, zeigte sich der 16-Jährige natürlich sehr zufrieden mit seinem Sindelfinger Auftritt. Es sollte der einzige bei dieser DM bleiben, denn seine Meldung für das Kugelstoßen der U20 hatte er bereits vorher zurückgezogen.


Weltmeister im Zweikampf weltmeisterlich


Hier, im Sindelfinger Glaspalast, lieferte sich Bruder Henning (17) den erwartet spannenden Zweikampf um den Titel mit U18-Weltmeister Patrick Müller (SCN). Diesmal behielt Hennings Sportkumpel am Ende klar die Oberhand. Mit 19,89m legte der Güstrower eine sehr gute Weite vor, konnte sich nach dieser sicheren Bank für seine zehnte DM-Medaille jedoch nicht mehr steigern. Ganz anders der technisch perfekte Müller, der sich peu à peu an Hennings Vorgabe abarbeitete und zugleich fest eine neue deutsche Jahresbestweite anpeilte. Mit 20,21m übernahm er schon im dritten Versuch die Führung. Und mit 20,63m entriss er schließlich Henning den bisherigen Bestwert um drei Zentimeter und stellte laut Livestream-Kommentatoren eine neue Jahresweltbestleistung mit der 6kg-Kugel in der Halle auf.

Auch hier präsentierte sich Merten Howe ganz stark und griff sich mit 18,54m als erst 16-Jähriger Bronze in der U20.


Drei Fehlversuche im Diskusring für den Mitfavoriten


Spannende Frage: Wie würden die Protagonisten das Kugelstoßen beim nur zweieinhalb Stunden später beginnenden Diskuswerfen verkraften? Die Antwort lieferte der Güstrower für sich kurz und schmerzvoll: Zweimal übertreten, einmal flog die Scheibe aus dem Wurfsektor. Drei ungültige Versuche bedeuteten das unverhoffte Aus! Nach über einem Jahr wieder ein Diskuswettkampf mit drei Kreuzen im Protokoll für den Jugend-Vizeweltmeister. Eine Erklärung fand der zunächst nicht: „Es war wohl nicht mein Tag. Silber mit der Kugel ist ja in Ordnung, aber auch da lief es schon nicht richtig. Und mit dem Diskus dann auch nicht. Ich kann aber gar nicht sagen, was los war.“

Was bleibt, ist Hennings sichere Nominierung für den U20-Dreiländerkampf mit Frankreich und Italien am 1. März in Halle/Saale. Dort tritt er vermutlich mit der Kugel für Deutschland an, hätte gerne aber auch den Diskus geworfen. Das machen jetzt für Deutschland der alte und neue Meister Tony Zeuke (60,08m) sowie Vizemeister Maximilian Klaus (56,61m), beide LV Erzgebirge. Begünstigt durch Hennings Patzer war der Weg zu Bronze frei für Vorjahres-Wintermeister Patrick Müller (53,49m).

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