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Nationalmannschaft : Fußballverrückt und mit einem Faible für unbekannte Ziele

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Güstrower Hans-Werner Vogel und Hans-Jürgen Kowalzik und der Dobbiner Ewald Keinert reisten zum Fußball-WM-Qualifikationsspiel nach Baku

Man muss Fußball verrückt sein oder ein Faible für ferne, in Deutschland eher unbekannte Reiseziele haben, um zu einem WM-Qualifikationsspiel Deutschlands nach Aserbaidschan zu reisen. Die Güstrower Hans-Werner Vogel und Hans-Jürgen Kowalzik und der Dobbiner Ewald Keinert gehören in diese Kategorie.

Trotzdem fühlten sie sich nicht einsam, denn rund 1000 deutsche Fans begleiteten „Die Mannschaft“ in das 4000 Kilometer entfernte Baku am Kaspischen Meer. Außerdem wurden sie von Aserbaidschanern und vielen iranischen Touristen, gefühlt 200-mal zu Selfies gebeten. Mit einer Freundlichkeit und Herzlichkeit gegenüber Deutschen, die viel Eindruck hinterließ.

Noch mehr war es aber die Zwei-Millionen-Metropole Baku, die man zuallererst mit der Erdölförderung in Verbindung bringt. Die ist geschichtsträchtig, denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Aserbaidschan die größten Erdölfelder der Welt und die Hälfte der Welt-Erdölproduktion wurde dort gefördert.

Ebenso historisch wertvoll ist die Altstadt, denn Baku ist 2000 Jahre alt und lag an der Seidenstraße. Dort kann man auf Schritt und Tritt die Spuren der Römer, der Osmanen, der Perser und der Russen, die sich Aserbaidschan einverleibten, verfolgen. Seit 2000 gehört die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Während sich Aserbaidschan unter der Herrschaft des Alijew-Familien-Clans als erfolgreichste ehemalige Sowjetrepublik seit der Wende sieht, steht sie in Staaten-Rankings, die im Internet zu verfolgen sind, an Positionen um die 170. In Baku war davon nichts zu sehen, denn die Innenstadt präsentiert sich neben den historischen Sehenswürdigkeiten modern, dank der Formel 1 verkehrstechnisch sehr gut erschlossen und vor allem mit einer Sauberkeit, von denen sich auch gerade deutsche Groß-Städte eine Scheibe abschneiden könnten.

Das Spiel fand im Tofik-Bachramow-Stadion statt. Ob die Aserbaidschaner damit einen Sieg heraufbeschwören wollten, ist aber nicht belegt. Bachramow hatte 1966 im WM-Endspiel über das 3:2 für England entschieden. Ein Irrtum wie man heute weiß.

Die Deutschen gewannen klar, aber glänzten nicht. Mats Hummels sprach vielen Fans aus dem Herzen, als er den Auftritt des Weltmeisters teilweise als arrogant bezeichnete. Dazu passte, dass die Mannschaft es nicht schaffte, den Fans vor der deutschen Kurve zu danken. Kurz vor einer Umzäunung drehten die meisten ab. Dem Trip von Hans-Werner Vogel, Hans-Jürgen Kowalzik und Ewald Keinert tat das keinen Abbruch.

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