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Güstrow : Faustballer trafen Hockeyspieler

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

„Super-Sport-Samstag“ sorgt für große Stimmung auf den Rängen in der Kongresshalle

Ausgelassene Stimmung, hochklassiger Sport und ausnahmslos positive Resonanz – so lässt sich der „Super-Sport-Samstag“ unter dem Motto „Hockey meets Faustball“ mit dem ATSV und dem Güstrower SC in der Sport- und Kongresshalle wohl am besten zusammenfassen. Auch, wenn sich beide Veranstalter sportlich wohl etwas mehr ausgerechnet hatten, so überwog am Ende sicherlich die Freude über eine äußerst gelungene Veranstaltung.

Beide Vereine waren es leid, ihre Wettkämpfe in der Vergangenheit oftmals zeitlich parallel – Faustball in der Kessinerstraße, Hockey in der Sport- und Kongresshalle – über die Bühne gehen zu lassen und sich damit auch die Zuschauer gegenseitig abspenstig machten. „Stattdessen wollten wir mit diesem Event, das es vor ein paar Jahren bereits in ähnlicher Form gab, unsere Kräfte bündeln und die Halle richtig voll bekommen“, unterstreicht Marco Drenckhan vom ATSV Güstrow, der die Veranstaltung gemeinsam mit Faustball-Abteilungsleiter Wolfgang Rosenow auf die Beine stellte. Dieser Gedanke kam an, vor allem beim Publikum.

Denn obwohl sich die Faustballer, die um 14 Uhr mit ihrem Erstliga-Match gegen VFK Berlin den Anfang machten, mit einer hohen 0:5-Niederlage abfinden mussten, tat dies der guten Stimmung auf den Rängen keinerlei Abbruch. Ganz im Gegenteil, denn immer wieder waren es mitreißende Szenen auf dem Parkett, die Jung wie Alt begeisterten. So hatten die Güstrower Männer im 5. Satz wohl ihre beste Phase des gesamten Spiels und boten dem hohen Favoriten mit mannschaftlicher Geschlossenheit doch noch einmal die Stirn. Mit 6:4 führten die Mannen von Trainer Heino Martens zwischenzeitlich sogar gegen das Spitzenteam, das u.a. mit den beiden Nationalspielern Lukas Schubert und Sascha Ball antrat. Drauf und dran waren die Güstrower, zumindest für eine kleine Teilüberraschung in Form, eines satzgewinns zu sorgen. Doch drei Einzelaktionen von eben jenem Schubert genügten, um das Spiel endgültig in die „richtigen“ Bahnen zu lenken: 5:0, so lautete der Endstand für die Berliner. „Schade, zumindest einen Satz hätten wir vor dieser Kulisse gern gewonnen. Im Endeffekt muss man aber sagen, dass dieses Duell gleichzusetzen mit dem Spiel Hansa gegen Bayern ist“, schätzte Wolfgang Rosenow die Leistung „seiner“ Faustballer nach dem Spiel zwar ein wenig enttäuscht aber dennoch realistisch ein.

Doch nicht nur der Sport stand an diesem mit gleich drei Leckerbissen gefüllten Tag im Mittelpunkt. Auch rundherum war mit großer Tombola, Kuchenverkauf und nicht zuletzt der Versteigerung von drei Nationaltrikots beider Sportarten jede Menge geboten. Während allen voran die Mütter, Omas und Opas der Hockeykinder gebacken hatten, was das Zeug hielt, zeichneten die Faustballer für die Organisation der Tombola verantwortlich. Hauptpreis waren übrigens zwei süße Zwergkaninchen, die wohl so ziemlich jedes in der Halle anwesende Kind am liebsten sofort mit nach Hause genommen hätte. „Schön, dass im Rahmenprogramm auch die Kleinen voll und ganz auf ihre Kosten kommen und sich dieser Sporttag für einen Familienausflug anbietet“, befand Petra Albrecht, die schon bei den ersten Veranstaltungen dieser Art im Publikum mitfieberte. Ähnlich sieht dies Michael Köpp, der mit seinen Söhnen Lennard und Frederick neben den Hockey-Duellen auch das Faustballspiel gespannt beobachtete. „Ich muss zugeben, dass ich gar nicht wusste, dass sie in der 1. Bundesliga spielen. Gerade deshalb war es einmal besonders spannend, hineinzuschauen und den Sport und die Regeln kennen zu lernen“, sagte der Güstrower.

Dass es bei dem einen oder anderen Tribünengast vor allem in Sachen Faustball noch an eben jener Regelkunde haperte, wurde da eher mit einem Schmunzeln genommen. Selbst Hockeytrainerin Ines Tessenow, die den gesamten Tag über als Hallensprecherin fungierte, gab ohne Umschweife zu, kurz zuvor noch einen „Crash-Kurs“ hinsichtlich des Faustball-Spiels benötigt zu haben. Übel nahm ihr dies jedoch keiner, stand doch schließlich vor allem die Präsentation beider Sportarten im Mittelpunkt. Da verschafften sich die Hockeyteams übrigens zumindest einen kleinen Vorteil gegenüber den Faustballkollegen: Sie holten in ihren spannenden und mitreißenden Duellen gegen die Gegnerschaft aus Köthen immerhin jeweils einen Punkt. Dass daran auch die zahlreichen Hockeykinder, die ihre Teams mit bunten Pom-Poms und diversen Schlachtrufen immer wieder voran trieben, einen gewissen Anteil hatten, gilt als gesichert.

Die Initiatoren waren am Ende des Tages jedenfalls sichtlich zufrieden ob der guten Resonanz. „Im Endeffekt profitieren wir voneinander und sind zufrieden mit der gut gefüllten Halle“, formulierte Wolfgang Rosenow. Und auch Marco Drenckhan, der etwa 400 Zuschauer schätzte, sah „durchaus Wiederholungsbedarf, wenn die Spielpläne erneut so gut passen“.

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