zur Navigation springen

Hindernisrennen : Erst gelitten, dann glücklich

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jens Weise und Gerd Plump bewältigen in Rudolstadt das härteste Hindernisrennen Kontinentaleuropas

Das Leiden hat einen Namen – Getting Tough - The Race. Der Wettkampf im thüringischen Rudolstadt ist das härteste und wohl auch am besten organisierteste Hindernisrennen Kontinentaleuropas und fand nun schon zum 4. Mal in Rudolstadt statt.

Schon zum 3. Mal in Folge dabei waren der Zapkendorfer Jens Weise (51) und Gerd Plump (50) aus Kossow, zwei Sportler aus dem Landkreis Rostock. Über 2800 Männer und Frauen aus ganz Europa und Übersee gingen diesmal an den Start und an ihre Grenzen – ein Teilnehmerrekord.

Getting Tough - The Race hat sich innerhalb weniger Jahre in der Szene der Hindernisläufe international einen Namen gemacht und ist inzwischen wohl die „Krönung“ für jeden aktiven Hindernisläufer in Deutschland.
Viele, die an den Start gingen, haben das Ziel nicht erreicht - aber alle, die sich der Herausforderung gestellt haben, gebührt größter Respekt. Denn Getting Tough - The Race ist ultimativ und zeigt wie kein anderes Rennen, wie Motivation und Wille, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung seine bisherigen Grenzen erweitern kann.

Schon im Vorfeld brodelte es in ganz Rudolstadt, denn das Motto der Organisatoren „Es geht noch härter“ wurde auch in diesem Jahr eindrucksvoll in Szene gesetzt. Denn schon Wochen vor der Veranstaltung wurden die Strecke und die Wasserhindernisse mit schwerer Technik präpariert und unzählige Hindernisse aufgebaut.


Für einen Marathon nur ein müdes Lächeln übrig


Die Organisatoren haben sich schon in den letzten Jahren einen Namen gemacht, dass sie sich richtig was einfallen lassen, um den Teilnehmern alles ab zu verlangen. Tausende Reifen, diverse Stahlgerüste, Holzpyramiden, Kabelrollen, Betonelemente, Stromhindernisse und Wassergräben waren aufgebaut bzw. ausgehoben. Wer meinte, dass ein Marathon das wohl Härteste ist, was ein Läufer leisten kann, der wurde beim dieser Veranstaltung eines Besseren belehrt. Wer bei winterlichen Temperaturen um die 4 Grad eine 24 km lange Naturlaufstrecke bewältigt, die gespickt ist mit fast 150 Hindernissen jeglicher Art, wer dabei mehrfach durch Wasser und Schlamm muss und über die verschiedensten Hindernisse klettert, wer über 900 Höhenmeter bewältigt und spätestens nach der Querung eines fast 300 m langen Wassergrabens von Wadenkrämpfen geplagt wird, der hat für einen Marathon nur noch ein müdes Lächeln übrig.

Der absolute Höhepunkt des Laufes, und dazu noch der Abschnitt des Parcours der den Teilnehmern den höchsten Respekt einflößte, lag im städtischen Freibad von Rudolstadt. Ein eiskalter Tauchgang unter sieben Holzbalken hindurch ließ die Köpfe der Teilnehmer schier gefrieren.

Wer diesen Scharfrichter nunmehr gut überstanden hatte, der konnte sich auf dem Weg zum „Walk of Fame“ auf der Bleichwiese machen, dem großem Finale als krönenden Abschluss des Extremlaufs und zugleich einem höllischen Schlussakkord.

Das erlösende Ziel war zum Greifen nahe und doch noch so weit entfernt. Die Teilnehmer mussten ihre letzten Kraft- und Motivationsreserven mobilisieren, um einen mit Hindernissen gepflasterten Weg zu bezwingen, welcher in dieser Ansammlung und Vielfältigkeit europaweit seinesgleichen sucht. Ins Ziel kam man nur auf allen Vieren – anders lässt sich die Beton-Meile nicht bezwingen, doch wer es endlich geschafft hatte, darf sich wirklich als „Tough Guy“ bezeichnen.


Fast 600 Teilnehmer kamen nicht ins Ziel


Über 2015 Männer und 197 Frauen erreichten innerhalb der ersten sechs Stunden das Ziel. Fast 600 Teilnehmer waren den Torturen nicht gewachsen und gaben auf. Mit einer Zeit von 3:58:00 Stunden bzw. 3:58:01 Stunden erreichten die Sportler Jens Weise und Gerd Plump aus dem Landkreis Rostock zusammen als Team das Ziel dieses anspruchsvollen Hindernisrennens und waren somit wieder um eine sportliche Herausforderung reicher.

Ohne große Blessuren und Verletzungen, aber glücklich und stolz auf das Vollbrachte ging es für die Beiden sofort nach dem Zieleinlauf zum auftauen unter die heißen Duschen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen