Silbernes Beil : Duo ersegelt Titelhattrick

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Ines Pingel-Heldt und Thomas Heldt gewinnen erneut Silbernes Beil / Peter Anders und Peter Bark (WVG) beste Güstrower auf Platz 4

37 Boote mit 74 Seglern fanden sich zur 59. Auflage des Silbernen Beils ein. „Zwischenzeitlich stand die Meldezahl schon bei magischen 40, aber krankheitsbedingte Absagen dezimierten das Feld“, so Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e.V. (WVG). Dennoch handelte es sich um das beste Meldeergebnis in der Klasse Pirat in Deutschland der bisherigen Saison.

Die Wettfahrtleitung um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt sechs Deutschen Meistern, drei Europa- und drei Weltmeistern begrüßen. Zu den klaren Favoriten gehörten die Titelverteidiger und amtierenden Deutschen Meister Ines Pingel-Heldt / Thomas Heldt (Teterow) und die dreifachen Deutschen Meister Bernd Höft und Burkard Rieck aus Rostock. Auf dem Zettel haben musste man aber auch Peter Merten / Jörgen Mohns (Schwerin/WVG), die als Geheimfavoriten galten.

Bei guten Bedingungen und Winden um 3 Beaufort am Sonnabendvormittag brauchte das Feld zwei Startversuche, wobei schon der zweite unter „Schwarzer Flagge“ stattfand, womit jeder Frühstarter disqualifiziert worden wäre. Doch es gab keinen. Den besten Start erreichten die Rostocker Höft/Rieck. Im Verfolgerfeld lauerten die Titelverteidiger und etwas dahinter auch Anders/Bark (WVG). Mit neuem Boot und taktischem Geschick überholten Pingel-Heldt/Heldt ein Boot nach dem anderen – bis auf Höft/Rieck, die die erste Wettfahrt vom Start weg gewannen. Hinter Pingel/Heldt wurden Edinger/Bajon etwas überraschend Dritte. Die Güstrower waren zwar vorne, aber nicht ganz vorne dabei: Merten/Mohns (6.), Anders/Bark (7.), Jacobs/Rix (11.).

Pünktlich zur zweiten Wettfahrt frischte der Wind auf 4 Beaufort auf und Pingel-Heldt/Heldt zeigten ihre Klasse, starteten gut und führten direkt an der ersten Bahnmarke. Verfolgt wurden sie von ihrem Meisterschaftsschiff des Jahres 2014 mit Merten/Mohns. Dahinter hielten mit Höft/Rieck schon die nächsten Favoriten Anschluss. Im Verfolgerfeld fanden sich Bauditz/Thiel und Anders/Bark wieder. Schon an der zweiten Bahnmarke dann ein komplett anderes Bild: Zwar waren immer noch die Deutschen Meister aus Teterow in Führung, doch dahinter lag ein großes Verfolgerfeld. Letztlich setzten sich überraschend Axel Bauer/Torsten Postrach (Brandenburg) als Zweite durch, die seit über 30 Jahren kein Silbernes Beil versäumen. Anders/Bark folgten vor Merten/Mohns auf den Plätzen drei und vier.

Die dritte Wettfahrt fand direkt im Anschluss statt. Der Wind zeigte sich wieder etwas abgeschwächt. Mit einem guten Start ersegelten Merten/Mohns die Führung an der ersten Bahnmarke vor Heino und Jörg Leja (Röbel), die mit ihrem 23 Jahre alten Piraten konkurrenzfähig waren. Dahinter segelten aber auch schon wieder Höft/Rieck, die erneut einen tollen Start hinlegten und am Ende dafür den Preis für die besten Starter bekommen sollten. Erst auf Platz sieben sollten Pingel-Heldt/Heldt folgen. Davor lagen unter anderem noch Anders/Bark auf Platz 4. Während Merten/Mohns einen Platz nach dem anderen verloren, kämpften sich Pingel-Heldt/Heldt nach vorne. An der 2. Bahnmarke lag wieder ein Teterower Boot in Führung, doch diesmal Frank Martens/Uwe Sauer (Teterow/Einheit Güstrow), die sich klammheimlich an allen vorbeigeschlichen hatten, dicht gefolgt von den Titelverteidigern sowie Anders/Bark und Höft/Rieck. Schon an der vorletzten Bahnmarke hatten sich Merten/Mohns wieder auf Platz 2 zurückgekämpft. Es folgten Anders/Bark (3.) und Höft/Rieck (4.). Dieses Mecklenburger Quartett lieferte sich anschließend einen spannenden Vierkampf unter Spinnaker bei dem Pingel-Heldt/Heldt und Höft/Rieck das Leetor fast zeitgleich passierten. Doch dann schlug die Stunde von Anders/Bark, die eine fantastische Zielkreuz segelten und die letzte Tageswettfahrt gewannen. Es folgten Pingel-Heldt/Heldt, Höft/Rieck und Merten/Mohns. Die Zwischenwertung ergab, dass nun noch drei Teams Siegchancen hatten: Pingel-Heldt/Heldt, Höft/Rieck und auch Anders/Bark. Dabei war die Konstellation so, dass derjenige, der die letzte Tageswettfahrt gewinnt, auch das 59. Silberne Beil mit nach Hause nehmen würde.

Der spannungsgeladene Sonntag begann mit Traumsegelwetter bei Sonnenschein mit Wind um 3 Beaufort. Eigentlich verpatzten Pingel-Heldt/Heldt den Start und berührten die Startbahnmarke, doch obwohl sie erneut starten mussten, waren sie sofort wieder vorne dabei. Endlich zeigten auch die Europameisterschaftssechsten Witte-Wahrendorf/Schickel ihr Können und lagen an der 1. Bahnmarke in Führung. Es folgten trotz eines schlechten Startes Pingel-Heldt/Heldt vor Merten/Mohns. Die Vorentscheidung für die Titelverteidigung schien gefallen. Erst recht, als an der 2. Bahnmarke die Teterower Meister auch die Führung schon wieder übernahmen. Zwar kämpften sich Höft/Rieck auch bis auf Platz drei nach vorne, aber den Sieg konnten sie Pingel-Heldt/Heldt nicht nehmen, die auch die 4. Wettfahrt – diesmal vor Merten/Mohns – gewannen. Weil es für Anders/Bark nur zum 11. Platz reichte, rutschten sie in der Gesamtwertung auf den undankbaren 4. Rang, der aber den Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal, ein silbernes Glanzstück aus dem Jahre 1899, bescheren sollte.

Für Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt bedeutet der Sieg den Hattrick. „Wir sind glücklich, denn das war nicht einfach“, so Thomas Heldt, der den Pokal zum 10. Mal mit nach Hause nahm. Bereits vor 30 Jahren gewann er 1985 als Steuermann sein erstes Silbernes Beil.

Für einen Doppelsieg der sorgten Nadine Edinger/Amelie Vogelsang (Berlin): Sie gewannen sowohl die Jugend- als auch die Frauenwertung. Hier lagen die Güstrower Theo Ranis/Johann Wiedewald (WVG) auf Platz 3.

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