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Lokaler Sport Güstrower Anzeiger

23. Oktober 2017 | 11:45 Uhr

Faustball : Drei Kracher zum Jahresstart

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Faustball: Erstmals Deutsche Meisterschaft in Güstrow / „Faustball meets Hockey“ am 18. Januar / Wechselt GSC-Abteilung zum ATSV?

Mit gleich drei „Knallern“ eröffnen die Güstrower Faustballer das neue Jahr, allesamt echte „Kracher“.

Beginnen wir sportlich, und mit den Frauen: Nach der erfolgreichen Premiere der GSC-Damen bei der Deutschen Meisterschaft der Ü30 mit Platz 7 im vergangenen Jahr bewarb sich die Faustballabteilung des Güstrower SC selbst um die Ausrichtung der Titelkämpfe. Längst hat Güstrow den Zuschlag bekommen, inzwischen steht auch der Termin fest: das letzte März-Wochenende. Die zehn besten Mannschaften im „Seniorinnensport“ geben sich ein Stelldichein in der Barlachstadt. „Das ist Neuland für die Güstrower Faustballer“, bestätigt Abteilungsleiter Wolfgang Rosenow: Noch nie gab es in Güstrow eine Deutsche Meisterschaft in dieser speziellen Ballspielart! Für regionale, also Ostdeutsche Meisterschaften, war Güstrow schon Gastgeber, aber auch DDR-Titelkämpfe hatten nie den Weg in den Norden gefunden. „Wir probieren das jetzt mal“, sagt Rosenow locker, wohl wissend, dass da eine Menge Arbeit auf seine Mitstreiter zukommt.

Aber was heißt „Alterssport Ü30“? „Da ist bei den Frauen die einzige Altersklasse oberhalb der 30 Jahre“, erklärt Wolfgang Rosenow. Und er verspricht allerhöchstes sportliches Niveau. Viele der zehn Mannschaften bildeten ihren Stamm aus Spielerinnen, die in der 1. Bundesliga aktiv sind, mitunter bestehe sogar ein ganzes Team ausschließlich aus erst-klassigen Faustballerinnen! Welche Mannschaften dabei sind, steht noch nicht fest, da Ende Februar erst die Qualifikationen über die Bühne gehen. Lediglich der Güstrower SC ist als Gastgeber am 29. und 30. März sicher dabei.

Austragungsort für dieses spektakuläre Turnier unter der Schirmherrschaft von Stadtvertreterpräsident Friedhelm Böhm wird die Sporthalle des Landessportbundes an der Sportschule sein. Hier gibt es sehr gute Bedingungen sowohl aus sportlicher Sicht wie auch für die Zuschauer, die auf der Tribüne Platz finden. Zudem können mehrere Mannschaften in der Sportschule am Niklotstadion übernachten, und es ist durch die hauseigene Küche eine ganztägige Versorgung abgesichert.


Bundesliga mit Hockey und Faustball in einer Halle


Für den zweiten Knaller sorgen die Männer des GSC. Und zwar gemeinsam mit der Hockeyabteilung des ATSV Güstrow. „Hockey meets Faustball“ heißt es etwas sperrig am 18. Januar. Gemeinsam haben die beiden Vereine an diesem Sonnabend die Sport- und Kongresshalle für ihre Bundesliga-Punktspiele gemietet. Vor einiger Zeit, als die Güstrower Handballer noch in MV erstklassig spielten, hatte es solch ein Event sogar schon als Dreierpack gegeben. Man präsentiert sich so gegenseitig, hofft auf zahlreiche Zuschauer für beide Sportarten. Als unglücklich hatten es beide Vereine empfunden, als sie unlängst zeitgleich ihre Heimspiele hatten – Hockey in der Kongresshalle, während Faustball in der Kessinerstraße lief.

Die Faustballmänner des Güstrower SC starten um 13 Uhr in diesen besonderen Spieltag mit ihrem Punktspiel in der 1. Bundesliga gegen den VfK Berlin. Da sind sie krasser Außenseiter, doch vielleicht kann ja die ungewohnte Atmosphäre mit vielstimmiger Unterstützung der Hockeyfans für den einen oder anderen unverhofften Satzgewinn sorgen.

Um 15 Uhr ist dann das Hockeyspiel der ATSV-Damen in der Regionalliga, also der 2. Liga, gegen den Cöthener HC angesetzt. Die Herren des ATSV haben anschließend, um 17 Uhr, in der 2. Bundesliga ebenfalls den Kontrahenten aus Köthen zu Gast.

Auch die GSC-Frauen haben an diesem Wochenende einen Heimspieltag, spielen aber am Sonntag, 19. Januar, separat in ihrer angestammten Halle in der Kessinerstraße. Der Grund ist organisatorischer Natur: Da die Faustball-frauen ihre Punktspiele immer als Dreierturniere austragen, ist das Spielende zeitlich nicht kalkulierbar. Deshalb verzichtete der GSC auf den Umzug seiner Damen in die Kongresshalle. Wenn die am Sonntag in der Kessinerstraße Schülp und Ahlhorn empfangen, spielen die Hockeyherren und -Damen wieder parallel in der Kongresshalle; Gegner ist hier jeweils der Berliner SC.


Faustballer suchen neue sportliche Heimstätte


Dritter Knaller, und von dem könnten wieder beide Vereine betroffen sein, wenngleich ausschließlich organisatorisch: Die Zusammenarbeit der Faustballer mit dem ATSV könnte schon bald in einer Vereinsgemeinsamkeit münden. Die Faustballabteilung des GSC steht vor dem Absprung aus dem Großverein! Offenbar fühlen sich die rund 100 Faustballmitglieder im Güstrower SC nicht genügend repräsentiert, sondern speziell durch die alles dominierende Fußballabteilung schier erdrückt. Was die Vertreter seiner Sportart empfinden, bringt Faustballchef Wolfgang Rosenow so auf den Punkt: „Der GSC hilft den Faustballern gar nicht.“ Man vermisse eine gebührende Unterstützung durch die Vereinsführung sowie seitens der Geschäftsstelle.

Zudem bahnt sich mit dem bevorstehenden Umzug der „Schule am Hasenwald“ in die Hafenstraße ein Problem an. An deren jetzigem Standort, in der Hamburger Straße, ist der GSC Besitzer des Sportplatzes. Gepachtet von der Stadt und speziell von den Faustballern genutzt, steht als Gegenleistung die gemeinsame Nutzung des Platzes sowie der Schulsporthalle durch Schule und Verein. Gibt es in der Hamburger Straße keine Schule mehr, sieht Rosenow die Tage der dringend sanierungsbedürftigen Halle gezählt. Und ist die erst einmal zu – eine Sanierung kann sich der Verein nicht leisten, und die Stadt wird dies als freiwillige Leistung (siehe Sporthalle Tolstoiweg) kaum tun – wäre das das Aus auch für den Sportplatz. Bundesligaspiele, selbst Training sind ohne die sanitäre Logistik der Halle nicht denkbar. Die möglicherweise schon im Herbst „heimatlosen“ Faustballer müssten sich im nächsten Jahr also nach einer Alternative umschauen. Denn klar erscheint, dass der Rasenplatz im Jahnstadion, das ebenfalls dem GSC gehört, allein durch die Fußballabteilung ausgelastet ist. Ergo müssten die wie jede Abteilung im GSC wirtschaftlich eigenständigen Faustballer für die Freiluftsaison, die aber ohnehin nicht ihr Schwerpunkt ist, Plätze anmieten. Beispielsweise in Mühl Rosin, wo die Faustballer sich kürzlich schon einmal vorgestellt haben, und auch in der Sportschule.

„Da bietet sich eine Zusammenarbeit mit dem ATSV an. Neben dessen Vereinshaus gibt es eine kleine Fläche, die zumindest als Trainingsplatz ausreicht. Vorausgesetzt es gibt Fördergelder, könnten wir die herrichten“, meint Wolfgang Rosenow. Die Beantragung wolle er noch in diesem Jahr angehen. Am Ende des Jahres könnte auch eine Herauslösung aus dem Güstrower SC stehen. Rosenow: „Dann könnten wir eine Abteilung im ATSV werden.“


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