leichtathletik : Die Pechvögel dieses Sommers

Jan Kawelke sp tgt.
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Jan Kawelke sp tgt.

Leichtathletik: Drei Ehemalige des LAC Mühl Rosin und Oldie Kawelke vor Deutschen Meisterschaften ausgebremst

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22. Juli 2014, 06:00 Uhr

In Eugene (Oregon/USA) beginnen heute die U20-Weltmeisterschaften, einer der Höhepunkte des internationalen Leichtathletik-Kalenders. Mit Henning Prüfer (18) ist ein Güstrower dabei. Sein Bruder Clemens (16) ist Mitte August bei den 2. Olympischen Jugendspielen am Start. Doch nicht alle Blütenträume ehemaliger Mühl Rosiner LAC-Sportler konnten in diesem Sommer reifen. So müssen die Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm ohne Athleten aus der Region auskommen, obwohl Güstrow und Umgebung gleich drei heiße Eisen im Feuer hatte.


Tom Gröschel


Der Langstreckler aus Badendiek (TC Fiko Rostock) war so gut aus dem Winter gekommen, dass er sogar ernsthaft die erstmalige Qualifikation für die Europameisterschaft der Männer anpeilte. Daraus wurde es nichts, Achillesbeschwerden, ausgelöst durch einen Beckenschiefstand, warfen ihn zeitweise aus der Bahn. So konnte der 22-Jährige das wichtige Frühjahrs-Trainingslager in den USA nur sehr moderat bestreiten. „Zwischendurch lief es wieder etwas besser, aber nicht schmerzfrei“, beschreibt Gröschel nur sehr vage Hoffnungen. „Das hat keinen Zweck, es muss mit Blick auf die Zukunft richtig ausheilen“, zog sein Trainer Klaus-Peter Weippert schließlich die Reißleine. Training abgesetzt, stattdessen Reha in der Doberaner Moorbadklinik. Ins Trainingslager nach Sankt Moritz konnte das Laufass jetzt wieder fahren. „Nach leichtem Beginn mit Wandern und Radfahren bin ich plötzlich beschwerdefrei“, erzählt der am Wochenende zurückgekehrte Badendieker. Jetzt wolle er sich „Schritt für Schritt“ wieder heranpirschen. Ein Start in Ulm wäre mit Sondergenehmigung möglich gewesen, hätte aber sportlich natürlich wenig Sinn gehabt. Also steht jetzt die Polizei-EM im September in Sotschi als nächstes Ziel (5000m) an. Danach wolle er sich wieder stärker seiner Polizeimeisterausbildung an der Fachhochschule in Güstrow widmen.


Louis Simon


Wie sein früherer Vereinskamerad konnte auch der Hürdensprinter noch keinen Freiluftwettkampf auf seiner Strecke absolvieren. Beim Volleyball sei er unglücklich gelandet, doch was wirklich im Knie los ist, konnte bisher nicht ermittelt werden. Sprints über die Hürden – unmöglich. So startete der Güstrower bei den Landesmeisterschaften flach, und auch das glücklos: Fehlstart über 100m, miese Zeit über 200m. Dabei wollte der 19-Jährige nach dem Abitur, das er ordentlich abgelegt hat, eigentlich an ein amerikanisches College zum Studium. Doch so richtig sportliche Referenzen konnte er dieses Jahr nicht vorweisen, also blieben die besseren Angebote aus. Louis: „Ich mache jetzt erst mal ein FSJ beim meinem 1. LAV Rostock.“ Den amerikanischen Traum wolle er nur ins nächste Jahr schieben. „Ich hoffe mal, dass das jetzt ein besseres Jahr wird“, sagt der seit seinem Deutschen Jugendmeistertitel 2011 von Krankheit und Verletzung arg gebeutelte Athlet.


Tobias Naß


Der 18-Jährige Kritzkower, der seine ersten schnellen Schritte beim SC Laage lief, hatte mit seiner 3x1000m-Staffel vom SC Neubrandenburg die DM-Teilnahmenorm sogar schon erstritten. Doch nach dem Schulabschluss der 10. Klasse in der Viertorestadt war kein Platz für ihn in der so genannten K-Klasse, der weiterführenden Sportklasse. Tobias wechselt also zurück zum LAC Mühl Rosin. „Ich habe mich in diesem Jahr über 800m leider auch nicht verbessert. Jetzt will ich erst mal ein Jahr überbrücken und strebe dann das Fachabitur an.“ Die Konsequenz: Für das Ulm-Aufgebot – dort laufen auch die Langstaffeln der U20 um Titelehren – hat der SCN Tobias nicht notiert. „Ich bereite mich jetzt auf die Crosssaison vor. Künftig möchte ich mehr variieren, so zwischen 800m und 5000m“, gibt sich Tobias Naß selbst die Vorgabe.


Jan Kawelke


Auch Alterssportler Jan Kawelke steht unfreiwillig in der Reihe der Pechvögel. Eine schwere Knieverletzung aus dem vergangenen Jahr ist erst beim Abklingen – Starts bei Deutschen Meisterschaften waren nicht möglich. „Ende August kann ich vielleicht in die Freiluftsaison noch einsteigen“, hofft der 41-jährige Güstrower.


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