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Hockey : Deutsche Meisterin: „So cool!“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jette Jörns aus Nienhagen gewinnt mit Bremer HC Hockeytitel / Nachwuchstalent beim ATSV Güstrow groß geworden

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Am Wochenende schlug die große Stunde für Jette Jörns: Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft spielte die weibliche Jugend B des Bremer HC gegen den Mannheimer HC. Nach einer 1:0-Halbzeitführung ließ die starke Bremer Abwehr um Jette Jörns nur einen Gegentreffer zu. Als dann im Siebenmeterschießen ihre Mannschaftskameradinnen die besseren Nerven hatten, stand der Titelgewinn für das Mädchen aus Nienhagen fest. „Das ist unsere erste Deutsche Meisterin!“, jubelte in Güstrow Marco Drenckhan, der Manager des ATSV.

Denn Jette Jörns stammt aus der Güstrower Hockeyschule. Vor zwei Jahren waren die Bremer auf das Mädchen aufmerksam geworden. Genauer: Christian Bremer, der einst selbst in Güstrow Hockey spielte und jetzt in Bremen Trainer ist, war vom Spiel der damals 14-Jährigen so angetan, dass er Johannes Bever ansprach, wer denn das sei. Bei dem war Bremer, nichts ahnend, an der genau richtigen Adresse: Der Opa von Jette, selbst ein Güstrower Hockey-Urgestein, konnte natürlich umfassend Auskunft geben. Als Christian Bremer auch noch den Namen Jörns hörte, wusste er natürlich Bescheid: Jette entstammt einer Hockey-verrückten Familie, jagten doch auch Mutter Katja und Vater Olaf Jörns sowie Tante Cordula Jahnke beim ATSV der kleinen Hartkugel leidenschaftlich hinterher.

So verwundert es nicht, dass Jette Jörns, von der Mutter dazu animiert, seit ihrem fünften Lebensjahr dies ebenso tut. „Meine Eltern hätten es aber auch akzeptiert, wenn ich mir eine andere Sportart ausgesucht hätte. Es hat mir aber Spaß gemacht, und so blieb ich dabei“, blickt die 16-Jährige zurück. Nicht beteiligt gewesen wären Eltern und Opa aber mit Übungsstunden: Nach den ersten Schritten bei Frank Schalla kam das Mädchen unter die Fittiche von Ines Tessenow. „Sie war jahrelang meine Trainerin, mit ihr habe ich viele schöne Hockeyfahrten erlebt“, erzählt Jette.

Beim Bremener HC trainiert Jette Jörns jetzt beim sportlichen Leiter des Vereins, Martin Schultze. Der schwärmte sogleich, als die Nienhägerin in sein Nachwuchsteam kam: „Die ist eine absolute Bombe!“ Speziell rühmt der Coach die ausgeprägten Defensivqualitäten seines Schützlings, die in der Halle besonders zum Tragen kommen. „Ich mag aber beides total gerne, die Halle und das Feld. Auf die Saisonwechsel freue ich mich immer wieder“, sagt Jette, die auf dem großen Rasen aber eher im Mittelfeld eingesetzt wird.

Die Hansestadt scheint gute Voraussetzungen für eine Hockeylaufbahn mit höheren Weihen zu bieten. Drei größere Hockeyvereine und weitere kleine stehen hier im Wettkampfbetrieb. Und der BHC wurde gerade erst für vorbildliche Jugendarbeit mit dem Grünen Band durch den DOSB ausgezeichnet. An der sportorientierten Oberschule an der Ronzelenstraße geht Jette in die 11. Klasse. Hier gibt es auch so genannte Kaderklassen, in denen der Schulbetrieb mit Training und Wettkämpfen abgestimmt wird. Trainiert wird zweimal die Woche in der Schule und zweimal im Verein auf dem Feld, hinzu kommt eine Krafteinheit sowie für Jette Jörns ein wöchentliches Training in der Auswahl des Bundeslandes. Der gehört die ehemalige Güstrowerin mittlerweile ebenfalls an.

„Wir hatten ja vorher nie über so etwas nachgedacht und es gab viel vor meinem Wechsel zu besprechen. Nach einem Probetraining, bei der Gelegenheit habe ich mir mit meinen Eltern alles in Bremen angeschaut, ging aber alles sehr schnell. Nach einem halben Jahr pendeln wohne ich jetzt bei einer Gastfamilie.“ Natürlich ist auch das eine Hockeyfamilie. So bezeichnet Jette die Bremer ohnehin. „Das ist wie in Güstrow, da halten alle zusammen.“ Seit Februar 2014 kann sie so in Bremen voll mittrainieren. Dass sie nach dem Gewinn der Nordostdeutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr jetzt sogar Deutsche Meisterin ist, das „ist so cool, das kann ich noch gar nicht glauben!“, wie sie sagt.  

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