Hockey : Der zweite deutsche Meistertitel

Opa Hannes Bever sagt: „Jette (r.) ist athletisch und schnell, geht Stürmern nicht von der Seite. Gegen sie möchte ich nicht stürmen.“ Fotos: axel kasten, privat
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Opa Hannes Bever sagt: „Jette (r.) ist athletisch und schnell, geht Stürmern nicht von der Seite. Gegen sie möchte ich nicht stürmen.“ Fotos: axel kasten, privat

Jette Jörns holt ihn in der Jugend A mit dem Bremer HC / Hockey-Abc beim ATSV Güstrow gelernt / Mit 15 Jahren an die Weser

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03. November 2017, 05:00 Uhr

Der Güstrower Hockeysport hat wieder eine deutsche Meisterin hervorgebracht: Jette Jörns holte den Titel in der Jugend A mit ihrem Klub, dem Bremer HC, nach einem 3:1 im Penaltyschießen gegen den Münchner SC. Ausgespielt wurde die Meisterschaft vor heimischem Publikum. Für die 18-jährige gebürtige Güstrowerin ist es die zweite deutsche Meisterschaft. Vor zwei Jahren gelang der Außenverteidigerin der Coup mit dem Bremer HC in der Jugend B. Mit dem Frauen-Team, in dem sie auch schon eine Stammkraft ist, wurde sie außerdem auf dem Feld Bremen-Meister. Der Bremer HC spielt in der Halle in der Regionalliga Nord und auf dem Feld in der 2. Bundesliga.


Meisterschaft Lohn für viele Trainingsstunden

Die Freude über den neuerlichen Titel war bei Jette Jörns natürlich sehr groß. „Mit solch einem Sieg belohnt man sich und die Mannschaft schließlich für viele, viele Trainingsstunden“, strahlte sie. SVZ traf sie am Wochenende bei ihren Eltern in Nienhagen. „Es war mal wieder ein Besuch in der Heimat fällig, auch wenn durch den Sport und meine Ausbildung als Bankkauffrau, die ich im August angefangen habe, die Zeit knapp ist“, erzählte Jette Jörns. Es war der Moment, um zurückzublicken, wie alles anfing. Jette kam durch die Familie zum Sport und zum Hockey. „Ich spiele seit 35 Jahren Hockey und auch mein Mann und Jettes Opa, Hannes Bever, haben die Schläger gekreuzt“, erzählt Mutter Katja Jörns, die einmal in der Woche bei den Seniorinnen trainiert. Da lag es nahe, dass sich auch die kleine Jette in diesem Sport versucht. „Jedoch ganz ohne Zwang. Es wäre auch etwas anderes möglich gewesen, aber sportlich was zu machen, das sollte schon sein“, blickt die Mutter zurück. Dass es wirklich bei den Jörns so funktioniert, zeigt Schwester Janne, die zum Tanz abwanderte und sich in der Klecks-Redaktion der SVZ versucht. Jette fand aber Spaß am Hockey – und hatte vor allem Talent. Eine Einschränkung gab es aber doch. „Zum Training wollte sie nicht immer und das frühe Aufstehen vor der Abfahrt zu Punktspielen und Turnieren fand sie auch uncool“, erinnert sich die Mutter.

Sportlich durchlief sie seit ihrem 5. Lebensjahr beim ATSV alle Altersklassen – Minis, Kinder D, C, B, A und die Jugend B. Trainiert wurde sie von Frank Schalla, Ines Tessenow und Wolfgang Seidel. In der Jugend B war dann der Moment da, zu überlegen, ob Jette sportlich woanders zulegen sollte. Fürsprecher waren Opa Hannes, Abteilungsleiter Hockey beim ATSV, Mutter und Vater sowie ein ehemaliger Güstrower Aktiver, Christian Bremer, Trainer beim Bremer HC. Das Problem war, so jung die Familie, Freunde – das Zuhause – zu verlassen.

Mit knapp 15 Jahren brach Jette in Richtung Bremen auf. „Es war Jettes Entscheidung. Aber wir haben uns das alles nicht leicht gemacht, das Für und Wider besprochen. Wir haben auch verabredet, dass, wenn es nicht funktioniert, Jette jederzeit wieder sofort nach Hause zurückkommen kann“, betont Mutter Katja und Vater Olaf bestätigt das.

Ein Probetraining verlief sehr gut. Meister-Trainer Martin Schulze sagte danach: „Wir möchten Jette gern in unserem Klub haben.“ In Bremen fand die Familie für Jette in der Tat sehr gute Bedingungen. Jette absolvierte bis zum Abitur eine Sportschulausbildung, war in einer Sportklasse und belegte Leistungskurse. Da der Klub zu der Zeit noch kein Internat hatte, wurde sie in einer Familie aufgenommen, der Familie Stubbe. Vater Christian ist der Präsident des Bremer HC. Auch das passte.


Charakter und Einstellung stimmen

Jette revanchierte sich auf ihre Weise für die guten Voraussetzungen. Christian Bremer, seit 1990 in der Bremer Ecke: „Vor allem hat Jette Charaktereigenschaften und eine Einstellung, wie man sie braucht, um Leistungssport zu treiben. Dazu kommt ihr Talent.“ Bremer bescheinigt ihr „stressresistent und konfliktbereit“ zu sein. Er schätzt ihr Organisationstalent, um Sport, Ausbildung und Freizeit zu koordinieren. Bremer: „Außerdem stellt sie sich durch harte Trainingsarbeit in den Dienst der Mannschaft.“ Er vergisst dabei aber auch nicht, die Eltern und die Trainer in Güstrow zu erwähnen, die die Grundlagen dafür legten, dass Jette Jörns zweimal deutsche Meisterin wurde.


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