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Leichtathletik : Das Comeback zwei Jahre nach dem Comeback

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leichtathletik: Kugelstoßerin Denise Hinrichs aus Schwaan nach langer Verletzungspause zurück im Ring

Eine ganz besonders herzliche Begrüßung bei den 40. Halleschen Werfertagen erfuhr Kugelstoßerin Denise Hinrichs. Der Beifall der vielen Leichtathletikfans – mit insgesamt 4900 Rekord bei dem Traditionswettkampf im Sportzentrum Brandberge – hatte seinen Grund: Nach 23 Monaten der erste Wettkampf der aus Schwaan stammenden 26-Jährigen!

Schon vor exakt zwei Jahren gab Hinrichs in Halle ein Comeback. Nach überstandenem Kreuzbandriss startete sie damals zuversichtlich in die Olympiasaison. Und doch blieb ihr der erhoffte zweite Start bei Olympia versagt, denn erneut brach die Verletzung auf. Eine lange Zeit des schweren, geduldigen Neuaufbaus liegt jetzt hinter ihr.

Am Wochenende in Halle wirkte die Blondine frisch, aufgeräumt. Das Lächeln nach dem diesmal vollständig absolvierten Wettkampf sprach Bände, auch wenn sie mit ihrer Weite nicht ganz zufrieden war. „Die 17 wollte ich schon gerne haben“, gestand sie, „doch nach so langer Zeit war es doch nicht so einfach. Das Einstoßen aus dem Stand war noch gigantisch, doch mit dem Angleiten habe ich mich dann etwas schwer getan.“ Mit ihrem ersten Auftritt nach zwei Jahren könne sie aber leben. Schließlich, erklärt Trainer Miroslaw Jasinski, trainiere sie den kompletten Bewegungsablauf ja erst seit sechs Wochen.

„Bis zur Deutschen Meisterschaft sind noch zwei Monate Zeit. Da möchte ich richtig fit sein. Einen genauen Fahrplan habe ich aber noch nicht; nächster Wettkampf werden erst mal die Landesmeisterschaften in zwei Wochen sein“, blickt die beim TV Wattenscheid in Bochum Aktive zunächst nur in die nahe Zukunft voraus. Die Deutsche Meisterin von 2009 weiß: Christina Schwanitz (LV Erzgebirge), die sich in Halle mit 20,22m auf Platz 2 der Weltjahresbestenliste katapultierte, wird in Deutschland dieses Jahr nicht zu schlagen sein. Zu beachten sind auch Shanice Craft (MTG Mannheim), die in Halle zu Gunsten des Diskuswurfs die Kugel liegen ließ, sowie Josephine Terlecki (Hallesche Leichtathletikfreunde), mit 17,46 Zweite. Doch dahinter, und da ist Denise Hinrichs guter Dinge, will sie um die dritte Fahrkarte für die Europameisterschaft in Zürich kämpfen. „Ich bin zuversichtlich, dass es bei der DM auf die 18 Meter gehen wird“, sagt die mit dem Herzen bei ihren Eltern immer in Schwaan lebende frühere Europameisterin und Vize-Weltmeisterin der Junioren. Die Zahl nennt sie nicht von ungefähr: 18 Meter – das ist die EM-Norm für Zürich (12.-17. August).

Platz 5 war es am Ende in Halle mit 16,55m für Denise Hinrichs, die als persönlichen Bestwert 19,47m zu stehen hat. Daran freilich ist noch nicht zu denken. Den sportlichen Konkurrentinnen ist das offenbar nebensächlich – sie herzten nach dem Wettkampf reihum die Schwaanerin im Wattenscheider Trikot, die wieder zurück in ihrer Mitte ist.


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