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Olympische Jugendspiele : Clemens mit Prüfer-Farbe: Silber!

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Güstrower Talent als Diskus-Zweiter der Olympischen Jugendspiele in den Spuren von Bruder Henning, dem dreifachen Vizeweltmeister

von
erstellt am 25.Aug.2014 | 07:51 Uhr

Mit der Silbermedaille kehrt Diskuswerfer Clemens Prüfer von den 2. Olympischen Jugendspielen (YOG) aus Nanjing heim. Am Sonnabend musste sich der Güstrower nur dem Chinesen Yulong Cheng geschlagen geben.

Gerald Bergmann, der die MV-Werfergarde in China betreute, hatte dem 17-Jährigen nach witterungsbedingten Strapazen – täglich über 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit – am Tag vor dem Finale weitgehend Ruhe verordnet. Das Einwerfen seines Schützlings in Nanjing quittierte er dann als „okay“. Als zweitbester Diskuswerfer der U18 weltweit in diesem Jahr Mitfavorit, tat sich Clemens zum Wettkampfbeginn um 19.05 Uhr bei exakt 30 Grad und 79 Prozent Luftfeuchte dennoch wieder schwer. Wie schon in der Qualifikation missglückte der Auftakt völlig und er machte ihn ungültig. Auch der zweite Versuch, zwar weit geworfen, blieb ohne Eintrag ins Protokoll, weil es den Athleten aus dem Ring trug. Also hieß es für Prüfer, den dritten und vorletzten Wurf erstmal sicher zu stehen. Das klappte mit 60,62 m ganz passabel, und das bedeutete schon mit großer Sicherheit die angestrebte Medaille. Denn tatsächlich konnte nur einer, der Chinese, dem Deutschen Paroli bieten. Von Anfang an hatte er die Führung inne (61,05 m) und baute diese im 3. Versuch noch auf 63,05 m aus. Also konnte Clemens’ Devise für seinen 4. und laut YOG-Reglement letzten Versuch nur lauten: volles Risiko!

Und endlich, bei seiner letzten Chance, demonstrierte er sein wahres Leistungsvermögen und beförderte sein Wurfgerät auf 63,52 m – die Führung! Cheng jedoch, direkt danach an der Reihe, vermochte zu kontern: Getragen vom tosenden Jubel seiner rund 20 000 Landsleute im Olympiastadion, flog dessen Scheibe auf die persönliche Bestmarke von 64,14 m.

Als dann der Slovake Pavol Zencar, der Dritte im Feld mit einer Sechs vorn an der Bestmarke, gar seinen vierten Versuch in den Sand setzte, war die Medaillenverteilung perfekt: Gold für China, Silber für Prüfer, Bronze für den Ukrainer Ruslan Valitov (57,48 m).

Silber aber scheint Prüfer-Farbe zu sein: Bruder Henning – die Prüfers, die beim LAC Mühl Rosin mit der Leichtathletik begannen, trainieren in Potsdam bei Jörg Schulte – gewann in der U18 und kürzlich auch in der U20 bereits dreimal WM-Silber mit Diskus und Kugel.

Zwei Stunden nach Clemens warf Lara Kempka (SC Neubrandenburg ) ihren Diskus ebenfalls auf Podest-Weite. Im letzten Versuch steigerte sich die Bad Doberanerin auf 50,70 m und arbeitete sich vom 5. auf den Bronzerang vor. Es siegte die Chinesin Sun mit 52,79 m vor Byelyakova (Ukr/51,64 m).

Gestern kämpften mit der Kugel Merten Howe und Annika Nehls vom SCN um Medaillen. Die hatte zuvor Triathlet Peer Sönksen (SCN) mit Platz vier knapp verpasst. Howe erkämpfte mit 20,13 m Bronze hinter dem erwarteten Silber-Gewinner, dem Rumänen Andrei Toader (21,00 m). Der herausragende Konrad Bukowiecki (Polen) war wie schon bei der U20-WM eine Welt für sich und stieß 23,17 m. Auch Anika Nehls war auf Bronze gepolt und verpasste die Mexikanerin Oronzo Castro (17,55 m) knapp. Nicht zu schlagen war hier die favorisierte Russin Alena Bugakova (18,95 m).


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