Orientierungslauf : Brite erläuft sämtliche 23 Posten

Nils Schmiedeberg (Mitte) erklärt den versammelten OL-Eleven die Grundzüge dieses Sports.  Fotos:  Marian-Bernd Pries (3)
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Nils Schmiedeberg (Mitte) erklärt den versammelten OL-Eleven die Grundzüge dieses Sports. Fotos: Marian-Bernd Pries (3)

Mit dem Briten Ed Nash wurde der Güstrower Jedermann-OL bei seiner Auflage 2013 sogar international. Der britische Nationalkader gewann überlegen.

Alljährlich in der Adventszeit – wenn die Jagdsaison beendet ist – erobern Läufer den Wald um Kirch Rosin, bei denen die Zeit nur die zweitgrößte Rolle spielt. In erster Linie geht es Orientierungsläufern (OL) nämlich darum, im Gelände versteckte sogenannte „Posten“ zu finden.

In diesem Jahr hatten sich die Initiatoren Anke und Nils Schmiedeberg nicht nur IT-Unterstützung durch den Teterower Michael Boden gesichert sondern scheinbar auch Petrus mit ins Boot geholt. Der sorgte für so ausgezeichnete Witterungsbedingungen, dass sich mit fünf Dutzend großen und kleinen Läuferinnen und Läufern eine Rekordzahl von Teilnehmern auf dem kleinen Spielplatz in Kirch Rosin zum Start einfand. Dabei hielt sich der Anteil erfahrener Orientierungsläufer, die hauptsächlich vom einzigen Verein in Mecklenburg-Vorpommern mit OL-Sparte, dem SV Turbine Neubrandenburg, kamen und jener, die diese interessante Sportart als willkommene Abwechslung im Wintertraining gerne annehmen, in etwa die Waage.

Insgesamt 23 Posten hatte Nils Schmiedeberg, der mit Abstand erfahrenste und als Senioren-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres auch erfolgreichste OLer unseres Bundeslandes, rund um den Hilgenberg verteilt. Von denen sollten die Teilnehmer in einer bestimmten Zeit mit Hilfe einer speziell erstellten Karte möglichst viele „erlaufen“. Zwar gibt es auch noch eine Postenbeschreibung mit an die Hand, doch was dem OL-Spezialisten lange klar ist, stellt den Anfänger oft schon vor Probleme: Was ist der Unterschied zwischen „Mulde“, „Senke“ und „Grube“. Ein „großer Hochstand“ ist einfach. Was aber ist eine „Vegetationsecke“ mitten im Wald? Wie sind Eiche und Buche im Winter zu unterscheiden?

Nach 50, 60 oder 70 Minuten mussten die Sportler wieder im Ziel sein. Wer im Eifer des Gefechts darauf nicht achtete, dem wurden Posten wieder abgezogen. Doch wohl keinem der Teilnehmer war das wirklich wichtig. Zu groß ist das Erfolgserlebnis, wenn man wieder einen der rot-weiß markierten Posten aufgespürt hat.

Am besten gelang das Ed Nash. Der Rostocker mit britischen Wurzeln – für sein Heimatland startete er sogar schon in der Nationalmannschaft – erlief sämtliche 23 ausgelegte Posten. Lars Schmiedeberg (Tri Fun Güstrow) brachte es in der vorgegebenen Zeit auf 17, Andreas Wurm (LSV Güstrow) auf 16 Posten.

Auch bei den Frauen waren mit Anke Klewer (11 P.) und Elke Hacker (10) zwei OL-erfahrene Läuferinnen ganz vorne. Birgit Hartleben (Tri Fun) war die schnellste von drei Damen, die 8 Posten auf dem Zettel hatten.

Zehnmal konnten die Leipzigerinnen Mia und Martina Stein sowie Elisa Kaufmann die Lochzange auf der Startkarte betätigen – Sieg in der Familienwertung vor der Familie Gerlach (8 P.) aus Badendiek sowie Jan Phillip Bast und Hannes Thomaske (7 P.) aus Groß Wokern.

Wahlweise bei Tee oder Glühwein, weihnachtlichem Gebäck und für die Kleinen auch bei einem Schokoladen-Weihnachtsmann wurden die Erlebnisse und Erfahrungen dann an einem wärmenden Feuer ausgetauscht. So unterschiedlich diese auch gewesen sein mögen, nahezu einhellig war die Meinung: „Im nächsten Jahr sind wir wieder beim Jedermann-OL dabei!“



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