Gymnastik : Bewegungsapparat etwas Gutes tun

Die Gutower Gymnastik-Gruppe trifft sich immer am Donnerstagabend im Gemeindehaus.   Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik (2)
1 von 2
Die Gutower Gymnastik-Gruppe trifft sich immer am Donnerstagabend im Gemeindehaus. Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik (2)

Beim ATSV Güstrow gibt es vier Gymnastikgruppen, drei in Güstrow und neuerdings auch eine in Gutow

von
25. Januar 2016, 06:00 Uhr

Ein Donnerstag, 19 Uhr, Gemeindehaus in Gutow. An diesem Abend sind neun Frauen im Saal. Gymnastik steht für eine Stunde auf dem Programm. Sie hören auf das „Kommando“ von Cornelia Wardow, ihre Übungsleiterin. Die 59-jährige Gutowerin gibt per Mikrofon den Takt an. Das geht u.a. so: „Nicht einseitig belasten. Oberkörper ist in der Mitte. Der Po ist unten, Brust raus, Ellenbogen sind oben. Noch vier, noch drei, noch zwei, noch eins.“ Die Frauen machen das gut. Man merkt, es ist nicht das erste Mal. Seit November vergangenen Jahres treffen sie sich jeden Donnerstag zur Gymnastik.

Cornelia Wardow wurde von den Gutower Frauen angesprochen, ob sie eine solche Gruppe übernehmen würde. Eigentlich kein Problem, denn sie ist seit 1980 Übungsleiterin. Damals schloss sie sich der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lok Güstrow an. Aus der wurde nach der Wende der ETSV und danach der ATSV Güstrow. Cornelia Wardow, für die Sport schon immer zum Leben gehörte, blieb dem Verein treu und übernahm u.a. die Gymnastik-Gruppe in der Güstrower Südstadt (siehe Info-Kasten). Trotzdem musste sie überlegen, ob es zwischen ihren weiteren Aktivitäten – Nordic Walking, sportliche Wochenenden mit ihrem Mann, Radtouren, Inline-Skaten – noch einen freien Abend für die Gutower Frauen gibt. Cornelia Wardow sagte schließlich zu. Auch, weil man sich kennt, die Nachbarschaft pflegt und Sommerfeste oder Silvester zusammen feiert. Warum dann nicht auch gemeinsam Sport treiben. 15 Frauen sind es zur Zeit, wenn alle kommen. Zu ihnen gehört Sophia Strauchfuß. Die Gutowerin nutzt die eine Stunde Bewegung intensiv. „Ich habe viel auf der Arbeit zu tun und zwei kleine Kinder. Da ist die Gymnastik für mich der richtige Ausgleich“, sagt die 34-Jährige.


Seit 1980 Übungsleiterin: Cornelia Wardow


Cornelia Wardow ist mit ihrer jahrelangen Erfahrung als Übungsleiterin prädestiniert, die Gutower Frauen in Schwung zu bringen. „Ich lege auf zwei Säulen wert, auf gymnastische und auf Muskel aufbauende Übungen“, erklärt sie. Dazu gehören Dehnübungen mit und ohne Musik, mit und ohne Geräte wie Hanteln, Physio-Bänder oder softige Redondo-Bälle. Das schult Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht und Reaktion. Für sie sind das die besten Hilfen dem arg strapazierten Bewegungsapparat etwas Gutes zu tun bzw. etwas der stundenlangen Arbeit am Computer, den täglichen Autofahrten oder der Verführung, lieber auf der Couch liegen zu bleiben, entgegen zu halten. Sie spricht aus eigener Erfahrung, arbeitet sie doch seit 38 Jahren in der Güstrower Bettfedernfabrik. Sie betrachtet Sport als die beste Medizin, um z.B. gegen die Volkskrankheit „Rücken“ vorzugehen und die Chance zu nutzen, fit bis ins hohe Alter zu bleiben. Und Cornelia Wardow ist sich sicher, dass derjenige, der sich so in Bewegung hält, gute Chancen hat, die Liste der Neujahrsversprechen einzuhalten. Wer bei ihr Gymnastik treibt, wird aber nicht überfordert. „Es geht darum, wie und was jeder kann und was sich jeder zumutet“, macht sie jedem Mut, wenn er mitmachen will. Das gilt im Übrigen nicht nur für Frauen, die die Gymnastik-Abteilungen beim ATSV dominieren. Cornelia Wardow: „Auch für Männer ist dieser Sport geeignet. Sie kommen aber leider nicht.“

Ansonsten ist der Zulauf bei der Gymnastik rege und der Bedarf wird immer größer. Cornelia Wardows Erfahrung: „Es ist natürlich in erster Linie der Sport, der lockt. Und zwar in der Gruppe. Zu Hause geht es auch. Aber meist schläft es dort wieder ein. Der gemeinsame Spaß fehlt.“ Die drei Gruppen in Güstrow und die neue Truppe in Gutow vereinen inzwischen wöchentlich über 100 Frauen zum gemeinsamen Sporttreiben. Cornelia Wardow: „Nicht zu glauben, dass 1957 gerade mal acht Frauen in der BSG Lok die erste Gymnastik-Gruppe gründeten.“

Aber der wöchentliche Treff ist inzwischen längst nicht alles. „Die Gruppen sind wie eine große Familie. Wir unternehmen viel gemeinsam, machen Ausflüge, feiern Weihnachten oder fahren zum Landes-Seniorensportfest“, erzählt Cornelia Wardow. Die Übungsleiterin hat übrigens noch einen Tipp für Unentschlossene: „Mit Gymnastik kann man immer anfangen!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen