LAC Mühl Rosin : Adria-Ferien für DM unterbrochen

Carl-Charlie Krüger kam im Speerwurf der U18 auf den 15. Platz.  Fotos: ralf Görlitz (2)
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Carl-Charlie Krüger kam im Speerwurf der U18 auf den 15. Platz. Fotos: ralf Görlitz (2)

Leichtathletik: Carl-Charlie Krüger vom LAC Mühl Rosin 15. im Speerwurf der U18. Favorit Henning Prüfer geht im Diskusring leer aus

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03. August 2015, 22:00 Uhr

Mit einem ganz besonderen Ausflug garnierte Leichtathlet Carl-Charlie Krüger seine Sommerferien: Von der Adria-Küste, wo die Badendieker Familie Krüger Urlaub macht, flog der Schüler extra zur Teilnahme an der Deutschen Jugend-Meisterschaft zurück in die Heimat. Mit schöner Regelmäßigkeit qualifizieren sich jedes Jahr ein, manchmal auch zwei junge Sportler des LAC Mühl Rosin für dieses Schaulaufen der deutschen Talente.

Der Junge vom John-Brinckman-Gymnasium schaffte das bereits zum zweiten Mal. Vor zwei Jahren, in der Schüler-Klasse, belegte er im Block Sprint-Sprung den 25. Platz. Vergangenen Freitag in Jena reichte es in der Einzeldisziplin Speerwurf, jetzt in der Jugendklasse U18, schon zu Rang 15. Dabei hatten die Ausgangswerte durchaus einen Platz sogar im Endkampf in den Bereich des Möglichen gerückt. Dass dies dem 16-Jährigen am Ende nicht gelang, lag vielleicht auch an den ungewöhnlichen Umständen seiner Vorbereitung auf den Wettkampf.

So unterbrach Carl-Charlie seine Ferien mit der Familie in Kroatien am Vortag, flog nach Berlin zurück, wo er zu Oma, Opa und Trainerin auf dem Weg nach Jena ins Auto stieg. Drei Wochen zuvor absolvierte der Badendieker sein Schülerpraktikum in Bremen. „Mit dem SV Werder konnten wir absprechen, dass Carl-Charlie dort mittrainieren darf“, berichtet LAC-Trainerin Sabine Beutling. Und für den anschließenden Bootsurlaub an der Adria hatte Jan Möde in Carl-Charlies Heimatverein ein paar Übungen zusammengestellt.

Die Umstände mögen dann dem Badendieker etwas die erforderliche Spritzigkeit und Aggressivität gekostet haben, um mehr zu erreichen, als die 53,73 Meter, die in Jena nach dem Vorkampf für ihn im Protokoll standen. So ziemlich genau fünf Meter weiter hätte der Speer schon fliegen müssen für weitere drei Versuche. „Das hat Charlie vorher aber auch erst zweimal geschafft“, dämpfte Sabine Beutling noch die Erwartungen. Die Kurzanalyse der Trainerin: „Ich hätte ihn heute gerne explosiver gesehen. Da fehlte es ihm erst an der Geschwindigkeit. Als wir das mit mehr Anlauf besser einstellen konnten, war dann der Armzug nicht dynamisch genug.“

Ihr Schützling zeigte sich dennoch zufrieden mit seinem Gastspiel in Jena. „Hier her zu fliegen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Am Anfang war ich schon etwas aufgeregt. Es ist ja einiges für mich neu gewesen, mit Callroom und so. Die Weite war natürlich nicht so toll. Aber für mich zählen das Erlebnis und die gute Erfahrung“, resümierte Carl-Charlie Krüger, bevor es schon Sonnabend Mittag wieder in den Flieger ging – retour an die Adria.


Clemens Prüfer gewinnt Silber und Bronze


Schon Routine sind deutsche Meisterschaften für Carl-Charlies ehemalige Vereinskameraden Henning und Clemens Prüfer. Doch mit einem Titelgewinn in der U20 wurde es diesmal für die in Potsdam trainierenden Diskus-Brüder nichts. Überraschend musste Henning (19) sogar mit Platz fünf Vorlieb nehmen. Mental und körperlich ausgelaugt von einer sehr stressigen Saison, klappte beim vierten Wettkampfwochenende mit Entscheidungscharakter innerhalb von fünf Wochen gar nichts. Schon dass er seinen ersten Versuch bei 46,70m landen sah und nicht ungültig machte, spricht Bände. Zwar steigerte er sich noch kontinuierlich bis auf 57,27m, mehr aber ging offensichtlich nicht. „Das war der Abschluss einer Saison, wie sie ihn verdient hat“, befand der Neu-Potsdamer, der in der Woche zwischen Deutscher Männermeisterschaft (Platz 8) und U20-DM noch seinen Umzug zu bewältigen hatte.

Verhalten jubeln konnte immerhin sein jüngerer Bruder Clemens (17). Bis vor dem letzten Wurf lag der mit 59,44m sogar auf Goldkurs. Doch das schnappte ihm Tony Zeuke (LV Erzgebirge) mit 61,21m noch weg. Und der sich beständig steigernde Lukas Koller (TSV Wasserburg) ließ 59,86m folgen. Seinem völlig missratenen Konterversuch schickte der Güstrower das berühmte Sch-Wort hinterher…

Das gelang ihm tags darauf viel besser. Im Kugelstoßen ging es in Hennings Abwesenheit „nur“ darum, wer hinter Überflieger Patrick Müller vom SC Neubrandenburg (20,20m) die anderen Medaillen abfasst. Auch hier lag Clemens von Anfang an in der zweiten Poolposition, auch hier wollte ihm mit Malte Dörner (LV Erzgebirge, 18,87m) einer das Silber wegnehmen. Doch mit Vehemenz steigerte der 17-Jährige seine persönliche Bestweite auf 19,55m – Silber! Da hellte sich auch das Gesicht des großen Bruders wieder auf. Henning, der in dieser Saison die Kugel nicht anfasste, war ständig in die Coachingzone getigert, um seinem „Kleinen“ noch den einen und anderen Tipp zu geben – und es half.


Unglücklicher Abschluss großartiger Jugendzeit


Henning Prüfer absolvierte in Jena seinen letzten Wettkampf in der Jugend. Hier hatte er vor vier Jahren mit Sensationssilber in der U18 seine Diskuslaufbahn begonnen. Und hier sollte seine Jugendzeit natürlich mit Gold enden. Doch ein anderer Kreis schloss sich: Nach seiner DM-Premiere 2011 mit Platz 6 im Wurf-Block musste er in seinem letzten Jugendwettkampf neben dem Podest Aufstellung nehmen, was ihm bei insgesamt 20 deutschen und vier internationalen Meisterschaftswettbewerben sowie drei weiteren DLV-Einsätzen nicht mehr in seiner Altersklasse passierte. Diese Erfahrung wird dem nun scheidenden Kapitän der Jugend-Nationalmannschaft in seinem neuen Lebensabschnitt, nach Abitur und vor dem Schritt in den Aktivensport, sicherlich nicht zum Nachteil gereichen.  

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