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Olympische Jugendspiele : Abenteuer Olympia im Kleinen beginnt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Olympische Jugendspiele: Heute Qualifikationswettkampf für Clemens Prüfer / Weitere fünf junge Sportler aus MV in Nanjing (China) dabei

Das größte sportliche Abenteuer für Nachwuchs-Leichtathlet Clemens Prüfer erreicht heute seinen ersten Höhepunkt: die Qualifikation im Diskuswerfen bei den Olympischen Jugendspielen. Seit einer Woche bereits weilt der Güstrower mit der deutschen Olympiadelegation in Nanjing, versucht sich dort nach der Zeitumstellung (6 Stunden) vor allem auch auf die klimatischen Bedingungen einzustellen. Mit Temperaturen an die 30 Grad, nachts kaum weniger, sowie hoher Luftfeuchte wartet schon die erste Herausforderung, bevor der Wettkampf überhaupt losgegangen ist, auf die 84 deutschen Athleten, die sich in 21 Sportarten für die Spiele qualifiziert haben. Wer das gut meistert, hat gute Chancen, dass es nicht beim Einmalauftritt bleibt. Für Clemens wird es heute um 20.20 Uhr chinesischer Zeit ernst, bei uns ist es dann 14.20 Uhr.

Olympische Jugendspiele gibt es erst zum zweiten Mal. Seine Premiere hatte dieses vom früheren IOC-Chef Rogge protegierte Projekt vor vier Jahren in Singapur. Die Teilnehmerzahl ist nach einem strengen, kontinentalen Ausleseverfahren stark limitiert. So besetzt der DOSB sieben Sportarten nicht. Insgesamt sind 3600 Athleten aus allen 204 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) im Alter von 14 bis 18 Jahren (je nach Sportart etwas variierend) am Start. Jedes NOK (in Deutschland das DOSB) hat vier Startplätze garantiert, maximal können pro Nation 70 Mädchen und Jungen in Einzeldisziplinen entsandt werden, dazu maximal zwei Mannschaften (für Deutschland beides Hockey). „Die Olympischen Jugendspiele sind für die Sportlerinnen und Sportler ein wichtiger Schritt, um ihrem olympischen Traum ein Stück näher zu kommen“, sagte die für Leistungssport zuständige DOSB-Vizepräsidentin Christa Thiel anlässlich der Nominierung.

Zu den 2. Youth Olympic Games (YOG), die am 16. August begonnen haben und am 28. August enden, gehört ein vielfältiges Kultur- und Bildungsprogramm. Die Deutsche Sportjugend beteiligt sich zudem mit einem umfangreichen Seminarprogramm und Talkrunden vor Ort.

Aus Mecklenburg-Vorpommern sind neben Clemens Prüfer drei weitere Leichtathleten in Nanjing dabei: die Kugelstoßer Merten Howe und Anika Nehls und übrigens die Bad Doberaner Diskuswerferin Lara Kempka, alles Clemens’ frühere Traingspartner beim SC Neubrandenburg. Die kleine MV-Riege bei den 2. YOG komplettieren Boxer Peter Kadiru (BC Traktor Schwerin) und Triathlet Peer Sönksen (SCN).

Auch für den LAC Mühl Rosin ist der Auftritt des seit einem Jahr beim SC Potsdam Trainierenden in Nanjing etwas Besonderes, es ist schließlich der erste eines „Ehemaligen“ bei Olympia – wenn auch „erst“ bei den Jugend-Olympioniken. Seine Chancen stehen zudem nicht schlecht. Mit 65,02m warf Clemens den 1,5kg schweren Jugend-Diskus so weit wie bisher nur einer in diesem Jahr auf der Welt. Xiangnan Zhan aus dem Gastgeberland (warf die Scheibe schon 65,52m weit) ist sicherlich der große Favorit. Kann Clemens es seinem Bruder Henning, der gerade zum zweiten Mal WM-Silber gewann, nachmachen? Ein Ansporn ist der Ältere der beiden Prüfers für den auch etwas kleineren allemal. „Das hilft auf jeden Fall. Ich will in Nanjing auch eine Medaille holen“, sagt er. Indes legt der DOSB den Schwerpunkt auf das Sammeln von Erfahrungen, das Schnuppern der Atmosphäre, das Stärken von Motivation. Olympische Werte wie Freundschaft und Respekt zu vermitteln, betont auch das IOC seine Vision von Jugendspielen. „Wir werden keine Medaillen zählen und nicht auf den Medaillenspiegel schauen“, sagt Bernhard Schwank, Deutschlands Chef de Mission.

Einmal feiern konnte Clemens schon jetzt im fernen China: am Tag der Ankunft vor einer Woche seinen 17. Geburtstag. Soll noch eine Feier hinzukommen, wäre heute erst mal die Qualifikation fällig. Dann könnte es am Sonnabend ab 19 Uhr Ortszeit (bei uns in der Heimat 13 Uhr) zum großen Finale kommen.

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