MV-Liga Männer : Wir wollten nur Handball spielen

Marcel Tiedemann überwindet die Stavenhagener Deckung un kommt zum Abschluss.
Marcel Tiedemann überwindet die Stavenhagener Deckung un kommt zum Abschluss.

Plauer SV – Stavenhagener SV 21:31 (9:15) / Schön angerichteter Handballnachmittag bekommt negativen Beigeschmack

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16. Dezember 2013, 20:00 Uhr

Weniger der Ausgang, vielmehr die Begleitumstände in einem äußerst denkwürdigen Spiel am vergangenen Sonnabend in der Klüschenberghalle, sorgte bei den rund 200 Zuschauern für einen mehr als negativen Beigeschmack. Die Plauer Handballmänner empfingen in der MV-Liga den Favoriten Stavenhagener SV. Zunächst schien es so, als würde es ein ganz normales Handballspiel werden. Die vorweihnachtliche Stimmung übertrug sich auf die Fans beider Lager und versprach einen schönen Handballnachmittag.

Plau legte das 1:0 vor und konnte diese Führung bis zum 3:2 behaupten. Doch im schnellen Spiel nach vorn, fabrizierten die PSV-Youngster zu viele technische Fehler, für die sich Gäste aus Stavenhagen bedankten. So kippte die Partie aus Plauer Sicht viel zu früh und die nicht zimperlich zu Werke gehenden Reuterstädter gingen mit 6:3 in Führung. Mit zunehmender Spielzeit drückte das Schirigespann der Partie immer mehr ihren Stempel auf. Zunächst versäumten sie es, an Stelle der sehr früh vergebenen drei gelben Karten die eine oder andere zwei Minuten Strafe zu verteilen. Danach pfiffen sie auf beiden Seiten vermeintliche Regelverstöße und nahmen immer mehr negativen Einfluss auf das Spielgeschehen.

Die Seestädter kämpften trotzdem weiter und ließen sich zunächst nicht aus der Ruhe bringen. Sehenswert heraus gespielte Tore, das eine oder andere Schmankerl von Humboldt und der erstmalig bei den Männern eingesetzte A-Jugendtorhüter Moritz Grabow, bedeuteten ein Spiel auf Augenhöhe und hatten den 7:7-Ausgleich in der 20. Minute zur Folge. Doch die Volksseele kochte mit dem vierten gegen Godau gepfiffenen vermeintliche technischen Fehler und einer rüden Attacke gegen Marschke, die in jedem Fall eine rote Karte verdient hätte, immer höher. Der Gastgeber kam dadurch völlig aus dem Tritt und die Gäste profitierten in dieser Situation und setzten sich vorentscheidend auf 13:7 ab. Mehr als Ergebniskosmetik bis zum 9:15-Rückstand war aus Plauer Sicht bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr möglich.

Während in der Halbzeitpause der Weihnachtsmann für eine kleine Bescherung sorgte, schworen sich die PSV-Männer in der Kabine ein. Im schnellen Spiel nach vorn wollten sie einerseits weniger Fehler fabrizieren, andererseits das provokante pfeifen der Unparteiischen ignorieren. Letzteres war leichter gesagt als getan, denn bis auf den 10:16-Anschlusstreffer gelang nicht mehr. Handball geriet immer mehr zur Nebensache. Mit null Toleranz und Fingerspitzengefühl beförderten die Schiedsrichter zunächst Humboldt mit einer doppelten Zeitstrafe, daher vier Minuten Unterzahl, auf die Strafbank. Danach erhielt die Plauer Auswechselbank eine Zeitstrafe für die Frage nach dem „Warum“? und zu guter letzt erhielt der Plauer Trainer wegen angeblichen Verlassens der Coaching-Zone die rote Karte.

Die zum Teil vierfache Überzahl nutzte der Tabellenführer aus Stavenhagen im Stile einer Spitzenmannschaft zur zwischenzeitlichen 21:10-Führung (40. Minute). Die Seestädter kämpften in der verbleibenden Spielzeit vorbildlich weiter und erzielten wieder Gleichwertigkeit, auch wenn nach wie vor zu viele Bälle durch technische Fehler verloren gingen und mit den Torchancen gesündigt wurde. Über die Spielstände von 13:23 und 16:26 konnte der Abstand gehalten, in der Folge sogar verkürzt werden (20:28). Es spricht in jedem Fall für die Moral der Plauer, die sich vom mittlerweile völlig überforderten Schiedsrichtergespann aus Greifswald und Altentreptow nicht noch mehr aus der Ruhe hat bringen ließen.

In einer hektischen Schlussphase verpassten es die Seestädter, trotz einer offensiv ausgerichteten Abwehr und einiger Ballgewinne, noch mehr Ergebniskosmetik zu betreiben. Stattdessen kassierte der Torschützenkönig der Mannschaft, der zuvor erneut rotwürdig „gefällt“ wurde, wegen unsportlichen Verhaltens eine rote Karte mit Folgen. Sein gegenüber hätte in dieser Situation gleiches verdient gehabt. So endete ein schön angerichteter und angedachter Handballnachmittag mit unschönen Szenen und der viel zu hohen Niederlage. Der jeder Zeit verdiente 31:21-Sieg der Gäste, war nur noch Nebensache.

Das Schiedsrichtergespann musste sowohl in die Kabine als auch zum Auto von Ordnern eskortiert werden und stellte selbst dann noch durch provokante verbale Auseinandersetzungen mit den Zuschauern seinen Namen „Unparteiische“ in Frage. Der Willkür zumindest des einen Schiedsrichters ausgeliefert, muss der Plauer SV nun mit empfindlichen Strafen rechnen, gegen einige wird der Verein jedoch Einspruch erheben.



Plauer SV: Kleinschmidt, Grabow (Tor), Tiedemann 1, Starke, Schmidt 2, Lenk 5, Godau 3, Madaus 1, Humboldt 3, Kinzilo 1, Futterlieb 3, Zabel, Fitz, Marschke 2, Zuschauer: 200


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