Radsport : Ohne Kleinbus geht beim SV Dassow nichts

Dassows Radsport-Trainer Ingo Eichberg hat mit Lea Friedrich (Mitte, Foto Archiv) eine viermalige Juniorenweltmeisterin trainiert. Die ist schon damals im Vereinsbus mitgefahren. Der hat jetzt 20 Jahre auf dem Buckel und müsste dringend ausgetauscht werden.
Dassows Radsport-Trainer Ingo Eichberg hat mit Lea Friedrich (Mitte, Foto Archiv) eine viermalige Juniorenweltmeisterin trainiert. Die ist schon damals im Vereinsbus mitgefahren. Der hat jetzt 20 Jahre auf dem Buckel und müsste dringend ausgetauscht werden.

Radsport-Trainer Ingo Eichberg benötigt für seine Schützlinge und den Verein Spenden, um einen neues Transportmittel zu organisieren

svz.de von
19. Dezember 2018, 23:45 Uhr

Die Radsportler des SV Dassow sorgen seit Jahrzehnten für positivste Schlagzeilen. Trainer Ingo Eichberg arbeitet seit 47 Jahren als Trainer in Dassow, ist seit 21 Jahren Abteilungsleiter und hat mit seinen Athleten 28 Titel bei DDR- und deutschen Meisterschaften gewonnen. Im Interview mit Steffen Oldörp spricht Eichberg über finanzielle Sorgen des Vereins, die sogar die Zukunft der Talentschmiede bedrohen könnten.

Herr Eichberg, seit der Wende sind vom SV Dassow 14 Sportler zum Sportgymnasium nach Schwerin gegangen. Mit der viermaligen Juniorenweltmeisterin Lea Friedrich, Johannes Keuchel, Henry Ober sowie Laura und Tom Schunke haben es fünf Sportler sogar in die Nationalmannschaft geschafft. Wie optimistisch sind Sie, dass Ihnen solche Erfolge weiter gelingen?
Ingo Eichberg: Das ist eine gute Frage, da wir zurzeit eine große Misere haben. Es ist seit Jahren ein Kampf um die Finanzen. Aber im Moment ist es besonders hart. Denn unser Kleinbus, der sehr wichtig für die Nachwuchssportler des Gesamtvereins ist, hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel und ist am Ende. Für den Radsport ist das eine Katastrophe. Ohne ihn geht gar nichts. Deshalb haben wir im Moment große Zukunftssorgen.
Wir wurde der Radsport zu DDR-Zeiten in Dassow gefördert?

Vereine wurden in der DDR nicht sehr unterstützt, unsere Abteilung bekam im Jahr 600 Ostmark.
Wie hat es Traktor Dassow, der Vorgängerverein des SV Dassow, dann geschafft, zu DDR-Zeiten so erfolgreich zu sein?
Wir haben häufig in fast allen Altersklassen Radrennen im Norden gewonnen. Als man von staatlicher Seite sah, was die Jungs in Dassow für tolle Leistungen brachten, machte man Anfang der 70er Jahre aus unserer Abteilung ein Trainingszentrum mit dem Ziel, jedes Jahr einen Sportler zum TSC Berlin zu delegieren.
Was hat sich mit dieser Beförderung zum Trainingszentrum geändert?
Ein Radsporttrainingszentrum zu sein, bedeutete ideale Bedingungen zu haben. Wir hatten mit meinem Bruder Hans-Jürgen einen hauptamtlichen Trainer und für jede Altersklasse eine Planstelle für nebenberufliche Übungsleiter, die bis zu 400 DDR-Mark im Monat verdienten. Hinzu kam noch Geld für einen Materialwart. Auch Rennräder, Material, Bekleidung, einen Kleinbus B1000 mit Außenlautsprecher und Rundumleuchte sowie Benzin wurde uns damals kostenlos zur Verfügung gestellt. Genauso wie Trainingslager und Essen nach den Wettkämpfen.
Wie sieht die Unterstützung für die Radsportler des SV Dassow heute aus?
Heute sind wir Trainingsstützpunkt des Landes. Als Unterstützung bekommt der Stützpunkttrainer, in dem Fall ich, der ehrenamtlich arbeitet, zwei Stunden Mindestlohn im Monat vergütet.
Das heißt, der Radsport beim SV Dassow lebt trotz der vielen Erfolge ausschließlich von Sponsoren und Mitgliedsbeiträgen?
Ja, die Spendengelder müssen aber Jahr für Jahr erst mal eingeworben werden. Und das ist nicht immer einfach. Deshalb möchte ich an alle Radsportfans und Menschen unserer Region die Bitte senden: Verhaltet Euch wie unsere Sportler und geht zielgerichtet, hochmotiviert an Eure Geldbörse und überweist dem SV Dassow etwas Geld.
Wie viel fehlt dem Verein für einen neuen Bus?
Wenn 500 Leute 20 Euro überweisen würden, hätten wir es geschafft. Ich hoffe deshalb auch auf Firmen, denen es gut geht und die dafür stehen, dass man sich um unseren Nachwuchs kümmert. Das Logo der Firmen kann gerne auf unseren Bus. Unsere Sportler werden es durch Leistungen danken und die Verantwortlichen werden weiterhin motiviert sein, wenn sie spüren, wie die Bevölkerung und Firmen hinter ihnen stehen.


Spendenkonto:
SV Dassow 24

IBAN:DE48140510001006022690
Verwendungszweck: Bus



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