Schwimmen : Kopf-an-Kopf-Rennen in der Ostsee

Um 11.06 Uhr gab die Bürgermeisterin der Insel Poel, Gabriele Richter, den Startschuss für das 22. Wismarbucht-Schwimmen. 120 Schwimmer sprangen danach in die 20 Grad kalte Ostsee.
Um 11.06 Uhr gab die Bürgermeisterin der Insel Poel, Gabriele Richter, den Startschuss für das 22. Wismarbucht-Schwimmen. 120 Schwimmer sprangen danach in die 20 Grad kalte Ostsee.

Veranstalter waren auch mit der 22. Ausgabe des Wismarbucht-Schwimmens von der Insel Poel nach Hohen Wieschendorf zufrieden

svz.de von
31. August 2016, 23:18 Uhr

Es war spannend bis zum Schluss – das 22. Wismarbucht-Schwimmen von der Insel Poel bis nach Hohen Wieschendorf. Nach 3  500 Metern durch die 20 Grad kalte Ostsee hatten mit Jakob Albrecht, Christian Riedrich und Tom Richter gleich drei Starter auf den letzten Metern noch die Chance auf den Sieg. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie Moderator Harald Schütt es nannte. Am Ende hatte Jakob Albrecht aus Berlin die stärksten Arme und Beine. Begleitet vom Beifall der zahlreichen Zuschauer am Strand und an der Mole stand der 21-Jährige aus dem flachen Wasser auf und lief die letzten Meter ins Ziel. Seine Zeit: 51 Minuten und 27 Sekunden. Albrecht ballte die Faust und strahlte. „Ich freue mich riesig, denn ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich gewinne“, sagte der Berliner, der mit seinem Auftritt in Nordwestmecklenburg „richtig happy“ war.

Knapp geschlagen geben musste sich Christian Riedrich. Der 23-Jährige folgte dem Sieger Albrecht nach 3,5 Kilometern nur neun Sekunden später aus der Ostsee. Eine seiner ersten Gesten unter dem Applaus der Zuschauer: Er umarmte Jakob Albrecht. Beide kennen sich gut, starten für den gleichen Verein. Albrecht ist Schwimmer beim TIB Berlin, Riedrich ist dort Triathlon und außerdem Trainer des 22. Gewinners des Wismarbucht-Schwimmens. „Für mich steht der Spaß im Vordergrund. Ich habe nicht verloren, sondern den zweiten Platz gewonnen“, so der faire Berliner.

Lange Zeit sah es so aus, als wenn Riedrich das diesjährige Wismarbucht-Schwimmen gewinnen könnte. Nach dem die Bürgermeisterin der Insel Poel, Gabriele Richter, um 11.06 Uhr den Startschuss gab, setzte sich der 23-Jährige sofort ein paar Meter ab. Mitte des Rennens musste Riedrich seinem hohen Anfangstempo allerdings ein wenig Tribut zollen. Albrecht schwamm an seinem Teamkollegen vorbei und ließ bis zum Schluss nicht mehr vorbei. Als Dritter ins Ziel in Hohen Wieschendorf kam Tom Richter. Seine Zeit: 51:57 Minuten. Damit war der 26-Jährige vom Verein Trizack Rostock überglücklich. Zumal er bei seiner Premiere auf Anhieb nicht nur Platz drei in der Gesamtwertung belegte, sondern auch noch die Wertung in der AK II (26-37 Jahre) gewann. „Wahnsinn. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagte Richter, der völlig außer Atem nach den richtigen Worten suchte. „Ich bin eigentlich hergekommen, um das Mal zu testen. Dass es so gut läuft. Wahnsinn.“

Bei den Frauen der Altersklasse I (14 bis 25 Jahre) gewann Livia Keusch aus Dresden mit einer Zeit von 56:05 Minuten. Damit hat sich die 21-Jährige im Vergleich zum Vorjahr um mehr als anderthalb Minuten verbessert und ihren Titel erfolgreich verteidigt. Grund zur Freude hatte auch Elke Brinkmann aus Niederklütz. Die 51-Jährige hatte das erste Wismarbucht-Schwimmen vor 21 Jahren (58:38 Minuten) gewonnen. In den vergangenen Jahren reichte es für Brinkmann mehrfach „nur“ zu Platz zwei. Auch diesmal. Für die Nordwestmecklenburgerin aber „wieder Mal“ ein tolles Ergebnis. „Es war sehr entspannend, einfach wunderbar“, strahlte sie nach den anstrengenden 3500 Metern.

Für Brinkmann und Co. waren die Bedingungen beim diesjährigen Wismarbucht-Schwimmen besser als gedacht. Zunächst schwappten die Wellen der Ostsee noch deutlich höher, am Ende kam aber die Sonne raus und der Wind drehte. „Dadurch sind die Wellen abgeflacht. Besser geht es für die Schwimmer fast nicht“, so das Urteil von Maik Spangenberg. Organisatorin Dana Gromolke sprach nach der 22. Auflage von einem rundum gelungenen Tag. „Keiner ist ausgestiegen. Wir hatten perfekte Wetterbedingungen und es hat alles super funktioniert.“


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