Reiten : Ein Novum bei den Titelkämpfen

Die neuen Hallen-Landesmeister 2019 im Springen, unter ihnen auch Thomas Kleis (3.v.r.) und Christoph Maack (r.) Fotos: Jutta Wego
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Die neuen Hallen-Landesmeister 2019 im Springen, unter ihnen auch Thomas Kleis (3.v.r.) und Christoph Maack (r.) Fotos: Jutta Wego

Gesine Jürgens und Anna Ebel-Jürgens teilten sich Damen-Titel der Hallenlandesmeisterschaft punkt- und zeitgleich

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12. März 2019, 23:05 Uhr

Rundum gelungen war das offen ausgeschriebene Frühjahrsmeeting mit Hallen-Landesmeisterschaften am Wochenende in Redefin. Die zahlreichen Besucher erlebten am Sonntag spannende Finalwettkämpfe im Landgestüt. Ein Lob gilt vorab dem Parcourschef Normen Diedering (Friedrichsruhe), der erstmals eine Landesmeisterschaft in Eigenregie gebaut hat, mit Torsten Lanske (Dersekow) als Assistent. Es war in allen Altersklassen am Sonntag richtig schwer und deshalb gab es mehr Fehler als bei gewöhnlichen Turnieren. Für das beste Drittel der Teilnehmer aber genau richtig dosiert, auch was die erlaubte Zeit betraf, um die Besten nach vorn zu bringen.

Ein Kuriosum gab es in diesem Jahr bei den Damen. Gleich zwei Teilnehmerinnen heimsten am Ende den Landestitel ein – und das mit Gesine Jürgens und ihrer Nichte Anna Ebel-Jürgens zwei Verwandte aus Polzow. Beide waren nach den zwei Wertungsprüfungen der Klasse M noch strafpunktfrei und hatten im Finale, in dem bei Punktgleichheit die Rangierung entscheidet, die exakt gleiche Zeit. Bei einer Meisterschaft gab es das bisher noch nie.

Am Freitag in der 1. Wertungsprüfung siegte Anna Ebel-Jürgens mit ihrem inzwischen 18 Jahre alten Schimmel Lavado. Pferdekennern geht das Herz auf, wenn man den Schimmel in seinem schon recht hohen Alter springen sieht. Man hat das Gefühl, das Pferd denkt bei jedem Sprung mit. Schon in diesem Springen deutete sich ein Zweikampf zwischen der 22-jährigen Anna Ebel-Jürgens und ihrer 45-jährigen Tante Gesine Jürgens an, die auf Ussandro in der 1. Wertung Dritte wurde. Tolle Ritte präsentierte auch die erst 14-jährige Tessa Leni Thillmann (Gadebusch), die neben der U25-Klasse mit Charkow auch schon bei den Damen startete und in der 1. Wertung Zweite wurde.

Die 2. Wertung, das Zwei-Sterne-Springen am Sonntag, gewann Freiland-Landesmeisterin Anna Madlen Horn (Klützer Winkel) mit Priceless. Auf dem 2. Platz gemeinsam, wie bereits beschrieben, Gesine Jürgens mit Ussandro und Anna Ebel-Jürgens mit Levado, die damit zugleich beide Landesmeisterinnen wurden. Mit dem 4. Platz in dieser Prüfung hat sich die 29-jährige Denise Svensson (Neu Benthen) mit Cornetto noch auf den Bronzeplatz nach vorn geschoben.

Besonderes Augenmerk legten die Besucher auf die S-Klasse der Reiter, in der Damen und Herren zusammen konkurrieren. Die 1. Wertung hatte Christoph Lanske (Dersekow) mit seiner 11-jährigen Stute Chacco’s Girl gewonnen, nachdem er auch im Einlauf S-Springen mit der 9-jährigen Stute Cinderella als Sieger hervorging. Chacco’s Girl setzte er aber nicht in der 2. Wertung ein und Cinderella bekam in der 1. Wertung Fehler. Damit war Lanske, der in diesem Jahr in die Leistungsklasse 1 aufgestiegen ist, aus dem Rennen um die Medaillen.

Um diese rangen am Sonntag im Großen Zwei-Sterne-Preis mit Nullrunden aus der 1. Wertung vorrangig Ulf Ebel (Polzow) mit Zarin, Thomas Kleis (Gadebusch) mit Christian, Christoph Maak (Kirch-Mummendorf) mit Lissara T und Dyleen, Titelverteidiger Philipp Makowei (Gadebusch) mit Queo und Justine Reemtsma (Zierow) mit Caiser Cash.

Am Sonntag im Großen Preis hatte Normen Diedering den Reitern einen auch technisch richtig schweren Parcours zur Aufgabe gestellt, der es besonders auf der Schlusslinie mit den beiden letzten Sprüngen in sich hatte. Turnierleiter Rolf Günther hatte Sorge, dass es zu schwer war. Nachdem Christoph Lanske wenige Tage nach seinem 30. Geburtstag mit dem exzellent springenden Hengst Chap II gleich als zweitem Starter eine Nullrunde gelang, dauerte es fast bis zur 1. Hälfte der Teilnehmer, als Justine Reemtsma mit Caiser Cash den 2. Null-Fehler-Ritt lieferte. Dieser sorgte für Beifallstürme und Erlösung bei Turnierleiter und Parcourschef.

Es sollte noch sechs weitere sechs „Nuller“ folgen. Die langen Wege im Stechen sorgten wiederum für Fehlerquellen, so dass am Ende mit Mylene Diederichsmeier (Aller-Weser) und Thomas Kleis nur zwei Teilnehmer strafpunktfrei blieben. Mylene legte mit der von Arno Göwe gezogenen 13 Jahre alten Mecklenburger Stute Cintia 34,49 Sekunden vor. Da kam der 40-jährige Thomas Kleis mit dem 11-jährigen Christian nicht ganz heran, obwohl er noch eine Abkürzung fand. Mit 35,70 Sekunden wurde Kleis Zweiter und holte sich damit zugleich den Landesmeistertitel aus dem Jahre 2016 zurück. Der 3. Platz im Großen Preis ging an Christoph Lanske auf Chap II (4/37,12), Vierter wurde Heiko Schmidt (Neu Benthen) mit Chandra.

Zwei Damen holten neben Thomas Kleis die weiteren Medaillen in der S-Klasse. Silber ging an die 23-jährige Justine Reemtsma mit ihren zwei Nullrunden in den Umläufen der beiden Wertungsspringen. Bronze holte sich die 20-jährige Christin Wascher (Redefin) mit Queen Waltraud, die vier Fehler aus der 1. Wertung mitbrachte, in der 2. Wertung fehlerfrei blieb und im Stechen den 6. Platz belegte.



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