Motorsport : Der Lohn für viel harte Arbeit

Der für den MC Grevesmühlen startende Andreas Feldt blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück.
Der für den MC Grevesmühlen startende Andreas Feldt blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück.

Andreas Feldt vom MC Grevesmühlen feierte im Jahr 2019 mit dem EM-Titel bei den Senioren seinen wohl größten Erfolg

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09. Januar 2020, 18:40 Uhr

Das Jahr 2019 war für Andreas Feldt eines der erfolgreichsten in seiner langen Karriere als Motorsportler. Der 50-Jährige hat am 7. August mit seiner 500 ccm Majco den EM-Titel im schwedischen Linköping bei den Senioren in der Klasse Classik gewonnen. Für den Werkstattleiter bei der Straßenmeisterei in Börzow war es die erste Teilnahme bei einer EM. Von den neun Läufen (drei pro Tag) in Dänemark, Deutschland und Schweden gewann er sechs. „Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für mich“, strahlt Feldt und ergänzt: „Zumal ich auch verschiedene internationale Rennen gewonnen habe, wie zum Beispiel den internationalen Flutlichtcross in Kleinhau (Eifel), bei dem Fahrer aus sechs Nationen am Start waren.“

Die Klasse, in der Feldt bei der EM gefahren ist, nennt sich Twinshock. Die Motorräder sind luftgekühlt, mit zwei Stoßdämpfern hinten und Trommelbremsen. Bis zu 40 Fahrer waren bei den Läufen in Aalborg (Dänemark), Jüterbog (D) und Linköping (Schweden) am Start. Am Ende stand Andreas Feldt ganz oben auf dem Podest. Dass der Fahrer des MC Grevesmühlen gegen die besten Seniorenfahrer Europas bestehen konnte, hat er vor allem seinem Willen zu verdanken. Denn nach vielen Verletzungen und einem Bandscheibenvorfall konnte er nur durch Fleiß und Disziplin seine Lieblingssportart weiter ausüben. „Dieser Titel ist eine Anerkennung und Lohn dafür und für das ganze Training einer ganzen Saison.“

Andreas Feldt war schon immer sehr willensstark, ein Kämpfer. Nach zahlreichen Knochenbrüchen, Schulterverletzungen und einem Lungenriss kämpfte er sich immer wieder zurück. 2015 erlitt der Rütinger einen Bandscheibenvorfall. Im Juni 2016 erfolgte eine Operation. Erst Ende 2017 konnte er nach hartem Training bei einem Motocrosslauf in Fürstenwalde (Brandenburg) wieder mitfahren, hat dort auf Anhieb sogar gewonnen. Das habe ihm einen „unwahrscheinlichen Motivationsschub“ gegeben, erzählt Feldt. „Die OP war zum Glück sehr gut verlaufen. Nach der Reha habe ich gemerkt, dass mich die Schwächen anderer stark machen. Deshalb habe ich noch intensiver trainiert.“ Zwei bis drei Mal pro Woche auf dem Motorrad und tägliches Rückentraining standen für Andreas Feldt nach seiner fast anderthalbjährigen Pause vom Motorsport auf dem Programm. Mit Erfolg. 2018 gewann er den Norddeutschen Classik-Cup, vergangenes Jahr verteidigte er diesen Titel erfolgreich.

Andreas Feldt kommt aus einer motorsportbegeisterten Familie. Sein Vater Klaus und dessen Brüder Günther und Hans Feldt sind alle Motocross oder Enduro gefahren. „Mein Vater brachte mich zu diesem Sport und unterstützt mich noch heute tatkräftig“, erzählt der 50-Jährige. „Ohne die finanzielle Unterstützung meiner Eltern, dem Verständnis meiner Frau und meinem eigenen Ehrgeiz hätte ich es nie so weit gebracht“, betont Feldt.

Sein erstes Rennen ist er 1981 gefahren. Heute zählt der Rütinger zu den erfolgreichsten Motorsportlern Mecklenburg-Vorpommerns. Zu DDR-Zeiten wurde Andreas Feldt mehrfach Bezirksmeister, landete 1990 bei der DDR-Meisterschaft auf Platz drei. „Für mich der bis heute wertvollste Podiumsplatz.“ Nach der Wende folgten acht Landesmeistertitel in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Und 2001 der Sieg in Dolle beim gesamtdeutschen Pokallauf der Obersten Motorsport-Kommission (heute DMSB).

„Motorsport war und ist auch weiterhin ein sehr wichtiger Teil seines Lebens“, sagt Andreas Feldt. Sein Ziel für das kommende Jahr: „Ich möchte meinen EM-Titel unbedingt verteidigen.“

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