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Regionalliga: Kritik an Aufstiegsregeln : „Der Erste soll auch aufsteigen“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In den Fußball-Regionalligen ist Debatte über die Aufstiegsregel entbrannt: Für Schönbergs Trainer Rietentiet ist die Sache klar

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Wer in einer der fünf Fußball-Regionalligen am Saisonende Meister wird, steigt nicht automatisch auf. Die Hürde für Liga drei sind zwei Relegationsspiele, nach deren Ende ein Liga-Primus mit leeren Händen dastehen kann. Das stößt offensichtlich vielen Regionalliga-Teams bitter auf, wie eine Umfrage der Lausitzer Rundschau, an der sich 40 der insgesamt 91 Viertliga-Teams aus den fünf Regionalligen beteiligt hatten, zeigt. Demnach gaben 85 Prozent an, mit der Aufstiegsregelung unzufrieden zu sein. Einer gemeinsamen Initiative zur Abschaffung des bestehenden Modus' würden sich 80 Prozent der an der Umfrage beteiligten Vereine anschließen. 60 Prozent erklärten, dass sie mit der Einteilung in fünf Regionalligen unzufrieden seien.

Angestoßen hatte die neuerliche Diskussion Claus-Dieter Wollitz (kl. Foto l.), Trainer von Energie Cottbus. „Im Moment duckt sich der DFB weg. Dabei könnte er Druck auf die Verbände machen, damit sich etwas ändert“, kritisierte Wollitz. Die Regionalliga Nordost wird vom Nordostdeutschen Fußballverband organisiert. Energie Cottbus liefert sich derzeit mit Carl Zeiss Jena ein Duell um die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost. Und zu dieser Liga gehört auch der FC Schönberg 95. Der war an der Umfrage zwar nicht beteiligt, aber Axel Rietentiet (Foto), Trainer der Regionalliga-Mannschaft, spricht sich ebenfalls für eine Modus-Änderung aus. „Wer nach einer langen Saison und zähem Kampf erster ist, der soll auch direkt aufsteigen“, so der 47-Jährige. Eine dreigleisige Regionalliga, so wie sie es schon mal gab, wäre für den Coach eine Option. „Aber dann kommen wieder die Kritiker, die sagen, dass die Fahrtwege zu weit wären“, so Rietentiet. Für sein Team wäre das aber von Vorteil. „Wir fahren regelmäßig bis zu 600 Kilometer. Wir würden von einer Neuaufteilung profitieren“, ergänzt der Trainer. Das frühere Modell sah eine Verquickung mit der Regionalliga Nord vor. Statt nach Bautzen oder Meuselwitz gäbe es dann Reisen nach Lübeck oder Oldenburg.

Modus hin, Modus her – am Wochenende stehen wieder Regionalliga-Partien an. Aber auch diesmal fallen wieder viele Partien witterungsbedingt aus. Mittlerweile gibt es für viele Mannschaften schon ein Nachholspiel-Stau. Nordhausen, Neugersdorf, Berliner AK, TSG Neustrelitz und Babelsberg – sie alle haben schon drei nachzuholende Begegnungen in der Pipeline. „Wir können uns da nicht beklagen“, sagt Axel Rietentiet, denn bis auf die Hängepartie beim Berliner AK ist der FC Schönberg im Soll. Und im Rhythmus, denn die Liga-Partien gegen Hertha II (1:1) und bei Energie Cottbus (0:1) konnten die Mecklenburger in diesem Jahr schon absolvieren.

Für Sonntag (13 Uhr) ist in Schönberg die Partie gegen den FSV Luckenwalde angesetzt. Die Brandenburger konnten 2017 noch nicht ins Ligageschehen eingreifen und mussten auf Tabellenplatz 17 ausharren. Mit einem Sieg gegen Luckenwalde kann der FC 95 einen großen Schritt Richtung sportlichen Klassenerhalt machen. Rietentiets Vorgabe vor der Partie – „Verlieren verboten“ – macht jedoch deutlich, dass auch ein Remis auf dem Weg zum Ligaverbleib helfen könnte. Leon Dippert und Fabian Istefo haben sich zurückgemeldet und sorgen für Alternativen bei der Teamaufstellung. Auch wenn einige Spieler noch nicht zu 100 Prozent fit sind – die Mini-Kader-Monate beim FC scheinen vorerst vorbei.

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