Wolfgang Koch tritt schweres Erbe an und leitet neue Trainer-Ära ein

Zurück im alten „Wohnzimmer“:  Wolfgang Koch kehrt nach elf Jahren wieder in die Wilhelm-Schröder-Sporthalle  als Trainer zurück.
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Zurück im alten „Wohnzimmer“: Wolfgang Koch kehrt nach elf Jahren wieder in die Wilhelm-Schröder-Sporthalle als Trainer zurück.

Bützower Handball-Lehrer neuer Chefcoach beim MV-Liga-Meister / Nach elf Jahren wieder zurück an alter Wirkungsstätte

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31. Juli 2014, 13:05 Uhr

Bei den Handball-Männern hat eine neue Ära begonnen. Nach dem überraschenden Meistertitel in der vergangenen Saison kommt es vor allem auf der Trainerposition zu einem gravierenden Wechsel. Als Erfolgscoach Jörg Schröder und dessen Assistent Tilo Bansner schon vor dem Saisonende ihren Abschied verkündeten, bestand auf dieser Position dringender Handlungsbedarf. Der Abteilungsleitung ist es aber gelungen, adäquaten Ersatz zu finden, wenngleich sich die Verhandlungen zunächst schwierig gestalteten.

Wolfgang Koch kehrt nach elf Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück und soll die Erfolgsgeschichte der Mannschaft weiter schreiben. ,,Ich hatte das Handballbuch eigentlich schon zugeschlagen, wollte nichts mehr machen“, sagt der Bützower, der zuletzt für kurze Zeit beim Güstrower HV tätig war und auch noch Nationaltrainer der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft ist. Beim GHV handelte es sich aber nur um ein kurzes Intermezzo. ,,Das hatte einfach nicht gepasst“, erklärt Wolfgang Koch. Seitdem war knapp ein Jahr vergangen, als TSV-Abteilungsleiter Thomas Blum erstmals mit ihm Kontakt aufnahm. ,,Anfang des Jahres kam die erste Anfrage, da habe ich aber noch abgesagt“, sagt der 57-Jährige. Die Führungsspitze bewahrte dennoch die Ruhe. Der Wendepunkt war dann im Mai ein Gespräch zwischen Wolfgang Koch und Bützows Führungsspieler Jan Dethloff, die schon gemeinsam in der Regionalliga beim HSV Peenetal Loitz zusammen arbeiteten. ,,Wir haben uns mal über die gesamte Situation ausgetauscht. Danach bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Herausforderung anzunehmen“, sagt Wolfgang Koch, wohlwissend, dass er ein schweres Erbe antritt. Unterstützung bekomme er aber von Jan Dethloff und Martin Rosinke, beides sehr erfahrene und akzeptierte Spieler im Bützower Team.


Personeller Aderlass dämpft die Erwartungen


Über die Geschlossenheit will Koch eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen schicken, die sich in der MV-Liga keinesfalls verstecken muss, obwohl einige Spieler die Meistermannschaft im Sommer verließen. ,,Mit Torsten Wild fehlt uns künftig einer der besten Torhüter der Liga“, sagt Wolfgang Koch. Mit Chris Schröter, Martin Strigun, Daniel Stammann und Falk Schünemann stehen zwar vier Torleute als Nachfolger bereit, doch allein die Erfahrung könne keiner ersetzen. ,,Ein guter Torwart ist im Handball die halbe Miete“, erklärt Koch die Schlüsselposition. Des Weiteren fehlen künftig die beiden Kreisläufer Martin Bremer und Karsten Schawaller im Bützower Aufgebot, die sich jeweils beruflich verändern. Den Aderlass komplettiert Christian Böttner, der schon in der vergangenen Saison nur noch sporadisch aushelfen wollte, dann aber doch häufiger auf dem Parkett stand, als gedacht. Für Wolfgang Koch sind diese Verluste aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. ,,Wir müssen zwar erst einmal kleinere Brötchen backen, das Niveau der Liga ist durch die Reduzierung der Mannschaften aber nicht unbedingt besser geworden“, sagt Wolfgang Koch, der seit 1981 Trainer ist und bis 2003 schon einmal für die Bützower an der Seitenlinie tätig war.

Inzwischen befindet sich die MV-Liga-Mannschaft auch schon wieder im Training. Derzeit werden noch die athletischen Grundlagen gelegt, ehe es in den technisch-taktischen Bereich geht. Der erste Eindruck von seiner neuen Truppe stimmt Koch positiv. ,,Die Jungs gefallen mir, mit ihnen kann man vernünftig arbeiten“, sagt der neue Trainer.


Zum Auftakt auswärts, dann kommt Schwaan


Obwohl der eine oder andere noch im Urlaub weilt und etwas später ins Training einsteigt, freut sich Koch besonders über die gute Trainingsbeteiligung. Ein Trainerwechsel birgt ja schließlich auch immer eine neue Chance für Spieler, die zuvor vielleicht etwas weniger Einsatzzeiten bekamen. Auch da macht Koch seinen Schützlingen Mut: ,,Ich bin völlig unbeleckt. Alle haben die Chance, sich zu beweisen.“ Drei Mal pro Woche bittet er seine Mannschaft zum Training und will dabei gute Voraussetzungen für die kommende Saison schaffen. ,,Wir haben ein schweres Auftaktprogramm. Dafür müssen wir gerüstet sein. Ich möchte die gute Abwehrarbeit beibehalten“, sagt der ehemalige Rückraumspieler Koch, der mit seiner Mannschaft am ersten Spieltag zur zweiten Vertretung des HSV Insel Usedom muss, ehe sie danach den Schwaaner SV zum Derby in der Wilhelm-Schröder-Sporthalle erwarten. Bis dahin sind aber sechs bzw. sieben Wochen Zeit. Bis dahin wird fleißig getestet. Höhepunkt der Vorbereitung ist am Mittwoch, 27. August, um 19 Uhr ein Testspiel gegen den Doberaner SV (OstseeSpree-Liga) in der Wilhelm-Schröder-Sporthalle.


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