Verbandsliga : TSV Bützow startet bei Null

Das Pokalspiel gegen den FC Hansa Rostock gehörte für den TSV Bützow zum absoluten Höhepunkt, auch wenn es 0:5 verloren ging: In der Verbandsliga kassierten Paul Puskeiler und Co. aber auch schon 13 Niederlagen – in 15 Spielen.
Das Pokalspiel gegen den FC Hansa Rostock gehörte für den TSV Bützow zum absoluten Höhepunkt, auch wenn es 0:5 verloren ging: In der Verbandsliga kassierten Paul Puskeiler und Co. aber auch schon 13 Niederlagen – in 15 Spielen.

Fußball-Verbandsligist beginnt heute voller Tatendrang mit der Vorbereitung auf die Restsaison

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20. Januar 2020, 00:00 Uhr

Bei Fußball-Verbandsligist TSV Bützow beginnt heute eine neue Zeitrechnung. Nach der katastrophalsten Hinserie der Vereinsgeschichte mit nur zwei Punkten sind die Blicke bei den Warnowstädtern nur noch nach vorne gerichtet, wobei die ersten 15 Partien natürlich analysiert werden mussten. „Es gibt viele Gründe. Wir haben vor der Saison einen personellen Umbruch gemacht, das heißt, wir haben viele Spieler eingebaut, die noch keine Verbandsliga-Erfahrung gesammelt haben. Die müssen sich erst an das Tempo und den körperlichen Einsatz gewöhnen. Dazu kommt das große Verletzungspech. Viele Spieler sind ausgefallen, die das Gerüst der Mannschaft bilden“, erklärt Trainer Helge Marquardt.

Dass es allerdings so schlecht läuft, hat selbst er nicht erwartet. Deshalb legt er den Finger auch schonungslos in die Wunde: „Es war auch Unvermögen, das muss man klipp und klar sagen, wenn man sieht, wie viele gelbe, gelb-rote Karten und Elfmeter wir gegen uns bekommen haben“, sagt Marquardt. Doch das ist noch nicht alles. Mit erst 13 geschossenen Toren wird ein weiteres Problem deutlich, dem Team fehlt es nicht nur an Durchschlagskraft, sondern auch an der Kaltschnäuzigkeit. „Wir haben uns relativ viele Torchancen herausgespielt, diese aber häufig kläglich vergeben, das war schon sensationell“, nimmt es Marquardt mit einer Portion Galgenhumor. Allerdings führt der Fußball-Lehrer dieses Manko auch auf die teilweise suboptimale Spielvorbereitung zurück. „Weil viele Spieler beruflich und privat bei den Trainingseinheiten nicht dabei waren, konnten wir uns nicht das erarbeiten, was wir wollten. Im Endeffekt kommt vieles zueinander, dass wir da stehen, wo wir jetzt stehen“, sagt Helge Marquardt.

Allerdings ist das alles nach der nun knapp fünfwöchigen Winterpause alles Geschichte. „Wir beginnen mit dieser Vorbereitung bei Null“, so der 45-Jährige, der seine Mannschaft heute Abend zum Auftakttraining bittet. In den kommenden Tagen und Wochen soll dann die Grundlage geschaffen werden, um in der Restsaison besser abzuschneiden. „Die Kondition ist ein wichtiger Bestandteil, gerade, wenn man da unten steht. Da kann man nicht mit Hacke-Spitze-1,2,3 spielen, da muss man jedem Gegner im läuferischen Bereich voraus sein“, erklärt Marquardt. Parallel soll aber auch an spielerischen Abläufen sowie den Standards gearbeitet werden. „Da sehe ich noch große Reserven bei uns“, ergänzt der TSV-Coach.

Trotz der bislang mageren Bilanz ist für die Warnowstädter noch nichts verloren, der erste Nichtabstiegsplatz ist nur fünf Punkte entfernt. Doch was sich nicht viel anhört, ist für den TSV Bützow noch meilenweit entfernt, schließlich hatte er es bisher nicht so mit dem Gewinnen. Doch wenn alles nach Plan läuft, stehen die Vorzeichen fortan besser, denn es kommen einige langzeitverletzte Leistungsträger zurück. Außerdem bescheinigt Marquardt einigen jungen Spielern, die zu Saisonbeginn neu dazu stießen, eine positive Entwicklung und traut ihnen den nächsten Schritt zu und nennt zwei Beispiele. „Thorben Medau oder Dennis Milbratz: Ich denke, dass sie aus dieser Negativserie gestärkt rausgegangen sind. Aufgrund der Konstellation, die wir gehabt haben, mussten sie schon sehr viel Verantwortung übernehmen, was eigentlich noch gar nicht so sein sollte.“

Auch am Trainer selbst nagte die Gesamtsituation, dennoch verschwendete er noch keinen Gedanken daran, das Handtuch zu werfen. „Man macht sich viele Gedanken, das ist normal und sollte auch so sein. Wenn ich aber keine Lust mehr hätte, würde ich bei Bützow nicht mehr Trainer sein. Es macht mit den Jungs Spaß. Die Mannschaft hat einen sehr guten Charakter“, erklärt Helge Marquardt, der fortan auf die abgewanderten Charlie Frenzel (SG Warnow Papendorf) und Dominik Nawrot (Brandenburger SC) verzichten muss. Auf der Zugangsseite wird aber wohl auch noch was passieren. „Wir brauchen aber nicht viele Neue, wir haben immer noch einen relativ großen Kader von 24 Mann. Für mich ist wichtig, dass die, die verletzt waren, wieder dazu kommen. Bis auf Philipp Schönbrunn (Kreuzbandriss) sind wieder alle an Bord“, sagt Marquardt.

Bislang sind in der Vorbereitung drei Testspiele geplant. Sicher ist auch schon, dass das Nachholspiel gegen den Güstrower SC nicht wie angesetzt am 8. Februar stattfindet. „Da sind sich beide Seiten einig und noch auf der Suche nach einem Nachholtermin“, erklärt Helge Marquardt. Stattdessen – Stand jetzt – geht es wohl erst am 22. Februar mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Neubrandenburg in der Verbandsliga weiter.

Testspiele

1. Februar, 14 Uhr: PSV Wismar (A)

8. Februar, 14 Uhr: FC Schönberg (A)

15. Februar, 13.30 Uhr: Doberaner FC (A)

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