Fußball-Verbandsliga : TSV Bützow im freien Fall

Erwies seiner Mannschaft – egal ob berechtigt oder unberechtigt – einen Bärendienst: Bützows Angreifer Dorian Buczek (Mitte) kassierte gegen Kühlungsborn glatt Rot. Es war bereits der vierte Platzverweis für den TSV in der laufenden Saison.
Erwies seiner Mannschaft – egal ob berechtigt oder unberechtigt – einen Bärendienst: Bützows Angreifer Dorian Buczek (Mitte) kassierte gegen Kühlungsborn glatt Rot. Es war bereits der vierte Platzverweis für den TSV in der laufenden Saison.

Fußball-Verbandsligist kassiert gegen den FSV Kühlungsborn (1:2) die siebte Pleite im siebten Spiel

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30. September 2019, 05:00 Uhr

Es ist und bleibt bisher eine Seuchensaison für die Verbandsliga-Fußballer des TSV Bützow. Auch nach dem 1:2 (1:1) gegen den FSV Kühlungsborn standen Spieler und Funktionsteam mit ratlosen Gesichtern und hängenden Köpfen im obligatorischen Kreis und mussten auf eine weitere Niederlage – die mittlerweile siebte in den ersten siebten Liga-Spielen – zurückblicken. Dieser Fakt im Zusammenspiel mit dem logischerweise daraus folgenden letzten Tabellenplatz (0 Punkte, 11:28 Tore) sowie einer katastrophalen Kartenstatistik (25 gelbe Karten, 3 gelb-rote, 1 rote) malen ein denkbar schwarzes Bild der gegenwärtigen Situation.

Spielerisch waren die Bützower den Kühlungsbornern vor allem in der ersten Halbzeit überlegen. Über die gesamten ersten 45 Minuten erspielten sie sich nicht nur optische Feldvorteile, sondern auch ein Chancenplus, sodass in der Nachschau mal wieder die eigene Chancenverwertung zu bemängeln ist. So blieb es lediglich bei dem einzigen TSV-Treffer aus der 14. Spielminute, als Dorian Buczek in der eigenen Hälfte den Ball erhielt und unbedrängt in Richtung Kühlungsborner Tor marschierte und die Bützower Führung markierte. Und doch ging es mit einem 1:1 in die Pause, denn zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt traf der FSV aus Kühlungsborn kurz vor der Pause zur Überraschung der 92 zahlenden Zuschauer (44.). „Schon da hat man gesehen, was so ein Treffer zu einem psychologisch unglücklichen Zeitpunkt mit der Mannschaft in der momentanen Situation macht“, wusste Trainer Helge Marquardt im Anschluss zu berichten: „Die Köpfe gingen in der Halbzeitpause runter, die Spieler fingen an, mit sich zu hadern.“

In der zweiten Halbzeit agierten die Kühlungsborner dann höherstehend, eine Umstellung, mit der der TSV seine Probleme hatte. Hinzu kamen dann Undiszipliniertheiten und eigene Fehler, die den Gegner bestens in die Karten spielten:


Elfmeter sieben und acht gegen das Schlusslicht

In der 50. Spielminute arbeitete TSV-Kapitän Johannes Thiemroth nach Auffassung des Schiedsrichters zu sehr mit den Armen am Gegenspieler im eigenen Sechzehner – Elfmeter. Der siebte gegen den TSV in sieben Spielen. FSV-Angreifer Leon Höhndorf hatte keine Mühe und stellte auf 2:1 für die Gäste. Nur zehn Minuten später folgte der nächste Nackenschlag, als TSV-Angreifer Buczek mit glatt roter Karte vom Platz gestellt wurde. Er wurde für ein polnisches Schimpfwort bestraft, das nicht er, sondern sein Kühlungsborner Gegenspieler laut ausrief. Es setzt sich also auch das Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen fort, „auch, wenn wir uns natürlich in erster Linie an die eigene Nasen fassen müssen“, wie Trainer Marquardt klarstellt. Nur drei Minuten später folgte der nächste Elfmeterpfiff gegen den TSV. Diesen konnte TSV-Keeper Bartosz Szajkowski jedoch parieren, es keimte nochmal berechtigte Hoffnung auf. Diese wiedergewonnene Hoffnung bzw. das TSV-Aufbäumen wurde sogar belohnt, nach einem Freistoß aus dem Halbfeld zappelte der Ball im Tor der Kühlungsborner, doch der Schiedsrichter entschied auf Foul am Torhüter. Dass der FSV-Keeper jedoch von seinem eigenen Mann bedrängt wurde, der Treffer daher regulär war, übersahen sowohl Hauptschiedsrichter als auch Assistent an der Linie. So half alles Anrennen nichts, es blieb beim 1:2 aus Sicht des TSV Bützow.

„Wir werden immer weiter machen, ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft sich schon bald selbst belohnen wird. Zuvor haben wir natürlich einiges auszuwerten, auch und vor allem das Auftreten der Spieler in schwierigen Phasen, diese Undiszipliniertheiten müssen dringend abgestellt werden“, so TSV-Trainer Helge Marquardt auf der anschließenden Pressekonferenz.

Die nächste Gelegenheit, sich zu belohnen, folgt bereits am kommenden Mittwochabend, dann gastieren die TSV-Männer beim Aufsteiger vom SV Warnemünde (Anstoß 19 Uhr).

TSV Bützow: Bartosz Szajkowski - Kevin Stübke (67. Dennis Milbratz), Johannes Thiemroth, Max Körting, Paul Puskeiler - Raik Loßau, Philipp Schönbrunn - Tony Lübke, Christoph Höpel, Dominik Nawrot (85. Thorben Medau) - Dorian Buczek

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